Golfanlage in Brenig: Die Honigmacher vom Breniger Römerhof

Golfanlage in Brenig : Die Honigmacher vom Breniger Römerhof

Hobbyimker Thomas Groger und Betreiber Thomas von Kempis kümmern sich auf dem Golfplatz um fünf Bienenvölker.

Golf und Honig haben nicht wirklich viel miteinander zu tun. Könnte man meinen. Anders ist das auf der 98 Hektar großen Golfanlage Römerhof in Brenig. Denn hier bietet Golfplatzbetreiber Thomas von Kempis (62) zusammen mit Hobbyimker und Golfer Thomas Groger (80) gleich fünf Bienenvölkern ein Dach über dem Kopf. Dabei besteht ein Bienenvolk aus rund 50 000 Bienen.

Angestoßen hatte das Projekt Thomas Groger. Wann genau, weiß auch Thomas von Kempis nicht mehr, der Wert darauf legt, seine Anlage natur- und umweltfreundlich zu betreiben.

„Wir beheimaten hier die in Europa vorherrschende Honigbiene“, erzählt Thomas Groger bei einem Rundgang. Die Bienenstöcke befinden sich zwischen dem Grün von Loch 11 und dem Abschlagsbereich von Loch 12. Auf die Frage, ob die Golfer aus Angst vor den Bienen den Ball am Loch 11 besonders zügig einlochen, lächelt Thomas von Kempis und beschwichtigt: „Die Bienenzucht betreiben wir jetzt schon seit etlichen Jahren. Thomas Groger hat den Golfern durch viele Vorträge und Aufklärungsarbeit die Furcht vor den Bienen genommen.“

Und in der Tat kümmern sich die fliegenden Brummer nur selten um die Golfsportler. Denn sie haben täglich ein immenses Arbeitspensum zu leisten. „Im Jahr kommen bei zwei Ernten, den sogenannten Trachten, 20 bis 30 Kilogramm Honig zusammen“, so Thomas Groger. Bei der Frühjahrstracht steht der Rapshonig im Vordergrund. Denn rund um den Römerhof finden die Bienen im Frühling genügend Nahrung in den umliegenden blühenden Rapsfeldern.

Ab Juni endet das Bienenjahr

In diesem Jahr war der Hobbyimker mit der ersten Ernte zufrieden. „Sie lag an der Obergrenze des Normalen.“ Anders sieht es bei der zweiten Tracht aus. Denn aufgrund der kühlen Temperaturen und den vielen Niederschlägen können die Imker in diesem Jahr nicht mehr mit einer guten zweiten Honigernte rechnen. „Dabei ist gerade die Sommertracht, die aus einer Mischung aus Linden- und dem herberen Kastanienhonig besteht, für mich die beste Mischung“, schwärmt Thomas Groger während der Überprüfung der Bienenstöcke.

Bereits ab Ende Juni geht das Bienenjahr zur Neige. Dann verringert sich ein Bienenvolk von anfangs 50 000 Exemplaren auf nur noch rund 20.000 Stück. Für die Bienenernte transportiert der 80-Jährige, der sein Hobby schon seit mehr als 20 Jahren betreibt, die mit Honig gefüllten Waben nach Bonn. In seinem Haus schleudert er den Honig aus den Waben heraus, sammelt ihn in Eimern und rührt ihn täglich um, bevor er in Gläser abgefüllt wird.

Verkauft wird der goldene Saft allerdings nicht. „Der Honig ist bei unseren Golfern ein beliebtes Preisgeld. Ihn gibt es beispielsweise bei Golfturnieren als Zugabe“, sagt Thomas von Kempis.

Um den Bienen eine Heimat zu geben, setzt er zusammen mit Greenkeeperin Brigitte Schneider, die sämtliche Pflegearbeiten der Anlage koordiniert, seit Langem auf eine große Artenvielfalt von Blumen und Pflanzen auf dem Areal inklusive Fallobstwiesen mit Apfel- und Pflaumengehölzen und einem großen Baumbestand.