Arbeiten im Hotel "Rheinterrassen": Der schönste Arbeitsplatz Bornheims

Arbeiten im Hotel "Rheinterrassen" : Der schönste Arbeitsplatz Bornheims

Natascha Woocker hat es gut. Sie hat den wohl schönsten Arbeitsplatz in der ganzen Stadt Bornheim. Mit Blick auf den Rhein, das Herseler Werth und das Siebengebirge. Die 21-Jährige ist Rezeptionistin im Hotel-Restaurant "Rheinterrassen" in Widdig.

Golden glitzert das Rhein in der Morgensonne. Ein leichter Wind weht, es ist angenehm warm. Schließt man die Augen, hört man das leise Rauschen der Schiffe, die stromabwärts gleiten. Möwen kreischen, Wellen klatschen an die Ufermauer. Der Blick aufs Siebengebirge und auf das üppig grüne Naturschutzgebiet Herseler Werth bilden das perfekte Panorama. Die "Rheinterrassen" hoch über dem Strom sind seit 1645 im Besitz der Familie Kaebe.

Wenn für Natascha Woocker morgens um fünf Uhr der Arbeitstag beginnt, hat sie diese Aussicht ganz für sich alleine. Nachdem sie Brötchen, Croissants, Aufschnitt, Rührei, Käse, Konfitüre, Müsli Kaffee und Orangensaft für die Hotelgäste vorbereitet hat, deckt sie an schönen Tagen auch die Tische auf der Terrasse ein. "Ich spanne die Sonnenschirme auf, schaue auf den Rhein und es fühlt sich tatsächlich ein bisschen wie Urlaub an", erzählt die 21-jährige.

Seit einem guten halben Jahr arbeitet Natascha Woocker als Rezeptionistin im Hotel "Rheinterrassen" und kann sich noch gut an ihren ersten Eindruck beim Bewerbungsgespräch erinnern: "Ich ging durch die Tür, blickte durch die Glasfront auf den Rhein und dachte: Das ist ja wie auf einem Schiff hier!" Als man ihr die Frühstücksschicht anbot, war sie begeistert.

"Für mich sind die Arbeitszeiten ideal. Ich fange früh an und höre früh wieder auf. So habe ich mehr vom Tag und bin sehr flexibel", sagt die Euskirchenerin, die neben ihrem Vollzeitjob an der IUBH Bad Honnef im dritten Semester Internationales Hotel- und Tourismusmanagement studiert.

Vor allem Geschäftsleute und Radfahrer nutzen die Rheinterrassen als Übernachtungsmöglichkeit. "Wir haben viele Stammgäste, die geschäftlich in Köln zu tun haben und bewusst nach Widdig kommen, weil es ruhig ist und trotzdem eine gute Verkehrsanbindung hat", erklärt Woocker. Zeit für einen Plausch mit den Gästen nimmt sie sich gerne "Morgens ist es nicht ganz so wuselig wie nachmittags und es ist alles etwas persönlicher. Das gefällt mir".

Vor allem an schönen Sommermorgenden komme es vor, dass Geschäftsleute nicht von ihrem Platz auf der Terrasse weichen wollten. "Dann frage ich irgendwann mal vorsichtig nach, ob sie heute frei haben", scherzt die Frohnatur. Auch in stressigen Situationen verliert sie nicht den Blick für die Schönheit der Natur. "Allein schon deshalb, weil der Rhein, das Siebengebirge, das Herseler Werth und die Sehenswürdigkeiten der Umgebung ständig Gesprächsthema sind."

Nicht nur bei gutem Wetter seien die "Rheinterrassen" ein Anziehungspunkt. "Auch bei Hochwasser ist es hier voll." Mittlerweile ist Natascha Woocker Expertin in Sachen Pegelstände, kann über das Siebengebirge berichten und Auskunft geben, wenn jemand nach dem Preis für eine Rheinschifffahrt fragt. Manchmal kommt es auch zu lustigen Situationen.

"Wenn das Wetter stürmisch und der Rhein etwas aufgewühlt ist, haben manche Gäste das Gefühl, seekrank zu werden." Ein Platzwechsel schaffe bei diesem Problem schnell Abhilfe. Seekrank geworden ist Natascha Woocker bei ihrer Arbeit noch nie. Auch dafür, dass ihr Wecker morgens um 3.30 Uhr klingelt, gibt sie ihrem Job keinen Punktabzug. Und wenn sie morgens die Sonne auf dem Rhein glitzern sieht, ist sie sich ganz sicher. "Ich habe den schönsten Arbeitsplatz der Stadt."