Stadtmarketingkonzept für Bornheim: Die Stadt der „klugen Kappesköpp“

Stadtmarketingkonzept für Bornheim : Die Stadt der „klugen Kappesköpp“

Bei der Suche nach einem Marketingkonzept waren jetzt die südlichen Bornheimer Ortsteile Roisdorf, Bornheim, Dersdorf und Brenig an der Reihe Es wurden drei Arbeitsgruppen gebildet um Ideen und Vorschläge zu erarbeiten .

Ein Familienausflug zum „Wald- und Freizeitpark Heimatblick“, ein erholsames Wochenende in „Bad Roisdorf“, ein Theaterabend im „Kulturzentrum Bornheimer Kloster“ oder eine Wanderung auf dem „Gemüselehrpfad“? Von diesen verlockenden Freizeitaktivitäten kann man in Bornheim derzeit nur träumen – und genau das war beim zweiten Bürgerforum zum Stadtmarketingkonzept, das am Donnerstag für die Ortsteile Roisdorf, Bornheim, Dersdorf und Brenig in der Bornheimer Kaiserhalle stattfand, nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht. Rund 30 Teilnehmer, darunter Ortsvorsteher, Vertreter der Gewerbevereine und Fraktionen, waren aufgefordert, sich Gedanken zu machen, wo die Stadt in zehn Jahren stehen will und worüber sie sich definiert.

„Wir möchten gemeinsam mit Ihnen die Marke Bornheim weiter entwickeln“, sagte der Leiter des Organisations- und Personalamts, Joachim Brandt, als er die Teilnehmer begrüßte. Im Juni war das erste Bürgerforum für die Rheinorte Widdig, Uedorf und Hersel durchgeführt worden – und war auf ähnlich bescheidene Resonanz in der Bevölkerung gestoßen.

Auch dieses Mal wurde der Aufforderung, sich in Arbeitsgruppen auf die Feierlichkeiten zum fiktiven Gewinn des „Stadtmarketingpreises 2025“ samt Bürgermeisterrede, Stadtführung und Abendprogramm vorzubereiten, zunächst mit Skepsis begegnet. Doch schließlich wurden in drei Arbeitsgruppen viele Ideen und Vorschläge geboren, die am Ende allen Anwesenden vorgestellt wurden.

Hintergrund der Bürgerforen, die nach und nach für alle Bornheimer Ortschaften angeboten werden sollen, ist ein Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses von August 2015, nach dem eine Dachmarke für Bornheim definiert und ein Maßnahmenkatalog für das Stadtmarketing entwickelt werden soll. Neben einer Arbeitsgruppe, die aus Vertretern der Bornheimer Gewerbetreibenden, der politischen Fraktionen und der Stadtverwaltung besteht, sollen auch die Bürger mit ins Boot geholt werden.

Bürger erarbeiten VorschIäge

In Vorbereitung auf die Bürgerforen fand unter der Regie des Kölner Fachbüros Cima bereits eine Telefonbefragung statt, bei der 400 Bornheimer ihre Einschätzungen abgaben. Bevor es für die Teilnehmer des Bürgerforums für die südlichen Bornheimer Ortschaften an die kreative Arbeit ging, präsentierten Wolfgang Haensch und Larissa Weiland von der Cima Beratung und Management GmbH die Umfrageergebnisse.

Auf die Frage, was ihnen spontan zu Bornheim einfalle, antworteten die meisten Interviewten mit „ländliche Gegend“ und „ein schöner Ort zu leben“. Einigen der Befragten fielen allerdings auch zuerst der „schlechte Straßenzustand“ oder das „politische Durcheinander“ ein. Weitere Fragen zielten auf die Identifikation mit Bornheim und seinen Ortsteilen, auf seine soziale Infrastruktur, sein Kulturangebot, aber auch auf Einkaufsmöglichkeiten und öffentliche Verkehrsmittel ab.

Geleitet von diesen Anregungen entwickelten die Teilnehmer des Bürgerforums Ideen und Wünsche für die Zukunft, die von Radschnellwegen, über Aufladestationen für E-Bikes bis zu breiteren Bürgersteigen reichten. Während eine Gruppe „Bornheim verbindet“ als Motto verkündete und dabei nicht nur auf die Lage zwischen Köln und Bonn, sondern auch auf die Verbindung zwischen den 14 Ortschaften anspielte, definierten die anderen Gruppen Bornheim als Stadt „Für junges Gemüse und kluge Kappesköpp“ oder unter dem Motto „Bornheim autark“ gleich als sich selbst versorgende Stadt.

Wolfgang Haensch dankte den Anwesenden für ihre Ideen. Nach dem dritten und letzten Bürgerforum für die nördliche Region Sechtem, Merten, Waldorf, Hemmerich, Walberberg, Kardorf und Rösberg am Dienstag, 13. September, 19 Uhr, Lokal „Vorgebirgsblick“, Händelstraße 45 in Merten, sollen die Anregungen aus der Bürgerschaft Eingang in die weitere Entwicklung der „Marke Bornheim“ finden.

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