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Stolperfalle statt Gehweg: Bornheimer Seniorenbeirat überprüft Barrierefreiheit

Stolperfalle statt Gehweg : Bornheimer Seniorenbeirat überprüft Barrierefreiheit

Der Weg durch die Bornheimer Orte ist für ältere Menschen oft ein Hindernisparcours: Da sind die Bürgersteige nicht breit genug für Rollstühle und Rollatoren oder übersäht mit Schlaglöchern, die den Gang zum Geschäft oder Friedhof zu einem gefährlichen Unterfangen machen.

Oder aber es sind überhaupt keine Gehwege vorhanden. Auch das ist keine Seltenheit, wie die Mitglieder des Seniorenbeirats festgestellt haben. Aufgefallen sind ihnen diese Dinge bei Begehungen der 14 Bornheimer Orte sowie der fünf Seniorenheime.

Seit Ende des vergangenen Jahres waren die Senioren unterwegs, haben die Bürgersteige und Straßen genau unter die Lupe genommen - und dabei akribisch alles aufgeschrieben, was ihnen unter den Gesichtspunkten Barrierefreiheit und Seniorenfreundlichkeit aufgefallen ist. Denn: Diese Punkte seien wichtig, damit auch ältere Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Herausgekommen ist eine lange Liste.

"Es ist etwas Außergewöhnliches, weil sich zum ersten Mal jemand die Mühe gemacht hat, umfassend darzustellen, wo es hapert", sagte die Vorsitzende Helga Frechen bei der Vorstellung der Mängel bei der jüngsten Sitzung des Seniorenbeirats. Beiratsmitglied Horst Braun-Schoder: "Man ist schon erstaunt, was alles im Argen ist."

  • Gehwege: Problematisch seien generell die Bürgersteige. So haben die Senioren festgestellt, dass in den alten Ortskernen die Wege meist viel zu schmal sind. Aufgrund der engen Bebauung seien aber kaum Verbreiterungen möglich. Der Vorschlag: Die Bürgersteige mit einer Markierung auf der Straße zu erweitern. Das sei notwendig, da die Autofahrer kaum Verständnis dafür hätten, dass ältere Menschen auf der Straße gingen, weil es am Rand nicht möglich sei, sagte Braun-Schoder. Auch fehlten an allen Straßeneinmündungen Bordsteinabsenkungen, die unverzichtbar sind, damit die Senioren auf die Gehwege kommen. Hinzu kommen Wurzeln und Schlaglöcher als Stolperfallen, zum Beispiel in Uedorf an der Altmühlstraße oder in Hersel an der Richard-Piel-Straße.
  • Querungshilfen: Auch an Überwegen mangelt es. Sie sind nötig, weil die Gehwege sich teilweise auf unterschiedlichen Straßenseiten befinden. Die Senioren wünschen sich beispielsweise Zebrastreifen auf der Bonner Straße in Roisdorf hinter dem Wohnstift Beethoven zur Verkehrsinsel sowie in Sechtem auf der Brüsseler Straße in Höhe der katholischen Kirche.
  • Treppen und Rampen: Sie sind laut den Senioren vor allem in den Rheinorten ein Problem. So seien die Auf- und Abgänge zum Rhein in Hersel wegen der Höhe der Böschung schwierig; in Widdig sei die Abfahrt am Lichtweg nicht abgesichert. Zudem sind in Widdig Stufen zum Leinpfad abgebrochen und zugewachsen. Ein extremes Beispiel hatte auch Rainer Klar aus Dersdorf im Gepäck: "Bei uns muss eine Bewohnerin mit ihrem Rollator immer nach Waldorf gehen, weil sie in Dersdorf wegen der Treppe nicht in die Bahn einsteigen kann." Schwierig ist auch der Zugang zu verschiedenen Veranstaltungsorten, wie der alten Schule in Hemmerich oder der Mehrzweckhalle in Widdig.

Die größten Mängel werden nun an den Planungsausschuss weitergereicht, damit dieser die Verwaltung beauftragen kann, sie zeitnah zu beseitigen. "Wir müssen uns aber im Klaren sein, dass es eine immense Liste ist", machte Helga Frechen deutlich. Sie werde wahrscheinlich nicht schnell abgearbeitet. "Aber es ist ein erster Schritt." In einem zweiten sollen dann Bahn und Verkehr auf Seniorentauglichkeit getestet werden.