Die Stadt Bornheim will die Radwege für Radfahrer sicherer machen

Radfahren in Bornheim : Rot für die Sicherheit

Stadt Bornheim markiert Radwege an Einmündungen damit Autofahrer aufmerksamer werden

Beim jüngsten Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC, siehe Info-Kasten) hatte Bornheim keine sonderlich gute Figur abgegeben. Schließ erhielt die Vorgebirgsstadt nur die Durchschnittsnote 4,5. Nach Ansicht der Bornheimer ist Radeln im Stadtgebiet eher stressig als spaßig, eher gefährlich als sicher. Politik und Stadt wissen das. Seit Jahren wird – mit mehr oder weniger Geld – der Radverkehr in Bornheim gefördert. Grundlage dafür ist das aktuelle Radfahrkonzept von 2015. Es listet eine Vielzahl kleinerer und größerer Maßnahmen auf, damit Radfahren in Bornheim attraktiver werden soll.

„Wir wollen die Menschen ja dazu animieren, vom Auto umzusteigen“, sagte Bürgermeister Wolfgang Henseler bei einem Pressegespräch. In dem Gespräch spielte unter anderem die Farbe Rot eine wichtige Rolle. Radlern, die den Radweg an der Landesstraße 183 zwischen Walberberg und dem Hellenkreuz nutzen, wird mit Sicherheit bereits aufgefallen sein, dass die Radfahrspuren an verschiedenen Straßeneinmündungen rot markiert sind. Damit soll die Aufmerksamkeit der Autofahrer auf kreuzende Radfahrer erhöht werden – ebenso wie mit Piktogrammen und Schildern. Die rote Farbe fällt dabei besonders ins Auge und steigert nach Ansicht der Stadt die Aufmerksamkeit enorm. Wichtig ist das auf der L 183 vor allem, weil es sich bei dem Radweg um einen Zweirichtungsweg handelt, die Radfahrer also auf einer Straßenseite in beiden Richtungen unterwegs sind. Insbesondere an Kreuzungen und Einmündungen rechnen Autofahrer oftmals nicht mit Radlern aus der vermeintlich falschen Richtung. Unfälle können sich also leicht ereignen. „Markierung sind für Autofahrer in wichtiger Hinweis und tragen zur Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer bei“, war sich Henseler sicher.

Zwischen Walberberg und dem Hellenkreuz sind die L 183 rund 6,7 Kilometer lang. „Die L 183 ist das Rückgrat des Radverkehrskonzepts“, sagte Alexander Sturm aus dem Bornheimer Tiefbau- und Straßenverkehrsamt. Nach Angaben der Stadt hat die Landesstraße im besagten Abschnitt 24 Einmündungen. Davon haben 16 keine Ampelanlage. Laut Sturm haben die städtischen Mitarbeiter jede einzelne unter die Lupe genommen. Nach und nach sollen alle 24 Einmündungen verbessert werden. Rot markiert werden indes nur solches, an denen keine Ampeln sind. Pro Einmündung kostet die Umrüstung – je nachdem, wie viel getan wird – laut Sturm zwischen 10 000 Euro und 20 000 Euro.

Obgleich die Straße, wie die Bezeichnung schon sagt, eine Landesstraße ist, ist die Stadt nach Sturms an Angaben für die Radwege innerhalb geschlossener Ortschaften zuständig. Dennoch sei es ein „langer, steiler Weg“ gewesen, mit dem Landesbetrieb Straßenbau über die roten Markierungen übereinzukommen, so Sturm. Das Land sehe diese Markierungsart flächendeckend ebenso kritisch wie der Rhein-Sieg-Kreis und die Polizei (siehe Info-Kasten). Aus diesem Grund will sich die Stadt bei den Arbeiten an Radwegen entlang der Landesstraße 300 (Rheinorte), der Landesstraße 118 (zwischen Roisdorf und Hersel) sowie an der Kreisstraße 60 (Sechtem) und der Kreisstraße 42 (zwischen Sechtem und Bornheim) abstimmen. Denkbar sei etwa eine Rotfärbung nur an sogenannten Unfallhäufungsstellen, hieß es im Pressegespräch vonseiten der Stadtverwaltung weiter.

Des Weiteren hat die Stadt im Rahmen des Radverkehrskonzepts, das laut Sturm in Gänze 200 größere und kleinere Maßnahme beinhaltet – die sogenannten Umlaufsperren im Blick. Diese rot-weißen Sperren zwingend Radfahrer abzubremsen und gegebenenfalls sogar abzusteigen. An den Stellen, wo die Sperren nicht der Verkehrssicherheit dienen, hat die Stadt sie durch Poller ersetzt. Weiteren Komfort für Radfahrer verspricht sich die Stadt durch die Öffnung von Einbahnstraßen für Radler mit entsprechender Beschilderung.

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