Wegen Umweltauflagen: Bornheim bekommt keinen Golfplatz

Wegen Umweltauflagen : Bornheim bekommt keinen Golfplatz

Nachdem der Investor Steffen Eich bereits im Juni 2018 hingeworfen hatte, hat sich kein weiterer Investor für eine Neun-Loch-Anlage in Hersel gefunden. Nun soll das Gebiet dem Artenschutz dienen.

Die Pläne zum Bau eines Golfplatzes in Hersel sind endgültig vom Tisch. Das geht aus einer Unterlage der Stadtverwaltung zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung hervor, der an diesem Mittwoch, 22. Mai, tagt. Wie die Stadt mitteilt, sei kein weiterer Investor aufgetreten, nachdem sich die jüngsten Pläne für eine Neun-Loch-Anlage im Juni 2018 zerschlagen hatten.

Damals hatte Investor Steffen Eich schließlich davon Abstand genommen, die Anlage auf dem Gebiet der ehemaligen Kiesabgrabungsfläche, zwischen Mittelweg, Erftstraße und der Stadtbahnlinie 16, zu bauen. Die Voraussetzung dazu hatte der Stadtrat bei fünf Gegenstimmen mit der Aufstellung des Bebauungsplans He 30 bereits im Mai 2015 geschaffen.

Gescheitert war Eichs Projekt letztlich an den Umweltschutzauflagen durch den Rhein-Sieg-Kreis (RSK). „Die Forderungen des RSK waren für den Investor mit einem Restrisiko im Baugenehmigungsverfahren verbunden“, heißt es in den jetzigen Sitzungsunterlagen. Wie berichtet, hatte der Kreis nach eigenen Angaben zum einen umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der rund 120 in dem Gebiet lebenden Wechselkröten gefordert.

Zum anderen hatte die Kreisverwaltung darauf gedrungen, besondere bauliche Vorkehrungen zum Gewässerschutz zu treffen. Hintergrund ist, dass die besagte Fläche in einem Wasserschutzgebiet liegt. Vor allem das intensive Düngen von Abschlagsflächen und Zielbereichen von Golfplätzen ist laut Kreis ein Problem für den Wasserschutz.

Außer Eich wollte auch kein anderer Investor die Kosten dafür stemmen. Daher soll die Fläche nun anderweitig genutzt werden. Wie aus den Sitzungsunterlagen hervorgeht, hat wiederum der Investor des benachbarten Baugebiets He 31 bereits vor einigen Monaten einen Großteil des Areals von He 30 gekauft. Geplant ist, auf diesem Gelände nun Maßnahmen zum Artenschutz umzusetzen, die für die Entwicklung von He 31 erforderlich sind. Was in diesem Zusammenhang dort genau passieren soll, konnte die Stadt am Montag indes auf GA-Anfrage nicht erklären.

Keine Pläne für Restflächen

Allerdings soll das He 30-Gebiet nicht nur diesem Zweck dienen. „Die Gesamtfläche des ursprünglichen Golfplatzplans He 30 ist viel größer als die erforderliche Ausgleichsmaßnahme für den Bebauungsplan He 31“, erläuterte Stadtsprecherin Susanne Römer-Winkler. Daher blieben Restflächen übrig, die voraussichtlich in Teilen für Sportanlagen sowie für weitere Ausgleichsmaßnahmen für andere Baugebiete genutzt werden könnten.

Wie groß die Restflächen seien, hänge aber auch von dem noch erforderlichen Rekultivierungsplan der ehemaligen Kiesabgrabung ab, so Römer-Winkler. Daher gebe es auch noch keine konkreten Planungen für weitere Ausgleichsmaßnahmen oder Sportanlagen.

Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler bedauert das endgültige Aus für die Golfplatz-Pläne in Hersel. „Es wäre eine Aufwertung der Fläche gewesen“, sagte er im Telefongespräch mit dem General-Anzeiger. Auch er habe mit dem Rhein-Sieg-Kreis beziehungsweise der Unteren Naturschutzbehörde in der Angelegenheit diverse Gespräche geführt.

Die Umweltschutzauflagen seien für ihn nicht gänzlich nachvollziehbar gewesen, meinte Henseler. Ebenso erinnerte er daran, dass die Pläne von Steffen Eich nicht die ersten dieser Art für das Gebiet gewesen seien. Es hätten sich zuvor bereits andere Investoren gemeldet, um dort einen Golfplatz zu errichten. Doch gerade bei den letzten Plänen habe er das Gefühl gehabt, dass das hätte funktionieren können.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung tagt am Mittwoch, 22. Mai, im Bornheimer Ratssaal im Rathaus. Beginn ist um 18 Uhr. Der Tagesordnungspunkt zum Golfplatz ist öffentlich.