Spargelernte im Vorgebirge: Die ersten Spargelstangen sind schon da

Spargelernte im Vorgebirge : Die ersten Spargelstangen sind schon da

Die Saison mit dem weißen Gold des Vorgebirges startet offiziell im April. Der Tagesertrag liegt jetzt schon bei einem Drittel.

Seit Samstag werden bei Claus und Sabine Ritter in Bornheim die ersten Spargelstangen gestochen. Damit hat die Ernte beim Erdbeer- und Spargelbauern rund eine Woche früher als im vergangenen Jahr begonnen – die milden Temperaturen im Februar haben das Edelgemüse unter zwei- bis dreifacher Folienabdeckung und Minitunneln frühzeitig reifen lassen. Bei anderen Spargelbauern im Vorgebirge wie etwa Leonard Palm aus Uedorf ist der Spargel noch nicht so weit. Sturm „Eberhard“ und die starken Winde am Montag haben die Abdeck-Folien „wegfliegen lassen“, sodass „bei uns die Ernte regulär Anfang April beginnen kann“, so Palm.

Bei Ritters wachsen Spargelstangen auf einer Fläche von insgesamt 40 Hektar zwischen Bonn, Alfter, Wesseling, Bornheim und Uedorf. Jeweils zu knapp einem Drittel frühe, normale und späte Sorten. Auf acht Hektar werden grüne Stangen gezogen.

Am Anfang war die Ausbeute für Rittersche Verhältnisse mit 100 Kilogramm pro Tag noch relativ gering. Während der Hauptsaison im April und Mai wird sich der Ertrag pro Tag auf 300 bis 400 Kilo erhöhen. Normal große Stangen kosten zurzeit noch 12,80 Euro das Kilo – ein Preis, der sich in der Haupterntezeit auf zwischen zehn und elf Euro einpendeln wird.

Vorsichtig werden die Stangen gestochen, in Tragegestellen gesammelt, in eine Kiste gelegt und dann zur Halle in die Brehmstraße gefahren. Dort werden die Stangen vorgewaschen, im Wasser gekühlt und dann maschinell sortiert, gewaschen und geschnitten. Anschließend kommen die Stangen sofort in den Verkauf. An rund 18 Ständen verkauft der Bornheimer Landwirt in der gut zweieinhalbmonatigen Verkaufssaison Spargel und Erdbeeren.

Der erste Stand wird am Donnerstag am Freudiger Weg in Alfter eingerichtet, in der kommenden Woche kommen 17 weitere Standorten in der Region hinzu. 20 Erntehelfer aus Rumänien und Polen beginnen morgens um 7 Uhr mit dem Stechen der Stangen, in der Spitzenzeit Ende April werden es rund 50 sein. Wenn die Erdbeerernte Anfang Mai in vollem Gang sein wird, verstärken rund 500 weitere Saisonarbeiter die Belegschaft.

Die ersten Erdbeeren kommen an Ostern in den Verkauf. Rund 40 der 80 Hektar Tunnelfläche für die Verfrühung der Erdbeeren wurde durch Sturm „Eberhard“ vor einigen Wochen massiv zerstört.“ Da findet die Ernte in diesem Jahr im Durchschnitt vier Tage später statt. "Wir mussten die Tunnel erst wieder aufbauen. Da rechnen wir mit Erntebeginn ab dem 25. April", erklärte Ritter.

Der Landwirt aus dem Vorgebirge baut Spargel nicht nur an, er gehört auch zu den Genießern, die die leckeren Stangen in allen Variationen essen können. Ob Klassisch mit neuen Kartoffeln und Sauce Hollandaise oder im Wok zubereitet mit grünen Stangen, Cocktailtomaten und Pinienkernen: „Der Spargel ist so vielfältig. Man kann ihn ganz unterschiedlich zubereiten“, so Ritter, der aus eigener Anschauung auf Anhieb zig Rezepte aufzählen kann.

Wer mehr über den Anbau und Verkauf wissen möchte, kann sich im Internet unter www.ritter-bornheim.de/verkauf.html informieren.

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