Theater im Kloster: Carsten Lesch verzauberte Publikum in Bornheim

Theater im Kloster : Carsten Lesch verzauberte Publikum in Bornheim

Nach der Show ging niemand gleich nach Hause. Nein, die Zuschauer saßen oder standen in Grüppchen beisammen und diskutierten die eine Frage: Wie hat er das gemacht? Denn was Carsten Lesch am Sonntagabend im Theater im Kloster zeigt, ist die perfekte Illusion.

"Schauen Sie mir in die Augen", sagt der Mentalist und Zauberkünstler etwa zu Gisela aus dem Publikum. Sie hat zuvor eine beliebige Seite aus einem Agatha-Christie-Buch aufgeschlagen und sich einen Gegenstand gemerkt.

"Machen Sie sich eine bildliche Vorstellung von dem Gegenstand. Wir lassen ihn jetzt zwischen uns schweben", instruiert der 33-Jährige sie. Dann tastet er sich an die Lösung heran. Eher leicht sei der Gegenstand, fest und nicht besonders groß. Er bestehe aus Glas, sei aber kein Gefäß. Ein Spiegel? Richtig, bestätigt ihm Gisela.

Jetzt erzählt Lesch eine Geschichte: Als Junge habe er einen Film von einem Kind gesehen, das am Morgen plötzlich blind war. Seitdem habe er die Fähigkeit entwickelt, mit den Augen anderer zu sehen. Mit Panzertape aus dem Baumarkt verklebt Lesch sich die Augen, lässt die Ränder von Zuschauer Ludek festdrücken, und setzt zur Sicherheit noch eine Stahlmaske auf.

Ludek sammelt drei Gegenstände von verschiedenen Zuschauern ein: Eine Fernbedienung, ein Namensschild und ein Hand-Desinfektionsmittel. Lesch legt ihm die Hand auf den Arm: Er kann alle drei Gegenstände beschreiben und benennen. Geburtsdaten, die Namen enger Freunde oder besondere Erlebnisse im Leben der Zuschauer: Der Magier scheint alles zu wissen.

Die Spannung steigt, als eine Zuschauerin vier Becher aufstellt. Unter einem ist ein massiver Nagel versteckt. Sie zuckt zusammen, als er anfängt, die Becher mit der bloßen Hand zu zerstören. Nur den mit dem Nagel spart Lesch aus, er verletzt sich nicht. Vor dem Nachahmen dieses Kunststücks warnt er. "Das ist gefährlich, unzählige Videos im Internet beweisen das."

Die 20 Zuschauer zog er mit seiner Show in den Bann. Es entstand eine dichte und spannungsgeladene Atmosphäre. Dazu trug auch die Musik bei, die der Mentalist passgenau auf seine Show abgestimmt hatte.

Insgesamt zwei Jahre hat Lesch laut eigener Aussage an seinem aktuellen Programm gearbeitet, das er zukünftig beständig weiterentwickelt. "Ich will Faszination wecken und die Zuschauer mitnehmen in die Welt der Gedanken", so der Künstler. "Das macht mir mehr Spaß, als weiße Kaninchen über die Bühne hoppeln zu lassen."