Bornheim: Bald 50 Prozent des Wassers aus der Wahnbachtalsperre

Bornheimer Wasser : So geht es mit der Wasserversorgung in Bornheim weiter

Die Linken scheitern mit dem Versuch, die Bornheimer Wasserversorgung erneut zu ändern. In Zukunft kommt die Hälfte aus der Wahnbachtalsperre, die andere vom Wasserbeschaffungsverband Wesseling-Hersel.

Soll das „Fass“ Wasserversorgung in Bornheim noch einmal aufgemacht werden oder nicht? Diese Frage nahm die Bornheimer Politik in der Sitzung des Stadtrats am Donnerstag zum Anlass, noch einmal herzhaft zu streiten. Grund für die erneute Diskussion war ein Antrag der Fraktion Die Linke. Sie forderte, den Beschluss des Stadtrats vom Juli 2017, den Anteil des Trinkwasserbezugs vom Wahnbachtalsperrenverband (WTV) ab dem 1. Januar 2020 auf 50 Prozent zu erhöhen, aufzuheben und es beim derzeitigen Mischungsverhältnis zu belassen.

Die Diskussion ums Bornheimer Wasser beschäftigt die Politik seit Jahren. Nach Beschlüssen, Beanstandungen des Bürgermeisters, dem Eingreifen der Bezirksregierung und einem Bürgerentscheid waren im Juli 2017 zwei Ratsentscheidungen gefallen: 36 Ratsmitglieder (CDU, Grüne und SPD) stimmten dafür, die Versorgung bis Ende 2017 auf ein Mischungsverhältnis von 60 Prozent Wasser vom Wasserbeschaffungsverband Wesseling-Hersel (WBV) und 40 Prozent Wasser vom Wahnbachtalsperrenverband (WTV) umzustellen. Zuvor gab es in Bornheim ein Gemisch von 75 Prozent WBV- und 25 Prozent WTV-Wasser.

FDP, UWG sowie SPD-Ratsherr Harald Stadler waren dagegen, die Linke und Bürgermeister Wolfgang Henseler (SPD) hatten sich enthalten. Mit einem weiteren Antrag (24 Ja- zu 22 Nein-Stimmen bei Enthaltung von Henseler) hatten CDU und Grüne zusätzlich durchgesetzt, bis 2020 auf ein Wasserverhältnis von 50:50 umzustellen.

Die Linke begründete ihren Antrag damit, dass sich der Härtegrad des Wassers durch die Änderung des Mischungsverhältnisses „allenfalls marginal verändert“ habe. Auch bei einem Verhältnis von 50 Prozent WBV und 50 Prozent WTV-Wasser werde keine eklatante Veränderung des Härtegrades zu erreichen sein. Gleichwohl stehe diesem Ergebnis eine Kostensteigerung von zehn Cent pro Kubikmeter auf 1,94 Euro gegenüber. FDP, SPD und UWG schlossen sich dem Antrag der Linken an, CDU und Grüne stimmten dagegen, sodass der Antrag am Ende mit 23 zu 22 Stimmen abgelehnt wurde.

Es mache nach außen gar kein gutes Bild, Mehrheitsentscheidungen immer wieder infrage zu stellen, sagte Petra Heller (CDU). „Wir wollen die Bürger nicht wegen eines symbolischen Akts zur Kasse bitten“, argumentierte Wilfried Hanft (SPD) und bezeichnete die Wasserdiskussion als Luxusproblem. Beide Quellen lieferten hervorragende Trinkwasserqualität, betonte Bürgermeister Wolfgang Henseler, der während der Diskussion Michael Söllheim (CDU) und Harald Stadler (SPD) zur Mäßigung der Wortwahl ermahnen musste.

Weil die Folgen der Änderung des Mischungsverhältnisses vor dem Ratsbeschluss klar gewesen sei, hielt es auch die Verwaltung nicht für angebracht, erneut in die Diskussion einzutreten.