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Flüchtlinge in Waldorf: Container soll am Feldchenweg entstehen

Flüchtlinge in Waldorf : Container soll am Feldchenweg entstehen

Ab April soll in Waldorf eine Unterkunft für 100 Flüchtlinge entstehen. Der Bezugstermin soll im Juni sein.

Ein weiteres Bürgergespräch zum Thema „Unterbringung von Flüchtlingen“ fand am Dienstagabend in der Aula der Waldorfer Nikolaus-Schule statt. Bürgermeister Wolfgang Henseler, der Erste Beigeordnete Manfred Schier und Ortsvorsteherin Helga Bandel informierten die rund 60 Anwesenden über die geplante Unterkunft, die auf einem 5900 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Feldchenweg und Blumenstraße (L 183) entstehen soll.

Rund 100 Menschen sollen in den Containerbauten Platz finden, die sich in drei Wohneinheiten zu je 30 bis 35 Personen aufgliedern. Für die Zimmer ist eine Dreierbelegung angestrebt, pro Wohneinheit stehen den Asylbewerbern ein Aufenthaltsraum, eine Küche und ein Sanitärbereich zur Verfügung. Die Container werden 4000 Quadratmeter des Areals in Anspruch nehmen. Der Beginn der Erdarbeiten ist für April angepeilt, der Bezug könnte im Juni erfolgen.

Auf eine Anregung einer Anwohnerin hin, die den „katastrophalen Zustand“ und die fehlende Beleuchtung des Feldchenwegs bemängelte und vorschlug, diesen im Zuge der Maßnahmen instand zu setzten, gingen Henseler und Schier ein. „Wir hätten nichts dagegen“, sagte der Bürgermeister und regte an, alle Anwohner einzuladen, um ein Meinungsbild einzuholen.

Bisher herrscht in Sachen Instandsetzung aufgrund von möglicher Kostenbeteiligung offenbar Uneinigkeit unter den Anliegern. Manfred Schier verwies auf das Straßenbauprogramm, in dem avisierte Maßnahmen nach Priorität aufgelistet sind und in dem der Feldchenweg bislang nicht an vorderer Stelle stehe. Hier sei es Aufgabe des Stadtrates, über die Dringlichkeit der Umsetzung zu entscheiden. Weitere Fragen der Bürger bezogen sich auf die Sicherheit und auf die Betreuung der Einrichtung durch Sozialarbeiter.

Manfred Schier erklärte, die Anlage werde „bestreift“, also in unregelmäßigen Abständen Tag und Nacht angefahren. Die Leiterin der Nikolaus-Schule, Petra Domscheit, machte deutlich, dass ein Sozialdienst in der Einrichtung wünschenswert wäre, um einen festen Ansprechpartner für Schulen oder Kindergärten vor Ort zu haben. Es sei zu überlegen, wie dies in der Unterkunft zu lösen sei, nahm Henseler die Forderung auf. Grundsätzlich kommen nach derzeitigem Schlüssel 100 Flüchtlinge auf einen Sozialarbeiter.

Angedacht ist ein „Tag der offenen Tür“

Mit Nachdruck forderte eine Ehrenamtliche angesichts 100 zusätzlicher Personen im Ort mehr Unterstützung. „Wir laufen jetzt schon auf dem Zahnfleisch.“ Bisher leben in Waldorf 51 Zufluchtsuchende.

Umgesetzt werden soll die Idee eines Anwohners, vor dem Bezug der Anlage einen „Tag der offenen Tür“ zu organisieren, bei dem sich Nachbarn und Interessierte die Einrichtung anschauen können. „Dabei werden wir die Nachbarn auch mit den Kontaktdaten der wichtigsten Ansprechpartner versorgen“, sagte Henseler.

Dringlich ist die Errichtung großer Container-Unterkünfte, wie sie nun bald in Sechtem und Waldorf entstehen, weil im April 200 Plätze in der Erntehelfer-Unterkunft „Am Ühlchen“ wegfallen (der GA berichtete). Auch die Turnhalle der Johann-Wallraf-Grundschule in Bornheim, in der 150 Menschen unterkommen können, soll ab Sommer wieder der Schule und den Vereinen zur Verfügung stehen. 2017 ist die Errichtung von Festbauten für 100 Personen in Bornheim und Walberberg geplant. Mittelfristig sollen Festbauten die Containerunterkünfte ablösen und als Sozialwohnungen über Jahrzehnte zur Verfügung stehen.