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Gebühren in Bornheim: Begrünte Dächer sollen sich finanziell lohnen

Gebühren in Bornheim : Begrünte Dächer sollen sich finanziell lohnen

Bornheimer sollen künftig sparen, wenn sie Dächer begrünen. Der Stadtbetrieb erarbeitet nach einem Beschluss der Politik Modelle zur Reduzierung der Gebühr für Niederschlagswasser.

Der Stadtbetrieb Bornheim (SBB) soll verschiedene Vorschläge erarbeiten, wie Besitzer von Häusern mit begrünten Dächern bei der Niederschlagswassergebühr entlastet werden können. Diese Gebühr wird bekanntlich bei der Einleitung von Regenwasser über bebaute oder versiegelte Flächen in die Kanalisation fällig. Sie muss sowohl von Privathaushalten als auch von Unternehmen entrichtet werden.

Und dabei sollen Bornheimer künftig sparen, wenn sie Dächer begrünen. Einen entsprechenden Antrag hatte Bernd Marx (CDU) in die jüngste Sitzung des SBB-Verwaltungsrats eingebracht. "Begrünte Dächer beeinflussen zudem das sogenannte Mikroklima, weil sie Regenwasser speichern, Feinstaub binden und sich auch bei extremer Hitze kaum aufheizen", hatte Marx in seinem Antrag geschrieben. In der Sitzung erläuterte er, dass es darum gehe, finanzielle Anreize für Hausbesitzer und Bauherren zu schaffen, etwas für den Klimaschutz zu tun.

Letztlich ging Marx und den restlichen Verwaltungsratsmitgliedern der vom SBB vorgelegte Vorschlag aber nicht weit genug. Aktuell erhalten Hausbesitzer bei begrünten Dachflächen bis maximal 80 Quadratmeter bereits eine Reduzierung der Niederschlagswassergebühr um 25 Prozent. Der SBB schlug nun vor, die Beschränkung auf 80 Quadratmeter abzuschaffen.

Bleibt die Frage der Gebührenkalkulation

"Der Vorschlag geht nicht weit genug", meinte Petra Heller (CDU). So gebe es keine großen Einsparmöglichkeiten. Sie regte an, eine fünfjährige Befreiung von den Gebühren ab Schaffung eines begrünten Daches zu prüfen - analog zur Stadt Leverkusen, in der dies sogar über zehn Jahre möglich ist. Wilfried Hanft (SPD) stimmte zu, auch er hielt den Vorschlag des SBB für nicht weitgehend genug. Bleibt die Frage der Gebührenkalkulation.

Rainer Züge (SPD) erinnerte daran, dass die Gebühren kostendeckend erhoben werden müssen. Sprich: Würden die Gebühren für manche Zahler - etwa mit grünem Dach - reduziert, müssten sie für andere erhöht werden. Bürgermeister Wolfgang Henseler pflichtete ihm bei, ergänzte aber: "Es sei denn, es fließt weniger Wasser in den Kanal."

So argumentierte auch Arnd Kuhn (Grüne). Es flösse dann weniger Wasser in den Kanal, meinte er. Überdies würden wohl im Wesentlichen Dächer bei Neubauten begrünt, weshalb es keine großen Einbußen geben werde, sagte er weiter.

Marx führte an, dass es bei den Einnahmen durch die Gebühren doch einen Überschuss von rund 100 000 Euro gebe, demnach ein Puffer vorhanden sei. Das sei zwar richtig, erwiderte SBB-Vorstand Ulrich Rehbann. Man müsse bei den Gebühren aber nicht nur die aktuelle Situation, sondern einen Zeitraum von mehreren Jahren betrachten. Grundsätzlich müssten die Gebühren kostenneutral erhoben werden, so Rehbann.

Wie berichtet, hatte es kürzlich eine politische Debatte um begrünte Dächer gegeben. So hatten sich die Grünen - mit Unterstützung von SPD und Linke - nicht mit einem Antrag durchsetzen können, der Dachbegrünung bei Neubauten in Gewerbegebieten verbindlich vorgesehen hätte. Vertreter von CDU, FDP und UWG hatten sich gegen eine solche zwingende Vorgabe seitens der Stadt ausgesprochen.

Zur nächsten Sitzung des Verwaltungsrats sollen nun die verschiedenen Vorschläge zur Gebührenreduzierung vorliegen.