Vorgebirge: Bienen warten auf den Frühling

Vorgebirge : Bienen warten auf den Frühling

Alle warten auf den Frühling. Mensch und Tier sehnen sich nach Sonne und warmen Temperaturen. Die anhaltende Kälte macht besonders auch den Bienen zu schaffen. Sie fliegen erst bei Temperaturen von zehn bis 15 Grad.

Davon hatten wir in diesem Jahr aber erst drei bis vier Tage. "Die Bienenvölker können sich derzeit wegen des fehlenden Nahrungsangebots nicht so entwickeln wie in einem normalen Jahr", sagt Friedel Mirbach, Vorsitzender des Vereins zum Schutz der Wild- und Honigbienen Voreifel. "Ihre Vorräte sind allmählich aufgebraucht. Da müssen die Imker eingreifen und mit flüssiger Nahrung helfen, dass die Tiere überleben können", sagt der Bornheimer.

Die Aufgabe der Imker ist derzeit, zu kontrollieren, ob die Bienen genug Futter haben. "Jetzt heißt es, Geduld bewahren. Die Imker sind in der Verantwortung", sagt Mirbach. Die Entwicklung in der Natur ist in diesem Jahr einige Zeit hinter der durchschnittlichen zurück, beobachtet der Imker: Am 9. März 2012 hätten bereits 75 Prozent der Weiden geblüht, in diesem Jahr gerade einmal drei Prozent.

"Normalerweise bereiten die Imker die Völker Ende März für die Honigernte vor. Das heißt, dass wir den Bienen mehr Platz geben", sagt Mirbach. Die Völker würden durchschnittlich mit 10 000 bis 12 000 Bienen überwintern und im Sommer bestehe ein Volk dann aus rund 40 000 Tieren.

Die Größe von rund 20 000 um diese Zeit hätten viele Völker wegen der Temperaturen noch nicht erreicht. Dennoch ist der Vorsitzende des Vereins zum Schutz der Wild- und Honigbienen Voreifel noch optimistisch: "Wenn die Natur jetzt bald durchstartet, kann sie alles schnell aufholen und es wird noch ein gutes Jahr." Von den Widrigkeiten lasse sich der Imker auch nicht beirren. "Die Imkerei macht mir immer Spaß, jedes Jahr ist anders. Aber wer seine Bienen gut versorgt, bringt sie auch über den Winter", so Mirbach.

Ebenfalls optimistisch ist sein Imker-Kollege in Rheinbach: "Das ist eine schwierige Situation und wir können in der Tat nicht viel tun. Aber die Völker brüten bereits und ein gesundes Volk wird den langen Winter auf jeden Fall überleben", sagt Mark Salewski. Der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Rheinbach ist überzeugt: "Die Bienen meistern das seit 80 Millionen Jahren. Die wissen, was sie tun."

Eine Schwierigkeit wäre jedoch, wenn die Bienen vom "Futter abreißen", das heißt, wenn sie sich als Kugel so eng zusammenziehen, dass sie nicht mehr an das Futter herankommen. Dann könnten sie verhungern. Die Gefahr sieht Salewski jedoch derzeit nicht mehr. "Dafür müsste es jetzt schon noch länger sehr kalt sein." Auch für die Blühpflanzen bestehe noch keine Gefahr. Die meisten Pflanzen würden noch vor der Blüte stehen und um die Frühblüher kümmerten sich die Wildbienen. Ob das späte Frühjahr zu Einbußen bei der Honigernte führen kann? "Das kann man jetzt noch nicht wissen, aber ich würde das nicht sagen", so Salewski. Er macht Mensch und Tier Mut und geht davon aus, dass die Temperaturen nun bald steigen werden.