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Bornheim: Erntehelfer bei Spargel Ritter müssen am Montag ausziehen

Unterkunft bei Spargel Ritter : Erntehelfer in Bornheim müssen am Montag ausziehen

Die Erntehelfer des unter Insolvenzverwaltung stehenden Betriebs Spargel Ritter in Bornheim müssen ihre Unterkunft am Montag räumen. Bereits am Samstag hatte der Sicherheitsdienst versucht, mehrere Personen des Geländes zu verweisen.

Zu einem Zwischenfall ist es am Samstagabend an der Erntehelferunterkunft des unter Insolvenzverwaltung stehenden Bornheimer Betriebs Spargel Ritter gekommen. Wie ein Sprecher der Freien ArbeiterInnen Union (FAU) vor Ort sagte, habe der Sicherheitsdienst versucht, sieben Personen des Geländes zu verweisen. Man habe die Polizei verständigt, im weiteren Verlauf habe sich die Situation vorerst geklärt.

Kritik gibt es an den Zuständen in der Unterkunft sowie wegen angeblich ausstehender Löhne für die Erntehelfer aus Rumänien. Unterstützt werden die Arbeiter durch die FAU, eine Gewerkschaft, die sich selbst als anarchosyndikalistisch bezeichnet und in der Vergangenheit in mehreren Verfassungsschutzberichten aufgetaucht war. Laut FAU-Sprecher Erik Hagedorn waren die sieben Arbeiter einige Tage nicht vor Ort gewesen und hätten nun zurück in die Unterkunft gewollt. Er kritisierte, die aus Sicht der FAU kurzfristige Kündigung der Mietverhältnisse und das Vorgehen des Insolvenzverwalters.

Wie er weiter sagte, habe es am Samstag dann Gespräche zwischen dem Insolvenzverwalter, der Stadt Bornheim und dem rumänischen Konsulat gegeben. Allen Menschen sei zugesichert worden, bis Montag in der Unterkunft bleiben zu können. Auch habe das Konsulat zugesagt, die Vermittlung an andere Betriebe oder die Rückreise der Menschen nach Rumänien am Montag zu organisieren Die betroffenen Personen hätten die Situation nicht verstanden, so Hagedorn.

Insolvenzverwalter Andreas Schulte-Beckhausen hatte zuvor bereits die Ernte eingestellt. Für die rumänischen Arbeiter bedeutet dies, andere Arbeit zu finden oder die Heimreise anzutreten. Von Mitte März bis Mitte Mai arbeiteten laut Insolvenzverwaltung 234 Rumänen auf den Feldern, mit unterschiedlicher Einsatzdauer.

Am Freitag hatte die FAU mitgeteilt, dass sich noch rund 50 Personen in der Unterkunft befinden. Am Sonntag sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters dem GA dagegen, dass sich am Freitag noch rund 25 Menschen in der Unterkunft aufgehalten hätten. Am vergangenen Dienstag sei den letzten Arbeitern gekündigt worden und damit einhergehend seien auch die Mietverhältnisse in der Unterkunft beendet. Es gebe nun keine Ansprüche mehr, dort zu wohnen. Besagte sieben Personen seien am Samstag nach mehreren Tagen Abwesenheit zurückgekommen. Auch für sie sei mit der Kündigung das Wohnrecht hinfällig.

Zugleich bestätigte der Sprecher die Gespräche mit der Stadt und dem rumänischen Konsulat. Man stehe im Austausch mit dem Generalkonsul bezüglich der Rückreise der Menschen. Alle noch in der Unterkunft wohnenden Personen könnten bis Montag dort bleiben, im Laufe des Montags sollten die Wohncontainer aber verlassen werden.

Anwälte prüfen 180 Klagen wegen ausstehender Löhne

Wie berichtet, haben die Vorgänge um den unter Insolvenzverwaltung stehenden Betrieb Spargel Ritter wohl ein juristisches Nachspiel. So prüfen zwei von der FAU vermittelte Anwälte derzeit mögliche Lohnnachforderungen und damit verbundene arbeitsrechtliche Klagen von rund 180 Männern und Frauen. Im Raum steht die Kritik, dass Arbeitern zu wenig gezahlt wurde. Am Freitag hatte der Sprecher des Insolvenzverwalters erklärt, dass alle Arbeiter, die am vergangenen Mittwoch vor Ort gewesen seien, die Löhne vollständig ausgezahlt bekommen hätten.