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Ende August ist Schluss: Der leitende Pfarrer Jörg Stockem verlässt Bornheim

Ende August ist Schluss : Der leitende Pfarrer Jörg Stockem verlässt Bornheim

Der 45-jährige Geistliche macht in seinem Sprengel auf Wunsch des Kölner Erzbischofs Platz für einen Neuanfang. Ein Nachfolger steht noch nicht fest

Die Corona-Krise macht auch vor Kirchentüren nicht Halt. So kann Jörg Stockem, leitender Pfarrer im Seelsorgebereich Bornheim An Rhein und Vorgebirge, sich zurzeit nicht mehr so um die Katholiken in den Pfarrgemeinden St. Servatius (Bornheim), St. Evergislus (Brenig), St. Sebastian (Roisdorf), St. Georg (Widdig) und St. Aegidius (Hersel) kümmern, wie er gerne möchte. Seit der Ausbreitung des Virus lebt der Seelsorger wie alle anderen Menschen auch zurückgezogen, hat Kontakte und Begegnungen auf ein Minimum zurückgefahren. „Die Pandemie trifft uns ausgesprochen hart, denn die Kirche lebt vom Austausch“, sagt der 45-Jährige.

Im Gespräch mit dem General-Anzeiger erklärt er auch, dass für ihn am 31. August Schluss sein wird in Bornheim. Dann wird er fast auf den Tag genau sieben Jahre nach seiner Einführung als leitender Pfarrer entpflichtet. Nach Urlaub und einer vierwöchigen Einkehrzeit wird der gebürtige Aachener seine neue Stelle zum 1. November antreten. Wohin er versetzt wird, möchte Stockem noch nicht verrate. Nur so viel: In Nordrhein-Westfalen und im Rheinland liege sein neuer Wirkungskreis.

Pfarrerstelle fällt der Umstrukturierung zu Opfer

Die Bornheimer Pfarrersstelle fällt der Umstrukturierung des Erzbistums Köln zum Opfer. Statt der bisherigen Kirchenstruktur soll im Vorgebirge mit den beiden Bornheimer Seelsorgebereichen und der Pfarreiengemeinschaft Alfter ein sogenannter Sendungsraum entstehen. Darüber wird seit Längerem in der Erzdiözese diskutiert wird, und die Pläne hat Weihbischof Ansgar Puff schon im Herbst 2018 bei seiner Visitation in Stockems Seelsorgebereich zur Sprache gebracht. Fünf solche Sendungsräume wurden erst kürzlich für die Bonner Pfarrgemeinden eingerichtet – das neue Konzept ist die Antwort des Erzbistums Köln auf immer mehr Priesterstellen, die nicht mehr zu besetzen sind.

Nach der Pensionierung des leitenden Pfarrers der Pfarreiengemeinschaft Alfter, Rainald M. Ollig, übernahm dessen Amtsgeschäfte als Pfarrverweser der leitende Pfarrer des Seelsorgebereichs Bornheim-Vorgebirge, Matthias Genster. „In Gesprächen mit der Personalabteilung des Generalvikariats wurde immer wieder thematisiert, wie es weitergehen soll. Da gab es drei Varianten: Entweder Pfarrer Genster oder ich oder ein neuer Geistlicher übernehmen die Leitung des Sendungsraums. Ich bin allerdings der Meinung, dass es bei einer solch gravierenden strukturellen Veränderung Sinn macht, wenn jemand Neues kommt“, sagt Stockem. Er und Genster hoffen, dass Generalvikariat und Erzbischof eine Entscheidung in diesem oder nächsten Monat treffen.

Neu besetztes Pastoralteam für rund 35.000 Katholiken zuständig

Der neue Chef wird dann gemeinsam mit sieben Priestern sowie den Pastoralteams für die seelsorgerischen Belange von rund 35.000 Katholiken zuständig. „Kirche verändert sich. Wir müssen schauen, dass wir nach und nach neue Wege finden, um die Zukunft der Kirche zu gestalten“, erklärt Genster. Neue Wege wird Stockem auch in seinem künftigen Sprengel gehen müssen. Zurzeit werde dort die inhaltliche Konzeption erarbeitet. Er freut sich auf die neue Herausforderung, verlasse Bornheim aber mit einem weinenden Auge. „Der Stellenwechsel ist keine Entscheidung gegen den Seelsorgebereich, sondern ein Wunsch des Erzbischofs“, macht er klar, wer die Richtung vorgibt.

Nach Abitur in Würselen studierte Stockem in Bonn Jura, wechselte dann aber 1996 zur Theologie. Nach seinem Examen 2003 wurde er 2004 zum Diakon und 2005 zum Priester geweiht. Nach Stationen als Kaplan in Wuppertal, Bad Münstereifel und Brühl erfolgte 2013 die Ernennung zum leitenden Pfarrer in Bornheim. „Das Tolle war von Anfang an, dass sich im Seelsorgebereich so viele Menschen engagieren“, sagt der Geistliche, der auch als Kurator beim Pfadfinderstamm St. Franziskus Hersel und Widdig aktiv ist. Dort und bei den zahllosen Treffen von Gremien und kirchlichen Veranstaltungen sei ihm die Begegnung mit den Menschen das Wichtigste.