Masterplan Rheinaue: Darum tut sich nichts am Bornheimer Rheinufer

Masterplan Rheinaue : Darum tut sich nichts am Bornheimer Rheinufer

Der Masterplan Rheinaue sollte das Rheinufer in Hersel neu gestalten. Doch zur Umsetzung fehlen der Stadt Bornheim die Mitte. Einen neuer Antrag auf Förderung will sie im Herbst stellen.

Seit der Turn- und Sportverein (TuS) Germania Hersel im Juni 2015 sein letztes Pflichtspiel auf dem Tennenplatz am Rhein vollzogen und auf dem Kunstrasenplatz an der Erftstraße eine neue sportliche Heimat gefunden hat, bietet sich Spaziergängern beim Blick auf den alten Fußballplatz ein wechselhaftes Bild: Mal ist die rote Asche von Unkraut überwuchert, mal macht sie einen recht gepflegten Eindruck und wirkt, als warte sie nur darauf, dass wieder Lederbälle und Stollenschuhe über sie hinwegfegen.

Dass die Stadt die „spontane Selbstbegrünung“ des Areals in regelmäßigen Abständen beseitigen lässt, hat allerdings einen anderen Grund: „Wir müssen schauen, dass sich die Fläche nicht zu einem Biotop entwickelt, und der Umsetzung der Planungen zum Masterplan Rheinaue dann eventuell Fragen des Artenschutzes entgegenstehen“, erläutert Wolfgang Paulus, Leiter des Umwelt- und Grünflächenamts der Stadt Bornheim. Außerdem wäre der Aufwand, die Fläche nach Jahren wieder zu bearbeiten höher, als wenn man sich regelmäßig darum kümmerte, sagt Paulus.

Beide Argumente lassen vermuten, dass es bis zur Umsetzung des Masterplans Rheinaue, der 2016 beschlossen wurde und in dessen Planung auch die Herseler Bürger mit ihren Wünschen und Bedenken einbezogen wurden, noch einige Zeit ins Land gehen könnte. Es sei aber nicht so, dass nichts passiere, erläutert Paulus auf GA-Nachfrage.

Naherholung und Auenlandschaft

Im Wesentlichen geht es um zwei Planbereiche: Der Abschnitt zwischen dem alten Sportplatz und der Stadtgrenze zu Bonn soll Auenlandschaft und Ausgleichsfläche bleiben soll; dort ist auch die Trennung von Leinpfad und Auenweg in Fuß- und Radweg vorgesehen. Im anderen Abschnitt vom Sportplatz bis zum Gelände des Fischervereinshauses soll der Zugang zum Rhein und die Stellplatzsituation verbessert werden.

Der ehemalige Sportplatz wird durch den Leinpfad, der diagonal durch das Areal führen soll, in zwei Bereiche getrennt: zum Rhein hin soll die Fläche der stillen Naherholung, beispielsweise mit einer Boulebahn dienen, in Richtung Bayerstraße ist eine Ausgleichsfläche mit einer artenreichen Mähwiese und Baumgruppen angedacht.

Beschlossen wurde, dass der Masterplan Rheinaue als Grundlage für die weitere Entwicklung des Bereichs dienen soll. Außerdem wurde der Bürgermeister damit beauftragt, zu prüfen, ob Fördermittel von außerhalb verfügbar sind. Denn die Kosten für das Gesamtprojekt, die laut Paulus bei etwa zwei Millionen Euro liegen, kann die Stadt nicht stemmen.

Bisher kein Förderantrag bewilligt

Allerdings erweist es sich als langer Prozess, Fördermittel zu gewinnen: Die Hoffnung auf das Landesprojekt „Grüne Infrastruktur NRW“ wurde enttäuscht. Der große Aufwand, der in das dazugehörige integrierte Handlungskonzept gesteckt worden war, wurde nicht belohnt.

Den nächsten Versuch startete die Stadt beim Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“, der Förderung für Städte und Gemeinden bereitstellt. Hier bescheinigte die Bezirksregierung Köln laut Paulus zwar die Förderungswürdigkeit des Projekts, jedoch mangelte es der bisherigen Planung an einer konkreten Kostenaufstellung.

Diese ließ die Stadt Paulus zufolge nun für rund 100.000 Euro vom S+P Planungsbüro erstellen. So soll zum September eine belastbare Kostenrechnung vorliegen, mit der erneut eine Förderung beantragt werden kann, sagt der Umweltamtsleiter. Die Chancen bewertet er mit wegen weiterer Mitbewerber als „Fifty-Fifty“.

Sollte es eine Gesamtförderung für das Projekt geben, würde eine Prioritätenliste der einzelnen Maßnahmen erstellt und diese dann nacheinander abgearbeitet. „Wir müssen dicke Bretter bohren“, ist Umweltamtsleiter Paulus überzeugt.

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