Plätze werden geschaffen: Bornheim plant mit provisorischen Kitas

Plätze werden geschaffen : Bornheim plant mit provisorischen Kitas

An der Secundastraße und der Händelstraße in Bornheim sollen provisorische Kindertagesstätten für jeweils vier Gruppen entstehen - die Plätze sollen mit Beginn des neuen Kita-Jahres zur Verfügung stehen.

Wie viele Bornheimer Eltern im kommenden Kindergartenjahr 2019/20 bei der Kita-Platz-Vergabe für ihren Nachwuchs leer ausgehen werden, ist noch nicht abzusehen. Im April sollen dem Bornheimer Jugendhilfeausschuss hierzu verlässliche Zahlen vorgelegt werden. Zur Verfügung stehen sollen nach Angaben der Verwaltung im gesamten Stadtgebiet 1901 Plätze.

Um Zuschüsse vom Land zu erhalten, muss der Jugendhilfeträger bis zum 15. März verbindlich erklären, für wie viele Kinder in welchen Gruppenformen und Betreuungszeiten die Mittel in Anspruch genommen werden. Demnach können von den insgesamt 1901 Plätzen 1450 von Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Beginn der Schulpflicht belegt werden. 947 dieser Plätze bieten eine 45-Stunden-Betreuung (rund 65 Prozent). Demgegenüber stehen lediglich zwei gemeldete 25-Stunden-Plätze im Stadtgebiet.

Für Kinder unter drei Jahren sind in Bornheimer Kitas 451 Plätze vorgesehen. Die Zahl der inklusiven Plätze liegt seit August 2018 bei 51. Zusätzlich können 130 Kinder in der Tagespflege betreut werden.

Wie aus der Sitzungsvorlage des Jugendhilfeausschusses hervorgeht, beziehen die Planungen für die 1901 Plätze zwei Kitas mit ein, die aktuell noch nicht vorhanden sind. Mit vier Gruppen und insgesamt 74 Plätzen wird die Kita Secundastraße angegeben; für die provisorische Kita, die an der Mertener Händelstraße entstehen soll, sind ebenfalls vier Gruppen und 62 Plätze veranschlagt.

Auf GA-Nachfrage bestätigte Pressesprecher Christoph Lüttgen, dass die Plätze mit Beginn des neuen Kita-Jahres zur Verfügung stehen sollen. Derzeit würden die letzten baurechtlichen Fragen geklärt. Das Interessenbekundungsverfahren für Träger laufe bereits.

Wie berichtet, soll die ehemalige Kita an der Secundastraße wiederbelebt werden, die 2016 zugunsten der neuen Kita an der Rilkestraße aufgegeben wurde. Der Plan stand schon einmal im Raum, wurde aus Kostengründen aber verworfen. Er kam wieder auf den Tisch, weil der Standort für ein fünfgruppiges Provisorium an der Adenauerallee/Ecke Bonner Straße nicht mehr zur Verfügung steht.

Dazu hatte Bürgermeister Wolfgang Henseler im Januar dem GA erklärt, dass nach intensiven Gesprächen mit den Fraktionen beschlossen worden sei, die Entwicklung der Fläche an der Adenauerallee nicht für Jahre durch ein Provisorium zu blockieren. Stattdessen solle sie für ein „städtebaulich interessantes Projekt“ genutzt werden.

Aktuell wird also mit zwei kurzfristigen Lösungen an der Secundastraße und der Händelstraße geplant. Ohne konkret zu werden, sprach die Beigeordnete Alice von Bülow von einer „weiteren Möglichkeit“, die sich „am Rhein“ ergeben habe.

Als Vorsitzende des Jugendamtselternbeirats (JAEB) appellierte Nicola Lichius vom Städtischen Familienzentrum „Haus Regenbogen“ zum wiederholten Mal an die Stadtverwaltung: „Wir haben den Eindruck, dass die Not der Eltern und die Dringlichkeit des Problems nicht richtig erkannt wird.“ Die Entscheidung über die Adenauerallee lasse Eltern ratlos zurück. „Wenn man sieht, dass es Grundstücke gibt, die dann noch nicht bebaut werden, ist das schwer nachzuvollziehen“, sagte Lichius.

„Wir gehen jedem Grundstücksangebot nach“, versicherte von Bülow auf die Frage, wie mit interessierten Eigentümern umgegangen werde. Wiederholt verwies die Beigeordnete auf eine Reihe von „Nadelöhren“ – vom Baurecht über die Planung bis zum Hochbau und der Personalgewinnung –, die zu überwinden seien, um eine neue Kita einzurichten.

Einen Erfolg vermeldete von Bülow von der Hemmericher Kita Burgwiese: Dort konnte am ersten März offiziell eine zweite Gruppe in Betrieb genommen werden. In Dersdorf, wo die bisher eingruppige Kita „Grashüpfer“ auf drei Gruppen erweitert werden soll, seien die Entwicklungsplanungen im Gange. Bei den Interessenbekundungsverfahren, durch die Träger für die geplanten neuen Kitas gefunden werden sollen, wolle man neue Wege gehen, erklärte von Bülow. Alle Träger, die bereits Kitas in Bornheim betreiben, sollen zu einem gemeinsamen Termin eingeladen werden. Dadurch erhofft sich die Stadt, schneller fündig zu werden. Findet sich kein Träger für eine Kita, muss die Stadt diese Aufgabe übernehmen.