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30 Jahre Bornheimer Junggesellenverein: Brauchtumspflege mit großer Party

30 Jahre Bornheimer Junggesellenverein : Brauchtumspflege mit großer Party

Samstagnacht-Fieber in Bornheim: Aus dem großen Festzelt vor der Europaschule klingen dumpfe Rhythmen; der Geruch von Gegrilltem lockt scharenweise schick gekleidete Besucher an. Grund für die Feier ist die Maiparty des örtlichen Junggesellenvereins, der bereits zum 30. Mal einlud.

Besonders anziehend wirkte in diesem Jubiläumsjahr der Auftritt des Schlagersängers Michael Wendler, der eineinhalb Stunden vor Mitternacht die Fieberkurve der Gäste steigerte. Solche Brauchtumspflege gehört im Vorgebirge dazu. Matthias Wölfinger ist als Erster Vorsitzender einer der Oberpfleger beim Bornheimer Junggesellenverein.

Er kümmert sich um den inneren Zusammenhalt des Männerbunds. Präsident Tobias Esch in schmuckem weißen Hemd und Hose repräsentiert den Verein mit grüner Schärpe nach außen, moderiert den Abend und schwingt Reden. Nicht fehlen darf auch Maikönigin Katharina Schwindt, die zusammen mit König Joachim Krings zu den Klängen der Bornheimer Vorgebirgsmusikanten feierlich einzog.

Die Königin ging aus der diesjährigen Mädchenversteigerung hervor, wie Wölfinger erklärte. Beide werden den Verein auf Festen und Veranstaltungen vertreten. Und natürlich gehört auch eine Fahne dazu, die bei festlichen Anlässen geschwenkt wird. Junggesellenvereine werden anderswo auch Burschenschaften genannt, was aber nichts mit den studentischen Burschenschaften zu tun hat. Es handelt sich meist um Zusammenschlüsse lediger junger Männer, die Tradition und Geselligkeit pflegen.

Manche bestehen seit mehreren hundert Jahren. In Bornheim entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg mit der "Gemütlichkeit" und "St. Hubertus" gleich zwei solche Clubs, die sich 1965 zusammenschlossen. 1973 war es erst einmal vorbei mit der Gemütlichkeit, der Verein wurde aufgelöst. Zehn Jahre später gründeten 18 junge Männer den "Freundschaftsbund" neu.

Heute ist er nach eigenen Angaben einer der mitgliederstärksten Junggesellenvereine der Region, der sich aufgrund des niedrigen Durchschnittsalters eine erfolgreiche Zukunft verspricht. Wer ein Teil davon werden möchte, muss mindestens 16 Jahre alt und darf nicht verheiratet sein. Dennoch gibt es mehrere Generationen im Verein, denn ältere und verheiratete Ex-Junggesellen werden der "Männerreih" zugeschlagen. Die steht Samstagnacht bei der Maiparty hinter dem Tresen.