Herbert Knebels Affentheater begeistert in Hersel: Eine Ode an die Currywurst

Herbert Knebels Affentheater begeistert in Hersel : Eine Ode an die Currywurst

Besucht man mit seiner Frau ein Hallenbad, ein indisches Restaurant oder ein Schuhgeschäft, muss man ein Mann ohne Nerven sein. Jedenfalls dann, wenn man mit solchen Dingen rechnen muss, wie sie Herbert Knebel passiert sind.

So musste er nach Jahrzehnten der Ehe urplötzlich feststellen, dass seine Ehefrau Guste gar nicht schwimmen kann – als er sie ins Becken schubste. Weiter berichtete er, dass seine Angetraute wie eine „Lavalampe“ anlief, als sie beim Inder ein Stück „sauscharfes Lamm“ von seinem Teller stibitzte und in ihrer Not gar die für Hunde bereitstehende Schüssel austrank.

Was sich im Schuhgeschäft mit einer Eiswaffel, einem Paar Sandalen und einem völlig überlasteten Verkäufer ereignete, darüber soll geschwiegen werden. Erwähnenswert ist aber, dass Knebels launig-sarkastische Alltagsbeschreibungen im eigenwilligen Ruhrpottdialekt am Samstagabend in der Herseler Rheinhalle mitunter für wahre Begeisterungsstürme sorgten. Mit seinem „Affentheater“ war Kabarettist Uwe Lyko alias Herbert Knebel mit dem Programm „Männer ohne Nerven“ nach Bornheim gekommen. Wie gewohnt dabei: Martin Breuer als Ernst Pichl, Detlef Hinze als der Trainer und unnachahmlich Georg Göbel-Jakobi als Ozzy Ostermann. Vom ersten Moment an legten die vier Haudegen aus Essen und Duisburg so richtig los.

Man wolle „dahingehen, wo es weh tut“, hieß es zu Beginn der mehr als zweistündigen Show. In dieser boten Knebel und Co. einen Parforceritt durch die Widrigkeiten des Alltags – und kamen dabei nicht umhin festzustellen, dass früher doch einiges besser war. Etwa damals im Eiscafé. Dort habe es nämlich die einzige Jukebox gegeben, sagte Knebel. „Das ist wie ein 100 Kilo schwerer iPod“, erläuterte er für die Jüngeren im Publikum: „Da waren aber keine Mp3s drin, sondern Singles – also alleinstehende Schallplatten.“

Die Jungs des Affentheaters sind weit mehr als nur schmückendes Beiwerk zwischen den Soloeinlagen Knebels. Tatsächlich drehten die vier zusammen richtig auf. Wie es der Zuschauer kennt und liebt, spielten sie als Band Klassiker der Rock- und Pop-Geschichte, versehen mit humorvollen Texten. So wurde aus „Imitation of Life“ von R.E.M. eine Ode an die Currywurst und statt mit Scott McKenzie nach San Francisco zu gehen, schworen die vier, niemals ins Sankt-Franziskus-Altersheim zu ziehen.

Diese und weitere Lieder kamen richtig gut an. Und das auch, weil die Mitglieder des Affentheaters begnadete Musiker sind. Als Ozzy Ostermann wie AC/DC-Gitarrist Angus Young über die Bühne rockte, gab es kein Halten mehr. Stehende Ovationen und die erfolgreiche Forderung nach zwei Zugaben waren die logische Konsequenz.

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