1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Bornheim

Stadt reagiert auf Kritik: Bauarbeiten in Hemmerich und Kardorf

Stadt reagiert auf Kritik : Bauarbeiten in Hemmerich und Kardorf

Zu den umfangreichen Bauarbeiten in Hemmerich und Kardorf wird es einen zweiten Bürgerbrief der Stadtverwaltung geben. Dieser solle sich speziell an die Menschen richten, die im Bereich Kardorf von den Kanalarbeiten betroffen sein werden, sagte Bürgermeister Wolfgang Henseler im Gespräch mit dem General-Anzeiger.

Am Wochenende soll der Brief an rund 400 Haushalte verteilt werden, im Anschluss soll er auch auf der Internetseite der Stadt (www.bornheim.de) zu finden sein. Ebenso ist eine weitere Einwohnerversammlung geplant.

Wie berichtet, hatte es bei der ersten Einwohnerversammlung Anfang Juli Kritik an der Stadt gegeben. Diese habe die Versammlung viel zu spät angesetzt, lautete ein Vorwurf der Anwesenden. Er habe sich lange Zeit um eine frühzeitige Einwohnerversammlung bemüht, sagte Hemmerichs Ortsvorsteher Günter Heßling jetzt dem General-Anzeiger. Allerdings ohne Erfolg.

In der Tat hatten die Arbeiten zur Erneuerung der Wasserleitung und des Abwasserkanals bereits wenige Tage nach der Versammlung begonnen. In mehreren Bauabschnitten wird die Baustelle von der Ecke Lindenstraße/Schulstraße über die Jennerstraße den Hang hoch wandern. Monatelang werden die Straßen dafür gesperrt sein. Hinsichtlich einer frühzeitigen Information der Bürger hat die Stadt nun ihre Lehren aus der Versammlung in Hemmerich gezogen. Laut Bürgermeister Henseler werden die Arbeiten im weiteren Verlauf der Lindenstraße in Kardorf erst im kommenden Jahr beginnen.

Hintergrund aller Arbeiten ist eine Verbesserung des Hochwasserschutzes nach starken Regenfällen. Dazu gehört unter anderem auch die Erweiterung des Regenrückhaltebeckens an der Dahlienstraße in Waldorf und der Neubau eines Vorflutkanals über den Dorner Kuhlweg durch den Fichtenweg bis zur Pappelstraße. Das geht auch aus einer Vorlage der Stadtverwaltung für die Sitzung des Ausschusses für Bürgerangelegenheiten am Dienstag, 25. August, hervor. In dieser heißt es auch: "Die mit der Bezirksregierung im Vorfeld abgestimmte Maßnahme wird nach mehrfacher umfangreicher Überarbeitung Ende August zur Genehmigung vorgelegt."

Sollte die Genehmigung zeitnah erfolgen, solle die Ausschreibung in den Wintermonaten vorgenommen werden, "so dass im günstigsten Fall im späten Frühjahr mit dem Bau im Bereich Dahlienstraße begonnen werden kann". Weiter schreibt die Stadtverwaltung: "Die Durchführung dieser Maßnahme sollte ohne Betrachtung aller Unwägbarkeiten in zwei bis drei Jahren abgeschlossen werden." Die Einwohnerversammlung solle erfolgen, sobald die Genehmigung der Bezirksregierung vorliegt.

Anlass dieser Ausführungen ist der Antrag eines Bürgers, der wissen will, warum zunächst nur im oberen Bereich der Lindenstraße beziehungsweise der Jennerstraße gearbeitet werde. Schließlich seien durchgehende Kanalarbeiten von der Höhe Schelmenpfad in Kardorf bis zur Maaßenstraße in Hemmerich vorgesehen.

Dass man zunächst im oberen Bereich arbeite, liege daran, dass dort nicht nur der Kanal erneuert werde, sagte Henseler dem General-Anzeiger. In diesem Bereich müssten zudem die Wasserleitungen dringend erneuert werden. "Die Überlegung war, direkt beides zu tun, wenn wir die Straße aufreißen", so Henseler. Die Sorge, dass der dann erneuerte, vergrößerte Kanal im oberen Bereich zu viel Wasser in den noch unsanierten unteren Bereich leite, sei unbegründet. Laut Henseler werden Sicherungssysteme eingebaut.

Die Zukunft der Burg Hemmerich

Tut sich was an der Hemmericher Burg? In der Diskussion um die Kanalarbeiten in Hemmerich und Kardorf hatten Bürger die Vermutung geäußert, dass diese im Zusammenhang mit Bauvorhaben unterhalb der Burg oder am Gebäude selbst zu tun haben. Grundlage für die Kanalarbeiten sei der Flächennutzungsplan der Stadt, sagt Bürgermeister Wolfgang Henseler.

Zwar sehe dieser im Bereich Hemberger Straße/Pützgasse potenziell Wohnbebauung vor, konkrete Pläne gebe es aber nicht. Ebenso gebe es keine Anhaltspunkte für die Gerüchte, dass der Teil der Burg, der eine Ruine ist, abgerissen werden soll, so Henseler weiter. "Das ist ein ganz wichtiges Denkmal für die Stadt." Alles, was dort passiere, müsse in ganz enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz erfolgen.

Auch Hemmerichs Ortsvorsteher Günter Heßling weiß von keinen Plänen für die Burg, die sich im Privatbesitz befindet. Mit dem Besitzer der Burg steht er in losem Kontakt. Ebenso sind Heßling keine Pläne für die leerstehende Gaststätte "Zur Eiche" bekannt. In Hemmerich kursiert dias Gerücht, dass das alte Gebäude abgerissen werden soll.