Literatur in Hersel: „Ein Reim spricht sich wie Musik“

Literatur in Hersel : „Ein Reim spricht sich wie Musik“

Die Herseler Autorin Iris Schürmann-Mock hat eine neue Kinder-Geschichte gedichtet. Es geht um einen Mäuserich, der Lollis lutscht.

„Köpfchen, Kühnheit und Geschick: Das ist Mick!“ Der Mäuserich, der gerne Lollis lutscht, weil er dann schneller denken kann, ist Detektiv und spielt die Hauptrolle im neuen Buch der Herseler Autorin Iris Schürmann-Mock mit dem Titel „Mick, der Weihnachtsdetektiv. Ein Abenteuer in Reimen“.

Der kleine Mick knackt gern selbst die allerschwerste Nuss, doch leider fehlt es ihm an Aufträgen. Bis eines Tages, ausgerechnet im Advent, sämtliche Plätzchen von Bäcker Keks verschwinden. Wie gut, dass Micks Nachbarin Mali Maus ihm stets mit einer Tasse Blümchentee zur Seite steht.

In ansprechenden und humorvollen Reimen erleben die jungen Leser, wie Mick auf die Suche nach dem Dieb geht und dabei mehrere Verdächtige überprüft – etwa Benno Dick, der gerade auf Diät ist. „Ich darf nur Gemüse knabbern“, klagt der, „bis die Hosen schlabbern.“ Dabei bebildern die niedlichen Illustrationen von Stefanie Reich die anrührende Geschichte, in der es vor allem um Freundschaft geht.

Es sei ihr wichtig, dass ihre Geschichten „Dinge, die Kinder angehen“, thematisierten, sagt die Autorin. Das Buch über Mäuserich Mick, für das sich die 69-jährige Autorin auch von James Krüss' Gedicht „Die Weihnachtsmaus“ hat inspirieren lassen, sei für Schulkinder bis acht Jahre gedacht. „Und in diesem Alter wird Freundschaft ja immer wichtiger.“

Nach der 2015 erschienenen Geschichte über den Weihnachtswicht Knirps ist es das zweite weihnachtliche Bilderbuch in Reimform aus Schürmann-Mocks Feder. Die literarische Arbeit der Herselin ist jedoch weitaus vielfältiger. Das Schreiben hat sie Ende der 80er Jahre neben ihrer Arbeit als Journalistin begonnen. Zunächst waren es Sachbücher, dann erzählende Bücher und schließlich Kinderbücher, erzählt die gebürtige Duisburgerin. Seit etwa zehn Jahren verfasse sie auch Gedichte. „Die Reimform ist die Form, in der ich am leichtesten schreiben kann“, sagt sie.

Wenn sie für Erwachsene dichte, bewege sich das meist im „heiteren Bereich“. Im Januar sei sie unter den letzten sieben Teilnehmern, die sich für die Abschlussrunde beim Literaturwettbewerb „Wachtberger Kugel“ qualifiziert haben, einem Preis für komische Lyrik, erzählt Schürmann-Mock. Ihr Interesse für das Genre Weihnachtsbücher sei derweil bei der Fachzeitschrift für Kinder- und Jugendmedien „Eselsohr“ geweckt worden, die sie mitgegründet hat. Auch Bühnenprogramme entwirft die Herselerin, und an der Volkshochschule Alfter/Bornheim leitet sie den Literaturkreis.

„Nachts liegt immer etwas zu Schreiben neben meinem Bett“, sagt Schürmann-Mock. Auch beim Autofahren habe sie schon oft angehalten, um einige gute Reime, die ihr in den Sinn kamen, zu notieren. „Es soll nichts holpern“, ist ihr wichtig, dafür feile sie auch mal mehrere Tage an nur einem Reim. Mit ihren Enkeln (fünf und acht Jahre) hat sie zwei junge Probeleser: „Die reimen auch kräftig mit.“ Und Tochter Katrin Lankers ist sogar selbst Autorin.

Sind Reime denn noch zeitgemäß? „Als Form sind sie vielleicht nicht immer in Mode“, meint Schürmann-Mock, „aber Kinder finden sie zeitlos. Ein Reim spricht sich ja wie Musik. Das ist für Kinder auch ein besonderer Zugang zur Sprache.“ Junge Leser dürfen sich freuen: Das nächste Bilderbuch von Schürmann-Mock ist gerade fertig. „Es handelt von einem kleinen Elefanten, der zum ersten Mal alleine zur Oma fährt“, sagt die Autorin. Aber mehr wird noch nicht verraten.

„Mick, der Weihnachtsdetektiv. Ein Abenteuer in Reimen“ ist im Kerle Verlag erschienen und im Buchhandel für 14,99 Euro erhältlich, ISBN 978-3-451-71359-0

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