Kommentar zum Bornheimer Wasser: Chance nutzen

Kommentar zum Bornheimer Wasser : Chance nutzen

In der Diskussion um die Wasserversorgung in Bornheim wird es nicht zu einem Rechtsstreit kommen. Das hat der Stadtrat mehrheitlich entschieden.

Jetzt sind die Bürger am Zug. Beim Bürgerentscheid am 20. November können sie darüber abstimmen, ob die Stadt Bornheim ihre jetzige Form der Wasserversorgung mit 75 Prozent Wasser vom Wasserbeschaffungsverband Wesseling-Hersel (WBV) und 25 Prozent Wasser vom Wahnbachtalsperrenverband (WTV) beibehalten soll oder nicht. Und sie sollten diese Chance nutzen.

Seit nunmehr drei Jahren diskutieren die Lokalpolitiker darüber, ob die Stadt auf eine Vollversorgung mit dem weicheren, aber teureren Wasser des WTV umsteigen soll. Viel Geld wurde für Gutachten zu rechtlichen, technischen und finanziellen Fragen ausgegeben, doch weder die Befürworter eines Wechsels (CDU, Grüne, ABB und Piraten) noch die Gegner(SPD, UWG, FDP, Linke) rücken von ihrer Meinung ab. Die einen argumentieren, dass sich bei weicherem Wasser Wasch- und Reinigungsmittel und damit Kosten sparen lassen. Die anderen meinen, dass dies den teureren Preis nicht ausgleiche und das härtere Wasser ebenso gut sei.

Eine gewisse Klarheit bringt nun die Entscheidung des Rats, keinen Rechtsstreit um den Beschluss von Januar anzustrengen. Der sah eigentlich schon den Umstieg auf eine WTV-Vollversorgung vor. Die Kommunalaufsicht hat dies aber für rechtswidrig erklärt. Da der Rat nun nicht weiter dagegen vorgeht, ist diese Option somit vom Tisch.

Und so kommt auch gleich wieder Unwägbarkeit ins Spiel: Stimmt im Bürgerentscheid die Mehrheit für „Nein“, also gegen eine Beibehaltung der jetzigen Versorgung, wäre das als Wunsch für mehr weicheres Wasser zu werten. Dann müsste aber eine neue, rechtskonforme Lösung her, die es erst noch zu finden gälte.

Umso wichtiger ist es nun, dass möglichst viele Bürger zur Abstimmung gehen. Denn nur ein eindeutiges Votum für oder gegen eine Umstellung der Wasserversorgung kann ein klares Zeichen für Politik und Verwaltung setzen.

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