VR-Bank in Bornheim-Widdig: Bank legt Geldautomat still

VR-Bank in Bornheim-Widdig : Bank legt Geldautomat still

Die VR-Bank Rhein-Erft schließt ihren Standort in Bornheim-Widdig aufgrund der Sprengungen von Geldautomaten. Die Bewohner müssen auf Filialen in den Nachbarorten ausweichen.

Dass sie Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs in den Nachbardörfern Hersel oder Urfeld einkaufen müssen, sind die Widdiger Bürger seit Jahren gewohnt. Doch nun wurde dem Rheinort auch noch die Versorgung mit Bargeld abgedreht – zumindest den Kunden der VR-Bank Rhein-Erft. Seit Anfang Februar spuckt der Geldautomat in der ehemaligen Filiale am Allemannenweg/Ecke Germanenstraße keine Scheine mehr aus.

Die Begründung ist einem Aushang an der Eingangstür zu entnehmen. Hier wird die zunehmende Anzahl von räuberischen Sprengungen von Geldautomaten in der Region angeführt: „Zu Ihrer Sicherheit und der Sicherheit von Passanten und Bewohnern dieses Gebäudes sehen wir uns veranlasst, diesen Standort bis auf weiteres zu schließen“, heißt es in dem Schreiben.

Auf Verständnis stößt die VR-Bank mit dieser Maßnahme nicht – davon ist Paul Breuer aus Widdig, Ratsmitglied aus den Reihen der Aktiven Bürger Bornheim (ABB), überzeugt. „Die Begründung für den Abbau halte ich für vorgeschoben“, meint Breuer.

„Mit wenig Aufwand könnte der Zutritt zum innenliegenden Bankomat durch ein Zeitschloss beschränkt und durch eine Mini-Alarmanlage mit Bewegungsmelder und Alarmgeber zusätzlich gesichert werden.“ Durch die Schließung des Automaten bleiben nach Meinung Breuers besonders die älteren Kunden auf der Strecke, die mangels Führerschein oder Fahrzeug auf den Automaten angewiesen sind. „Die Nahversorgung in den kleineren Orten trocknet immer mehr aus. Jetzt haben wir in Widdig wirklich nichts mehr.“

In einem Brief an die VR-Bank hat Breuer seine Kritik bereits geäußert. Gleiches hat auch Widdigs Ortsvorsteher Konrad Velten (CDU) getan. In seinem Schreiben an den Bankvorstand, das dem GA vorliegt, führt auch er als Hauptargument die Bürger im Rentenalter an, die auf kurze Wege angewiesen seien. Von den rund 1900 Widdigern seien mehr als 300 Bürger im Rentenalter.

Der Weg nach Urfeld sei zu beschwerlich, eine direkte Busverbindung dorthin gebe es nicht. Die Argumentation hinsichtlich des Sicherheitsrisikos wertet er als „nicht überzeugend“ und appelliert im Interesse zahlreicher Widdiger Kunden, die Rückbauentscheidung zu revidieren.

In ihrer Antwort verteidigt die VR-Bank die Maßnahme als „Ergebnis einer systematischen Gefährdungsanalyse“. Aufgrund der „Gegebenheiten“ sei der Standort Widdig „besonders gefährdet“.

Auf Nachfrage erklärte Ralf Büser von der VR-Bank Rhein-Erft, das Ergebnis der Analyse zeige, dass besonders kleinere Dörfer, die in der Nähe einer Autobahn oder Bundesstraße liegen, gefährdet seien.