Bornheim: Neues Feuerwehrhaus für Löschgruppen Rösberg und Hemmerich

Rösberg und Hemmerich : Löschgruppen in Bornheim bekommen neues Quartier am Kuckucksweg

Neues Feuerwehrhaus für Rösberg und Hemmerich soll am Kuckucksweg entstehen

Die Löschgruppen Hemmerich und Rösberg sollen sich in Zukunft ein neues Feuerwehrgerätehaus teilen, das ihre beiden sanierungsbedürftigen Hauptquartiere ersetzt. Einer Standortanalyse zufolge eignet sich ein Grundstück am Kuckucksweg an der Grenze der beiden Ortsteile dafür am besten. In einer Bürgerversammlung stellte die Stadt Bornheim die Pläne dafür vor und erklärte, warum sich der Standort gegen den Sportplatz Rösberg durchgesetzt hat.

Das Gelände für den Standort Kuckucksweg befindet sich auf einem Acker an der gleichnamigen Straße im Südwesten von Rösberg. Das Feuerwehrhaus würde am Rande der dortigen Wohnbebauung errichtet werden.

Zum Haus sollen die Fahrzeuge über den Kuckucksweg gelangen. „Je nach Parksituation der Anwohner kann es hier im Einzelfall zu geringen Verzögerungen aufgrund von langsamen Fahrgeschwindigkeiten kommen“, heißt es dazu im Gutachten.

Von dort aus können die Wehrleute mehr als 90 Prozent von Hemmerich und Rösberg und 100 Prozent der Risikoobjekte wie Schulen und Kitas in vier Minuten oder weniger erreichen, berichtete Beigeordneter und Kämmerer Ralf Cugaly. „Das ist eine sehr, sehr gute Abdeckung“, sagte er. Am Standort Sportplatz wären es nur etwa 70 beziehungsweise 91 Prozent.

Beim Punkt Lärmbelastung durch das neue Gerätehaus konnte Cugaly die Anwesenden zumindest in einem Punkt beruhigen: Eine Sirene am Haus sei nicht vorgesehen. Geräusche durch die An- und Abfahrten von Fahrzeugen würden aber entstehen.

Ein anwesender Feuerwehrmann wies außerdem darauf hin, dass die Einsatzleute bei Eileinsätzen aus versicherungstechnischen Gründen mit Martinshorn und Blaulicht ausrücken müssten – unabhängig von der Verkehrslage. Rund 90 Prozent der Einsätze seien solche Eileinsätze. Cugaly zufolge fährt die Freiwillige Feuerwehr Rösberg 15 bis 20 Einsätze im Jahr, in Hemmerich seien es zehn bis 15, was insgesamt einem Einsatz alle zwei Wochen entspreche.

Das Grundstück ist laut Cugaly rund 2500 Quadratmeter groß; 1150 Quadratmeter davon würden begrünt werden. In einem früheren Planungsstadium sei man von 2000 beziehungsweise 1000 Quadratmetern ausgegangen. Den Flächennutzungsplan habe die Stadt gerade aufgestellt, nun sei der Bebauungsplan in Arbeit. Zum Zeitplan sagte der Erste Beigeordnete Manfred Schier: „Gehen Sie davon aus, dass es noch das eine oder andere Jahr braucht, bis das neue Gerätehaus steht.“

Auf die Frage eines Bürgers, was mit den alten Gerätehäusern passiere, antwortete Cugaly, dass eine Umwidmung durchaus möglich sei. Als Anregung nahm die Stadt auf, zu prüfen, ob die Anfahrt über Schleichwege eventuell schneller sei als über den Kuckucksweg. Ein Anwohner wollte wissen, von wem Kardorf künftig versorgt würde. Ein anwesender Feuerwehrmann versicherte, dass die sogenannte Alarm- und Ausrückeordnung im Zuge des Neubaus überarbeitet werden würde. Auf die Frage einer Bürgerin antwortete Cugaly, dass auch Umkleiden für Frauen im neuen Gebäude entstehen sollen.

 Der Beigeordnete erklärte den Hintergrund der Pläne: Die Voraussetzungen für die Standorte seien gesetzlich vorgeschrieben. Ein Gutachterbüro suche in den jeweiligen Städten nach den besten Standorten. Ausschlaggebend seien Punkte wie: Dauer der Fahrt vom Gerätehaus zum Einsatzort, wie viele Kameraden stehen zur Verfügung und wie sind die Fahrzeuge ausgestattet?

Die Standortanalyse Hemmerich/Rösberg gab die Stadt in Auftrag, um den Brandschutzbedarfsplan 2017 umzusetzen. Diesen müsse die Stadt bis 2023 eigenverantwortlich realisieren. „Das Ziel ist, die Freiwillige Feuerwehr der Stadt zukunftsfähig aufzustellen“, sagte Cugaly. Dazu habe die Stadt ein Bündel an Maßnahmen beschlossen: Neue Feuerwehrfahrzeuge sind zum Teil schon angeschafft, die vorhandenen Häuser sollen ertüchtigt oder neu gebaut werden.

„Die Löschgruppen werden künftig noch enger zusammenarbeiten“, sagte Cugaly. Dadurch sollen die Einsatzreaktionszeiten verkürzt werden, mehr Personal verfügbar sein und die Nachwuchsarbeit verbessert werden.