Prominente Gäste: Botschafter zu Gast in Bornheim

Prominente Gäste : Botschafter zu Gast in Bornheim

Peter Mäsgen berät Hilfsorganisationen und Firmen, die sich in Afrika engagieren möchten. Regelmäßig reist er selbst in die entsprechenden Regionen oder empfängt die Vertreter in seinem Büro im Zentrum von Bornheim.

Auf dem kleinen Samtsofa im Büro von Peter Mäsgen haben schon Regierungsoberhäupter und Botschafter Platz genommen. Der Bornheimer vermittelt als freiberuflicher Berater zwischen Unternehmen und Hilfsorganisationen, die nach Afrika expandieren oder sich dort engagieren möchten, sowie den Ansprechpartnern vor Ort. Regelmäßig reist er daher selbst in die entsprechenden Regionen oder empfängt die Vertreter in seinem Büro im Zentrum von Bornheim. Dass Personenschützer dann auf der Straße warten, wenn hochrangiger Besuch anreist, fällt wohl nur den wenigsten Bornheimern auf.

Seine letzte Reise führte ihn erst kürzlich mit dem ghanaischen König Cephas Kosi Bansah nach Accra, in die Hauptstadt Ghanas. Auf Einladung des Ministry of Lands and Natural Resources sprach er mit dem dortigen Minister, um verschiedene Projekte seiner Auftraggeber anzustoßen und Kontakte zu knüpfen. Dabei begleitet ihn stets seine Ehefrau Habiba, die er 2008 in ihrem Heimatland Tansania kennenlernte. In diesem Monat feiern sie ihren zehnten Hochzeitstag. „Wir verhandeln immer gemeinsam“, erklärt Mäsgen.

Derzeit führt er für einen Autobauer Gespräche, um eine mögliche Expansion nach Tunesien oder Ghana zu ermöglichen. Ab Februar soll er für den Senior Experten Service, einer Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit, ein Berufsbildungszentrum in Tansania aufbauen. „Ich tue nichts für Firmen, die nur den Profit sehen“, sagt er. Ihm sei wichtig, dass die Unternehmen auch soziale Projekte fördern und einen Mehrwert für die Bevölkerung schaffen.

Bereits als Jugendlicher nach Afrika gereist

Die Faszination für Afrika geht bis in seine Kindheit zurück. „Meine Affinität zu Afrika ist mir in die Wiege gelegt worden“, sagt Mäsgen. In einer Nachbarstraße seines Elternhauses in Roisdorf befand sich die Botschaft von Abessinien, dem heutigen Äthiopien. Mäsgen spielte häufig mit den Kindern des Botschafters.

Schon als Jugendlicher plante er Reisen nach Afrika. Nach seiner Ausbildung an der Rheinischen Akademie in Köln zog er für seinen ersten Job nach Burkina Faso. Als Entwicklungshelfer für Misereor baute er zwei Jahre lang dort die Trinkwasserversorgung auf. Anschließend war er mehrere Jahre lang im Auftrag des Bischöflichen Hilfswerks quer über den afrikanischen Kontinent tätig und baute Bildungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche mit auf. Als Gast der Erzbischöfe saß er damals abends mit Ministern oder gar Staatsoberhäuptern am Tisch. Die dadurch entstandenen Kontakte nutzt er jetzt als freiberuflicher Berater. „Durch meine Verbindungen ist es möglich, die administrativen Dinge zu minimieren“, erklärt Mäsgen.

Auf dem Globus in seinem Arbeitszimmer sind die Länder auf dem afrikanischen Kontinent mit bunten Punkten markiert, die er bereits bereist hat. „Ich habe irgendwann aufgehört, mich einzulesen, sondern mich einfach eingelassen“, erzählt er. Gemeinsam mit seiner Frau hat er ein Haus in Tansania. Dort hat er ein Schild – in Anlehnung an die Ständige Vertretung in Berlin – mit der Aufschrift „Rheinland – Ständige Vertretung“ angebracht, wie Habiba stolz auf einem Foto zeigt. Einmal nach Afrika gereist, bleibe man immer mit dem Kontinent verbunden, beschreibt Mäsgen seine Faszination und Motivation.

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