Unterbringung von Asylsuchenden in Bornheim: Container sollen überflüssig werden

Unterbringung von Asylsuchenden in Bornheim : Container sollen überflüssig werden

Der Verein Flüchtlingswohnraum Bornheim zieht in seiner ersten Mitgliederversammlung Bilanz. Ihr Ziel: Statt in Containern sollen Flüchtlinge in anderen Unterkünften untergebracht werden.

„Unser Bestreben ist es, die Unterbringung von Flüchtlingen in Containern mittelfristig überflüssig zu machen.“ Mit diesem Ziel gründeten Gerhard Thusek und seine Mitstreiter am 23. Februar 2016 den Verein Flüchtlingswohnraum Bornheim. Jetzt stand die erste Mitgliederversammlung auf dem Programm, bei der im Bornheimer Rathaus nicht nur die Bilanz der bisherigen Arbeit vorgestellt, sondern auch über Verbesserungsmöglichkeiten diskutiert wurde.

Helfer berichteten von ihren bisherigen Erfahrungen, über Schwierigkeiten und Hindernisse, aber vor allem auch über Familien, die nach monatelanger Flucht und Unterbringung in Übergangseinrichtungen endlich ihre eigene Wohnung beziehen konnten. „Sprache, integrierter Wohnraum und Arbeit sind die Kernpunkte, damit Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, nicht in Trostlosigkeit oder Kriminalität abrutschen“, ist der zweite Vorsitzende des Vereins, Hans-Peter Heck, überzeugt.

„Im Container sind die Leute Flüchtlinge, in einer Wohnung werden sie – auch in ihrer eigenen Wahrnehmung – wieder zu ganz normalen Menschen“, beschreibt Beisitzerin Isabelle Lütz die Bedeutung der eigenen vier Wände. Mittlerweile sind 22 Vereinsmitglieder damit beschäftigt, integrativen Wohnraum zu akquirieren, zu organisieren und zu renovieren. Zusätzlich sind 18 Flüchtlinge aktiv, die bei der Instandsetzung und Möblierung der Häuser und Wohnungen Hand anlegen.

Es werden noch Helfer gesucht

Seit seiner Gründung hat sich der Verein mit rund 100 Objekten befasst, zehn davon konnten bisher für rund 75 Menschen gewonnen werden. Bei einigen Immobilien steht der Verein noch in Verhandlung mit den Besitzern. Das erste vermittelte Einfamilienhaus in Merten konnte bereits im März von einer irakischen Familie bezogen werden.

In drei Objekten wurde umfangreich renoviert, in drei Fällen hat der Verein lediglich beraten und vermittelt. In Sechtem, wo insgesamt drei Häuser vermittelt wurden, sollen in einem großen Haus Ende des Jahres 20 bis 25 Personen Platz finden. Dringend benötigt der Verein weitere ehrenamtliche Unterstützung.

„Wir brauchen Menschen, die handwerklich versiert sind und über ,Tagesfreizeit' verfügen, um Flüchtlinge bei Renovierungsarbeiten anzuleiten und die Arbeiten zu organisieren“, erklärt Thusek. Aber auch Fahrer werden gesucht, die Helfer und Material zur Baustelle bringen können oder die Möblierung organisieren. Zudem wäre es hilfreich, wenn man die Internet- und Annoncenrecherche sowie die Erstgespräche mit den Eigentümern bündeln könnte.

„Bei manchen Objekten waren wir schlichtweg zu langsam“, berichtet Gerhard Thusek. Wichtig sei bei der Suche nach geeigneten Wohnungen oder Häusern auch die Mithilfe der Bevölkerung, der Ortsvorsteher und der Vereine.

Die Katholische Frauengemeinschaft etwa sei sehr aktiv und habe schon viele gute Hinweise geben können. „Wenn ein älterer Mensch beispielsweise sein Haus aufgibt, um in ein Altenheim zu ziehen, sind die Angehörigen oft froh, die Immobilie für einen gewissen Zeitraum vermieten zu können, um sie anschließend selbst zu beziehen“, meint Thusek. „Es ist durchaus möglich, den Zeitraum der Nutzung zu begrenzen.“

Auch könne der Eigentümer entscheiden, ob er an die Stadt vermieten wolle oder an die anerkannten Flüchtlinge, für die das Jobcenter zuständig ist. „All dies muss Interessenten vermittelt werden“, weiß Thusek.

Info und Kontakt: Flüchtlingswohnraum Bornheim, E-Mail: wohnraum@fluechtlingshilfe-bornheim.de