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Mögliche Schulschließung Uedorf: Bornheim kämpft für die Verbundschule

Mögliche Schulschließung Uedorf : Bornheim kämpft für die Verbundschule

Es geht um 145 Schüler. Auch Lösungen über die Kreisgrenzen hinweg sind eine Möglichkeit. Die Stadt Bornheim will alles dafür tun, den Schulstandort Uedorf zu erhalten. Das machte Sozialdezernent Markus Schnapka am Dienstag im Schulausschuss deutlich. Die Zukunft der Verbundschule mit Förderschwerpunkt Sprache und Lernen ist aufgrund der geplanten Änderung des Schulgesetzes unklar. Mit diesem soll die Inklusion, also die gemeinsame Förderung von Menschen mit und ohne Handicap, in Regelschulen forciert werden.

Eine Arbeitsgruppe um Sozialdezernent Markus Schnapka hat ein Konzept entwickelt, wie die Verbundschule, die derzeit eines von 50 Kompetenzzentren in NRW ist, in ein regionales Förder- und Unterstützungszentrum für die Inklusion umgewandelt werden kann. Dieses sieht unter anderem vor, dass sie das sonderpädagogische Unterrichtsangebot sichert und Lücken schließt, die von den allgemeinen Schulen nicht erfüllt werden können. Bislang stehe im Gesetzentwurf lediglich, dass das Pilotprojekt der Kompetenzzentren um ein Jahr bis zum Ende des Schuljahres 2014/15 verlängert werde.

Danach ende dieser Schulversuch. Gemeinsam mit einer Bornheimer Abordnung stellte Schnapka das Konzept Ende April dem Schulministerium vor. Doch es "wurde so nicht akzeptiert", sagte Schnapka. Stattdessen hieß es laut dem Dezernenten: Inklusion könne nur von den Regelschulen, nicht den Förderschulen ausgehen. "Ich halte diese Aussage für gefährlich, weil sie sagt, dass Förderschulen keine Rolle mehr spielen sollen. Das wäre verschenkte Inklusionsressource."

Mitte März hatte die Landesregierung einen Entwurf für das Änderungsgesetz vorgestellt, der "sich allerdings kaum vom ersten Referentenentwurf unterscheidet", sagte Schnapka weiter. Die Gespräche der kommunalen Spitzenverbände und auch der Stadt Bornheim, um zum Beispiel eine fünfjährige Übergangszeit zu erreichen, hätten nichts gebracht.

Wie es mit der Verbundschule weitergehe, sei damit unklar. Denn: Derzeit sehe es so aus, dass lediglich Förderschulen mit mindestens 145 Schülern bestehen bleiben sollen, erläuterte Schnapka. Die Verbundschule liegt mit derzeit mit 131 Schülern knapp darunter. Er wolle dennoch die Entwicklung hin zu einem Unterstützungszentrum weiterverfolgen, aber "wir müssen auch einen Plan B mitbeschreiten".

Infrage kämen Verbünde mit anderen Förderschulen, wie der LVR-Schule in Bornheim, um die geforderten Schülerzahlen zu erreichen. Sie habe ebenfalls die Schwerpunkte Sprache und Lernen. Auch Zusammenschlüsse über die Kreisgrenzen hinweg könnten eine Möglichkeit sein. So wird laut Schnapka beispielsweise die Förderschule in Wesseling zum Schuljahresende geschlossen und einige Kinder hätten Interesse, nach Uedorf zu kommen. Des Weiteren solle die Einrichtung einer Schwerpunktschule mit bestimmten Förderschwerpunkten bedacht werden. Dies könne dann auch die Verbundschule sein.

"Es gibt einfach Kinder, die an einer Förderschule besser aufgehoben sind", sagte Rainer Züge (SPD). Für diese müsse es auch Möglichkeiten in der Nähe geben, so wie andere Schüler mit Handicap sich für den Unterricht in der Regelschule entscheiden könnten. "Es ist uns wichtig, dass die Verbundschule weiterhin erhalten bleibt", machte auch Gabriele Kretschmer von der CDU deutlich. Dabei dürften allerdings die anderen Schulen nicht vergessen werden, sagte Christoph Becker, Leiter der Europaschule. Das Inklusionskonzept müsse auch in dieser Hinsicht weiterentwickelt werden.

Einstimmig beschloss der Ausschuss, diese Möglichkeiten zu prüfen, aber auch die schulorganisatorischen Voraussetzungen für die Umsetzung und Genehmigung eines regionales Förder- und Unterstützungszentrum in Uedorf auszuloten.