Stadtentwicklung im Vorgebirge: Bornheimer Grüne stellen Zukunftskonzept vor

Stadtentwicklung im Vorgebirge : Bornheimer Grüne stellen Zukunftskonzept vor

Weniger Ausweisung von Wohngebieten und Gewerbeflächenmanagement: Unter dem Titel „Bornheim 2030“ stellen die Grünen ihre Visionen für eine nachhaltige Stadtentwicklung vor.

Wie soll es sich künftig im Vorgebirge leben und arbeiten? Antworten auf diese Frage soll das Thesenpapier „Bornheim 2030: Visionen für eine grüne Stadtentwicklung“ geben, das die Partei jetzt im Ratssaal des Rathauses vorgestellt hat.

Nach einjähriger Vorarbeit mit Veranstaltungen und Expertenanhörungen zu den Themen Mobilität, Infrastruktur, Bornheim als drohende Megacity, Umweltschutz, Flächenverbrauch und bezahlbarer Wohnraum legten die Grünen nun ein vorläufiges Zwischenergebnis vor. Zusammengekommen sind 16 Eckpunkte, die als Impulse zum Meinungsaustausch innerhalb der Bürgerschaft sowie als Diskussionsgrundlage mit den anderen Ratsparteien gedacht sind. Anvisiert ist letztlich die Erarbeitung und Verabschiedung eines überparteilichen Masterplans.

„Ein langfristig und nachhaltig angelegtes Konzept zur Stadtentwicklung sollte parteiübergreifend zustimmungsfähig sein, damit es nach der nächsten Kommunalwahl nicht wieder gekippt werden kann“, unterstrich Dirk Reder, Vorstandssprecher und Hauptautor des Papiers. Einzelne Schwerpunkte wollen die Grünen allerdings noch ausbauen und zur Grundlage ihres Programms für die Kommunalwahl 2020 machen.

Diskussionsgrundlage mit den anderen Ratsparteien

Mit Blick auf den steten Zuzug aus der Region und die wachsende Konkurrenz von Wohnen, Gewerbe, Landwirtschaft, Verkehr und Naturschutz um die knapper werdenden Flächen „hat Bornheim immer nur reagiert, statt eigene Ziele zu entwickeln. Damit muss Schluss sein. Bornheim muss das Heft des Handelns wieder in die Hand nehmen und den gedankenlosen Flächenfraß beenden“, betonte Reder vor rund 70 Zuhörern.

So sei es „eminent wichtig“, den Flächenverbrauch sowohl bei der Ausweisung von Wohngebieten als auch bei der Ansiedlung von Gewerben zu minimieren. Bei der Vergabe von Gewerbeflächen wollen die Grünen Abhilfe schaffen durch ein künftiges Gewerbeflächenmanagement. „Denn wenn Porta und Bauhaus in Roisdorf Tiefgaragen statt Parkplätze gebaut hätten, hätte man doppelt so viele Unternehmen auf den knappen Gewerbeflächen ansiedeln können“, begründete Reder die Überlegung seiner Partei. Und auch im Wohnungsbau könnten Flächen durch kompakteres Bauen und mehr Verdichtung in Städten und Ortsteilen eingespart werden.

„Weil allerdings die Infrastruktur wie Kitas, Schulen, ÖPNV und Straßen hinter der Entwicklung der Wohnbevölkerung herhinkt, müssen wir das Wachstumstempo drosseln. Wir müssen vielleicht sogar eine Obergrenze festlegen“, forderte Reder. Um die Landflucht, laut Reder eine der Ursachen für immer weiter wachsende Städte, in den Griff zu bekommen, sei ein Gesamtkonzept für die Region Köln/Bonn erforderlich. Denn so könnte die Ausweisung von Bau- und Gewerbegebieten gemeinsam erfolgen. Ihren Niederschlag im Thesenpapier finden auch die typisch grünen Positionen zu Naturschutz, Verkehr und zur „Energiestadt Bornheim“.

„Fragen zu Wohnraum und Verkehr lassen sich nicht mehr im Kirchturmdenken verwirklichen. Wir haben jetzt die Möglichkeit, eine Stadt zu planen, um in einem landschaftlich schönen Bornheim zu wohnen. Wir planen heute für die Enkelgeneration“, machte Mona Neubaur, seit 2014 NRW-Landesvorsitzende der Grünen, deutlich. „Bornheim hat die Verantwortung für die Schönheit der Stadt. Dazu gehört auch, den Charakter der Dörfer beizubehalten“, ergänzte Madeleine Will, Vertreterin des Seniorenbeirats im Stadtentwicklungsausschuss.

Christoph Becker, ehemaliger Leiter der Europaschule und unabhängiger Bürgermeisterkandidat für die Kommunalwahl im nächsten Jahr, fand den Ansatz einer parteiübergreifenden Konzeption gut. „Am Anfang jeder Veränderung steht die Idee, und zwar die Idee, etwas Neues zu denken und sich in diese Richtung zu bewegen. Vielleicht sollte man nach dem Beispiel Potsdams über ein Leitbild für Bornheim nachdenken.“

Das Thesenpapier findet sich im Internet unter www.gruene-bornheim.de.

Mehr von GA BONN