Nahverkehr in Bornheim: Barrierefreier Ausbau auf der Linie 16 beginnt 2020

Nahverkehr in Bornheim : Barrierefreier Ausbau auf der Linie 16 beginnt 2020

Vier Haltestellen werden auf der Linie 16 in Bornheim und Wesseling für 3,5 Millionen Euro erhöht. Im kommenden Jahr soll der Ausbau beginnen. Vorerst gibt es keine Vorkehrungen für die mögliche Durchfahrt von den niedrigeren Güterzügen.

Für die Nutzer der Stadtbahnlinie 16 ist das nach langer Wartezeit eine gute Nachricht. Im Jahr 2020 startet der barrierefreie Ausbau der Haltestellen in Hersel, Uedorf, Widdig und Urfeld. Das bestätigten Christian Lorenz, Sprecher der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK), und Holger Klein, Sprecher des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland (NVR), dem General-Anzeiger auf Anfrage. Die HGK betreibt unter anderem die Stationen der Linie 16 in Bornheim und Wesseling, der NVR ist für die Verteilung von Fördergeldern zuständig.

Zuerst hatte Bornheims CDU-Fraktionsvorsitzende Petra Heller davon bei der Mitgliederversammlung der Union am Montagabend mit Verweis auf eine Mitteilung von Bürgermeister Wolfgang Henseler (SPD) berichtet.

Bekanntlich fordern Anwohner und Politiker aus den Bornheimer Rheinorten und dem Wesselinger Stadtteil Urfeld seit Jahren den barrierefreien Ausbau ihrer Haltestelle. Bislang sind die Stadtbahnen dort nur über Treppenstufen zu betreten. Für Menschen mit Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen ist das ein großes Problem. Laut Lorenz sollen die Arbeiten an allen vier Stationen 3,5 Millionen Euro kosten. 3,15 Millionen Euro kämen als Fördergelder vom NVR. Aber auch die Städte Bornheim und Wesseling müssten die Umbauten anteilig finanzieren.

Machbarkeitsstudie sieht drei mögliche Varianten vor

Details zu den Arbeiten nannte Lorenz nicht, allerdings werde keine Umbauvariante aus einer vorliegenden Machbarkeitsstudie umgesetzt. Besagte Studie war, wie berichtet, von der HGK in Auftrag gegeben worden, um zu prüfen, wie Barrierefreiheit möglich ist, wenn ebenso Güterzüge auf der Strecke fahren sollen. Letztere sind nämlich deutlich breiter als Stadtbahnwagen. Das bedeutet, dass sie hochgebaute Bahnsteige nicht durchfahren können. Obgleich auf der Strecke seit Jahren keine Güterzüge mehr gefahren sind, wurde in der jüngsten Vergangenheit mehr oder minder laut über eine Reaktivierung dieser Möglichkeit spekuliert.

Die Machbarkeitsstudie sieht drei mögliche Varianten vor, um beides zu ermöglichen. Diese würden nach GA-Informationen allerdings zwischen rund elf Millionen und rund 58 Millionen Euro kosten. Dass man nun keine dieser Varianten umsetze, bedeute aber keine vollständige Absage an die Güterverkehrsoption auf der Strecke, so Lorenz. Sollten Verkehrsunternehmen diesbezüglich auf die HGK zukommen, werde man weitersehen. „Für die HGK selbst ist das keine Option“, sagte Lorenz.

Völlig unter Dach und Fach ist der Startschuss für den barrierefreien Ausbau indes noch nicht. Wie Lorenz erläuterte, müssten die im NVR vertretenen Politiker bei ihrer nächsten Verbandsversammlung am Freitag, 28. Juni, die Ausbauarbeiten in das NVR-Investitionsprogramm aufnehmen. NVR-Sprecher Klein bestätigte das. Allerdings habe der Hauptausschuss des Zweckverbands dies bereits so Anfang Juni entschieden. Die Verbandsversammlung müsse das lediglich bestätigen „Die Gelder stehen bereit“, so Klein. Damit die HGK sie bekomme, müsse das Unternehmen noch Baurecht schaffen und einen prüffähigen Finanzierungsvorschlag machen. Laut Klein ist das aber das normale Prozedere.

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