Wasser aus Wahnbachtalsperre : Wasserpreis soll in Bornheim steigen

Ab dem Jahr 2020 wird mehr Wasser aus der Wahnbachtalsperre in das Bornheimer Wasser eingespeist. SPD-Ratsherr Harald Stadler will das verhindern.

Um die mitunter heftig ausgetragene Debatte um die Bornheimer Wasserversorgung war es ruhig geworden. Das könnte sich aber nun ändern. Schließlich werden sich die Mitglieder des Bornheimer Betriebsausschusses am Mittwoch, 13. November, mit einer geplanten neuerlichen Erhöhung der Wasserpreise auseinandersetzen. Dies hat unmittelbar mit der im Juli 2017 nach langem Hin und Her beschlossenen Umstellung der Wasserversorgung im Stadtgebiet zu tun. Für die Verbraucher dürfte es ab dem kommenden Jahr somit wieder teurer werden, wenn Wasser aus den Hähnen läuft.

Die Ausgangslage:

Im Juli 2017 hatte es zwei Entscheidungen des Stadtrats zum Bornheimer Wasser gegeben: 36 Ratsmitglieder von CDU, Grünen und SPD hatten dafür votiert, die Wasserversorgung bis Ende 2017 auf ein Mischungsverhältnis von 60 Prozent Wasser vom Wasserbeschaffungsverband Wesseling-Hersel (WBV) und 40 Prozent Wasser vom Wahnbachtalsperrenverband (WTV) umzustellen. Bis dahin war ein Gemisch von 75 Prozent WBV- und 25 Prozent WTV-Wasser aus den Hähnen geflossen. FDP, UWG sowie SPD-Ratsherr Harald Stadler hatten dagegen gestimmt; die Linke und Bürgermeister Wolfgang Henseler (SPD) hatten sich enthalten.

Mit einem zweiten Antrag - 24 Ja- zu 22 Nein-Stimmen bei Enthaltung von Henseler - hatten CDU und Grüne weitergehend durchgesetzt, bis 2020 sukzessive auf ein Wasserverhältnis von 50:50 umzustellen. WTV-Wasser ist weicher als das des WBV - das bedeutet weniger Verkalkungen und Waschmittelverbrauch -, aber auch teurer im Einkauf: knapp 60 Cent pro Kubikmeter zu 29 Cent.

Der Wasserpreis:

Aktuell kostet das Wasser in Bornheim 1,82 Euro pro Kubikmeter (1,71 Euro Grundpreis plus Mehrwertsteuer). Dieser Preis gilt seit Januar 2018. Die damalige Erhöhung hatte mit der ersten Veränderung bei der Wasserzusammensetzung auf 60:40 zu tun. Wie die Stadtverwaltung nun in den Sitzungsunterlagen für den Betriebsausschuss darlegt, soll der Preis zum 1. Januar 2020 auf 1,89 Euro pro Kubikmeter (1,77 Euro Grundpreis zuzüglich Mehrwertsteuer) steigen.

Begründet wird das mit dem nächsten anstehenden Wechsel beim Bornheimer Wasser hin zu den von CDU und Grünen gewünschten 50:50. Nach Angaben der Stadt liegt das nicht nur daran, dass sie rund 72.000 Euro mehr fürs Wasser ausgeben muss, weil sie eben mehr vom teureren WTV-Wasser und weniger vom günstigeren WBV-Wasser kauft. Ebenso fallen weitere Kosten in Höhe von gut 62.000 Euro an. Hierbei geht es um die fachliche Begleitung des Wasserwechsels. Es wird untersucht, wie sich das neue Mischungsverhältnis chemisch auf die Leitungen auswirkt, um Korrosion vorzubeugen. Eine Erhöhung der Gebühren für die Wasserzähler sei nicht vorgesehen, sagte Bürgermeister Wolfgang Henseler auf GA-Anfrage. Die Verbrauchspreise würden regelmäßig nachkalkuliert, eine weitere Erhöhung aufgrund des Wasserwechsels werde es aber nicht geben.

Der Antrag:

Auf der Tagesordnung des Betriebsausschusses steht nicht nur die Entscheidung zur Erhöhung der Wassergebühren, sondern auch ein Antrag von Harald Stadler, SPD-Ratsherr und Vorsitzender des Roisdorfer Gewerbevereins. Er will, unabhängig von seiner Fraktion, erreichen, dass die Preiserhöhung nicht kommt und das Wassergemisch beim aktuellen 60:40-Verhältnis bleibt. Stadler gehört zu den größten Gegnern des Wasserwechsels. Die Mehrkosten seien "ohne erkennbaren Nutzen für den Verbraucher", schreibt er in einer Pressemitteilung im Namen des Gewerbevereins. Es gehe nur um die "Zufriedenstellung der Ideologie unserer 'Weichwasserfreunde' im Stadtrat".

Überdies habe es, so Stadler, beim Härtegrad, dem eigentlichen Grund für die Umstellung, keine wesentliche Änderung gegeben. In der Tat weist eine Darstellung der Stadt in den Ausschussunterlagen keine großen Veränderungen auf (siehe Grafik). Laut Henseler war klar, dass das Bornheimer Wasser weiterhin im mittleren Härtegrad liegen würde. Dieser sei aber schon ein Stück nach unten gegangen. Weiter meint er, dass es viele Kommunen gebe, die die Vorgebirgsstadt um eine mittlere Wasserhärte beneideten. Die Wasserdebatte sei "eine spezielle Bornheimer Diskussion".

Das Schmutzwasser:

Stadler weist noch darauf hin, dass die Erhöhung der Wasserpreise auch im Kontext des Abwassers zu betrachten sei. In der Tat soll der Verwaltungsrat des Stadtbetriebs Bornheim (SBB) am 14. November eine Erhöhung der Schmutzwassergebühr von 3,29 Euro auf 3,33 Euro pro Kubikmeter absegnen - ebenso wie eine Erhöhung der Niederschlagswassergebühr von 1,71 Euro auf 1,74 Euro für jeden Quadratmeter bebauter und/oder befestigter Fläche. Begründet wird das mit einer steigenden Erftverbandsumlage sowie neuen gesetzlichen Regelungen bei der Bekämpfung von Ratten und Mäusen im Kanalnetz und damit einhergehenden höheren Ausgaben.

Die Entscheidung: Ein Beschluss des Betriebsausschusses zu den Wassergebühren bedarf noch der Bestätigung durch den Stadtrat. Der SBB-Verwaltungsrat entscheidet wiederum als einzige Instanz.

Der Bornheimer Betriebsausschuss tagt am Mittwoch, 13. November, ab 18 Uhr im Bornheimer Ratssaal. Der Tagesordnungspunkt zu den Wasserpreisen ist öffentlich.