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Aussichtpunkt im Vorgebirge: Dem Heimatblick in Bornheim droht der Abriss

Aussichtpunkt im Vorgebirge : Dem Heimatblick in Bornheim droht der Abriss

Das Nachhaltigkeitskonzept der Eigentümerin des Heimatblicks in Bornheim lässt sich wohl nicht verwirklichen. Das Areal verwildert derzeit. Ihm droht der Abriss.

Ein Stück Kuchen, ein Eis für die Kinder, eine Partie Minigolf, dazu gratis der herrliche Blick ins Rheintal. Ein Besuch auf dem Heimatblick oberhalb von Roisdorf und Alfter war früher wie ein kleiner Urlaub vor der Haustür. Doch das ist lange her. Seit 2010 stehen Restaurant, Hotel und Wohnhaus leer. Und das wird wohl auch noch eine Zeit so bleiben. Sogar ein Abriss droht jetzt.

Die neue Eigentümerin Marion Meyer (61) stellte im Juni 2016 ihre Pläne für den "Neuen Heimatblick" vor: Sie wollte dort ein "Agri-Kulturelles Modellprojekt für Genuss, Leben, Wohnen und Arbeiten im Einklang mit der Natur" verwirklichen. Der neue Heimatblick soll laut Konzept ein Ort "für ganzheitliches und nachhaltiges Leben und Arbeiten" sein, ein "Ort der Naturverbundenheit, der friedvollen Begegnung, der Vision und der Inspiration, ein Ort des Verschnaufens, des Wohlbefindens und der Geselligkeit".

Doch daraus wird wohl nichts, zumindest nicht in dieser Größenordnung, wie es derzeit aussieht. Der Bornheimer Bürgermeister Wolfgang Henseler sagte dem General-Anzeiger jetzt, die Umsetzung eines solchen Konzepts, die Ausweitung der baulichen Nutzung mit zusätzlichen Bauten im Außenbereich und Landschaftsschutzgebiet sei "nicht gewünscht und planungsrechtlich nicht realisierbar". Bestandsschutz gelte nur für die frühere Nutzung als Hotel, Restaurant und Wohnhaus. Und weiter: "Irgendwann muss ich mir Gedanken über eine Abrissverfügung machen, wenn ein Gebäude im Außenbereich über mehrere Jahre nicht genutzt wird. Dort steht mittlerweile eine Ruine."

Stadt versuchte ins Gespräch zu kommen

Die Stadt habe in den vergangenen drei Jahren immer wieder versucht, mit Marion Meyer ins Gespräch zu kommen, damit sie ein neues Konzept vorlege. Doch ein solches liege der Stadt bis heute nicht vor, geschweige denn ein Bauantrag. Stattdessen habe die Eigentümerin stets Kritik an der Ablehnung ihres Konzepts geäußert. An den Rahmenbedingungen wird sich laut Henseler auch so schnell nichts ändern. Der Rhein-Sieg-Kreis prüfe derzeit sogar eine noch stärkere Unterschutzstellung des Areals um den Heimatblick. Henseler abschließend: "Es wäre fatal, wenn in dieser wunderschönen Lage keine vernünftige Nutzung machbar wäre."

Das Projekt hat Marion Meyer mit ihrer Ideengeberin Edeltraud Cebulla entwickelt. Die Vision für die Umgestaltung des Heimatblicks samt seiner Gärten und Anlagen sei "aus Ehrfurcht vor der Schöpfung und dem Leben sowie der Verpflichtung gegenüber künftigen Generationen" entstanden, hieß es im Konzept von 2016. Menschen unterschiedlichen Alters, Herkunft und Religionen sollten dort friedlich und respektvoll miteinander umgehen.

Besucher und Seminarteilnehmer sollten die Schönheit der Natur und die Einfachheit des Lebens kennenlernen, ökologisch bewusst verbrauchen und Ressourcen sparen lernen. Wesentlicher Baustein des Konzepts ist die Mitwirkung der Gäste im Selbstversorgergarten, in der Küche oder im Waldkindergarten.

Tagungen und Seminare

Es sollten Tagungen und Seminare zu ethischen, spirituellen, kulturellen, gesellschaftspolitischen und ökologischen Themen angeboten werden. Geplant waren ein Ausflugscafé mit Terrasse und Biergarten, ein Tagungsrestaurant, auch für private, geschäftliche und kulturelle Veranstaltungen, ein Tagungshotel mit der Möglichkeit, auch in der Natur (etwa in Baumhäusern) zu übernachten, ein Gesundheitsresort mit Wellness-Bereich, Naturschwimmteich, Salzgrotte und Heilgarten. Weitere Ideen: ein Erdkeller, ein Waldgartensystem mit Wasserzyklus, Komposttoiletten, Terrassen- und Hügelbeete, Streuobstwiesen, Naturhecken, ein großes Biotop, ein Wasserspeicher, ein Selbstversorgergarten, ein Kräutergarten, Insektenhotels, eine Heimat für Bienen und ein Heim für Tiere.

Zum aktuellen Sachstand wollte Marion Meyer gegenüber dem GA keine Stellungnahme abgeben. Nur so viel: Die Pläne würden derzeit überarbeitet.