Praktische Aufgaben statt dröger Formeln: Eine Roisdorferin schreibt ein Mathebuch

Praktische Aufgaben statt dröger Formeln : Eine Roisdorferin schreibt ein Mathebuch

Mathe ist langweilig? Nicht bei der Roisdorferin Petra Wolthaus und der Kölnerin Julia Volkmer. Mutter und Tochter erklären in einem „Dummies“-Buch die Grundlagen der Mathematik.

Ihr Buch ist in der „Junior“-Fassung der bekannten „Dummies“-Reihe erschienen, die Lesern ohne Vorwissen ein bestimmtes Thema näherbringen will. In Ihrem Fall geht es um Mathematik. Sie hätten also theoretisch bei „1+1“ anfangen können.

Petra Wolthaus: Genau genommen fangen wir sogar noch früher an. Mathematik begegnet Kindern im Alltag schon weit vor dem Eintritt in die Schule – und zwar dann, wenn es darum geht, Dinge in Kategorien einzuteilen oder Regelmäßigkeiten herauszufinden.

Können Sie dafür ein Beispiel nennen?

Julia Volkmer: Schon für die Kleinsten ist es wichtig, bestimmte Muster und Strukturen zu erkennen. Das machen sie intuitiv: Sie lernen beispielsweise, Hunde von Katzen zu unterscheiden, indem sie die Gemeinsamkeiten aller Hunde erkennen und sie in die Kategorie „Hund“ einsortieren.

In ihrem Buch finden die Leser also Muster statt Formeln?

Wolthaus: Genau. Denn Regelmäßigkeiten und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen ist sozusagen die Grundlage für alles, was später in der Schule gelernt werden muss. Das gilt auch für die Naturwissenschaften. Gut ist, dass uns Muster überall im Alltag begegnen und es deshalb nicht nur viele Beispiele gibt, sondern auch jede Menge Möglichkeiten, praktisch und kreativ damit zu arbeiten.

Ein kreatives Mathebuch?

Volkmer: Natürlich! In dem Buch machen wir sozusagen einen Spaziergang durch die Welt der Muster – vom Straßenpflaster über Sonnenblumen bis zur Gesichtserkennung des Handys. Wir liefern die ersten Ideen und die Leser entscheiden, ob und was Sie davon weiterentwickeln wollen – denn sie sind die Meister in der Welt der Muster.

Wolthaus: Das Buch ist für Schüler ab etwa zehn Jahren geeignet. Dabei sind nicht nur die angesprochen, die Schwierigkeiten in Mathe haben. Auch diejenigen, die sich gerne mit mathematischen Fragestellungen beschäftigen, können viele neue Anregungen mitnehmen – natürlich auch Eltern oder Lehrer.

Frau Wolthaus, neben Ihrer Tätigkeit als Lehrerin und Autorin sind Sie auch Gründerin des Mitmachlabors „Experimentieren mit Albert“, das sie als Franchise-Unternehmen führen.

Wolthaus: Auch in diesen Kursen geht es um das intuitive Erfassen von naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten. Neugierde soll geweckt und Natur mit allen Sinnen erlebt werden.

Mathe gilt immer noch als unbeliebtes Unterrichtsfach. Können Sie das als Lehrerinnen bestätigen?

Volkmer: Meine Erfahrung ist, dass Mathe entweder Lieblings- oder Hassfach ist. Dazwischen gibt es selten etwas.

Warum ist das so?

Volkmer: Ein Grund dafür ist sicherlich, dass den Schülern aufgrund des straffen Lehrplans häufig der praktische Bezug zu den Themen fehlt. Auch hierzu kann unser Buch vielleicht die ein oder andere Idee bieten.

Sie sind auch Chemie- beziehungsweise Biologielehrerinnen. Wieso haben Sie ausgerechnet ein Mathebuch geschrieben?

Wolthaus: Der Verlag ist auf mich zugekommen und hat gefragt, ob ich ein Mathebuch schreiben möchte. Das wollte ich sehr gerne und habe meine Tochter, die auch Mathelehrerin ist, gleich mit ins Boot geholt. Gemeinsam haben wir dann ein halbes Jahr lang die Kapitel rund um Muster und Strukturen erarbeitet.

Ein gemeinsames Buch von Mutter und Tochter – das ist sicher etwas ganz Besonderes für Sie?

Wolthaus: Ja, das ist es. Es freut mich, dass ich meine Begeisterung für die Naturwissenschaften und die Mathematik an meine Kinder weitergeben konnte. Und dass wir jetzt gemeinsam etwas daraus machen, ist natürlich umso schöner.

„Mathe mal anders. Zahlen, Muster und Strukturen Für Dummies Junior“, ISBN: 978-3527713684