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Breniger Stationenweg in Bornheim: Sanierung des 160 Jahre alten Kreuzweges

160 Jahre alter Kreuzweg : Pfarrgemeinde saniert Stationenweg in Bornheim

Bis weit über die Grenzen der Stadt Bornheim hinaus bekannt sind die 14 Bildstöcke des knapp 1200 Meter langen Kreuzweges, der sich von Bornheim bergauf nach Brenig schlängelt. Die Stiftung Sankt Evergislus saniert das 160 Jahre alte Ensemble.

Das erste Mal seit 2001 wird an Karfreitag niemand den Kreuzweg von Bornheim über den Stationenweg bis hinauf zur Pfarrkirche Sankt Evergislus in Brenig gehen und dort zum Abschluss vor dem „Heiligen Grab“ beten. Die Corona-Krise unterbricht diese Tradition.

Derzeit saniert die Pfarrgemeinde den Kreuzweg und ruft über die Stiftung Sankt Evergislus zu Spenden auf. Wie Bruno Schrage vom Vorstand der Stiftung mitteilt, habe eine Projektgruppe bestehend aus Jürgen Krauss, Michael Roggendorf, Peter Schmitz sowie Herbert Lemmen die Schäden an den Stationen des historischen Kreuzwegs dokumentiert. Das weitere Vorgehen sei mit den Denkmalschutzbehörden abgestimmt.

Die stark in Mitleidenschaft gezogenen Spruchtafeln sollen durch haltbare Natursteinplatten ersetzt werden. Waren die biblischen Sprüche bisher auf gestrichene Hartfaserplatten geklebt, werden diese künftig von einem Steinmetz in Natursteinplatten gearbeitet. Den Austausch erbringt die Projektgruppe in Eigenleistung. „Das wird 2000 bis 3000 Euro einsparen“, schätzt Schrage. „Wir werden also selbst richtig anpacken, aber das alleine wird nicht reichen.“

Stiftung braucht Spenden für weitere Sanierungen

Für weitere Sanierungsschritte benötigt die Stiftung Spenden. Sobald die Finanzierung steht, werden die Arbeiten an den Stationen starten. Die Gesamtkosten werden sich auf etwa 9000 Euro belaufen, hat Jürgen Krauss vom Vorstand berechnet.

Bis weit über die Grenzen der Stadt hinaus sind die 14 Bildstöcke des knapp 1200 Meter langen Kreuzweges bekannt, der sich von Bornheim bergauf nach Brenig schlängelt. Von der ersten Station an der Kalkstraße erheben sich 14 Kreuzwegstationen entlang des Stationenwegs bis hinauf zum „Vorgebirgsdom“. Die geografische Grenze zwischen Brenig und Bornheim verläuft dabei zwischen der sechsten und siebten Station.

Der Baumeister verzichtete 1860 auf sein Honorar

Nach den Plänen des Bonner Kreisbaumeisters Paul Richard Thomann wurden die Stationshäuschen aus hartgebrannten Feldbrandziegeln um 1860 in Zusammenhang mit der Pfarrerhebung Bornheims im Jahr 1859 errichtet. Thomann verzichtete für dieses Projekt auf ein Honorar. Und nach dem Vorbild des Motiv- und Historienmalers Joseph von Führich aus der Düsseldorfer Nazarenerschule schuf der beauftragte Bildhauer Franz Scherf die Terrakotta-Reliefs mit dem Leidensweg Jesu.

Die kapellenartigen, bis zu vier Meter hohen Stationshäuschen stifteten Pfarrangehörige, die Einweihung folgte 1863. Renovierungen standen 1885 und 1922 an. Der Brühler Bildhauer Karl-Heinz Müller restaurierte in den 1990er Jahren die vom Salz angegriffenen und verwitterten Terrakotta-Platten. Die Textinschriften stellte Malermeister Hans Schieffer aus Merten wieder her. Zum Schutz der Bilder gegen Zerstörung wurden Glastürchen eingebaut. Die Finanzierung ermöglichten die Breniger Kirchengemeinde Sankt Evergislus, das Erzbistum Köln und diverse Spender.

Neben dem Kreuzweg gibt es in Brenig eine weitere Besonderheit: das „Heilige Grab“. Dessen Geschichte geht bis zum Anfang des vergangenen Jahrhunderts zurück. Da die Breniger ein heiliges Grab außerhalb des Gotteshauses haben wollten, sammelten die Männer aus dem Ort rund 1600 Mark.

Es entstand ein neugotischer Bau des „Heiligen Grabes“, der die Grablegung Christi mit den weinenden Frauen und den Lieblingsjüngern Jesu zeigt. Er wurde im Februar 1911 vom Breniger Pfarrer eingeweiht und kostete 2600 Mark.

Auf die Einmaligkeit des Ensembles Kreuzweg und Grab in der Region weist Bruno Schrage vom Kirchenvorstand hin. Auf dem Kreuzweg wird vorzugsweise in der Fasten- und Passionszeit gebetet, um sich der Leiden Christi zu erinnern.

Eine Prozession wird es in diesem Jahr nicht geben. Einzelnen Christen ist ein stilles Gebet auf dem Stationenweg natürlich gestattet.

Stifter: Ein Buchstabe kostet zehn Euro, eine Natursteinplatte 100 Euro und eine Platte mit Inschrift 450 Euro. Weitere Infos auf www.stiftung-sankt-evergislus.de.