Roisdorfer Bahnhof: Auch ein barrierefreier Zugang soll her

Roisdorfer Bahnhof : Auch ein barrierefreier Zugang soll her

Der Startschuss zur Umgestaltung des Roisdorfer Bahnhofs und seines Umfeldes ist gefallen. Eine Bürgerwerkstatt soll nun Ideen bündeln.

Ro 21. Hinter dieser einfachen Ordnungsnummer verbirgt sich ein großes Projekt, das die Bornheimer Politik jetzt auf den Weg gebracht hat: die Neugestaltung des Roisdorfer Bahnhofs und seines Umfeldes. Sowohl in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses als auch in der des Stadtrats haben die Fraktionen einstimmig die Aufstellung eben des Bebauungsplans Ro 21 beschlossen.

Mit diesem Bebauungsplan sollen verschiedene Projekte umgesetzt werden: die Schaffung weiterer beziehungsweise die Neuordnung von vorhandenen Stellplätzen für Autos und Fahrräder, eine Optimierung der Bushaltestellen, der Ausbau der Straße „Rosental“, ein barrierefreier Zugang zum Bahnsteig, die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes und der mögliche Bau eines Kreisels auf der Ecke Bonner Straße/Brunnenallee.

Bis irgendeines dieser Projekte allerdings Realität ist, wird noch viel Zeit vergehen. „Das Prozedere kann zehn Jahre dauern“, sagte Harald Stadler (SPD) in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses. Das liegt nicht nur an den üblichen Planungs- und Bauzeiten. Viel entscheidender ist, dass es viele offene Fragen und diverse Gespräche zu führen gibt.

Etwa um die Frage der Parkplätze. Auf dem Bahnhofsvorplatz, aber auch im Bereich hinter der Station ist es tagsüber nicht selten reine Glückssache, einen freien Stellplatz zu finden. Weitere Plätze müssen her, am besten eine große Park-and-ride-Anlage.

Und in der Tat findet sich in einem bereits vorliegenden Maßnahmenplan der Stadtverwaltung die Idee, eine solche Anlage mit mindestens 200 Stellplätzen zu errichten. Eine Fläche dafür besitzt die Stadt bislang aber nicht. Zwar findet sich in dem Maßnahmenplan die Vorstellung, die Park-and-ride-Anlage am Rosental dort zu errichten, wo sich zurzeit ein Schnäppchen- sowie ein Getränkemarkt befinden. So konkret wollte es die Politik dann aber in ihrem Beschluss noch nicht.

Hintergrund ist, dass die von der Stadt ins Auge gefasste Fläche – wie viele andere hinter dem Bahnhof – im Besitz des Unternehmens Landgard sind. Auf Antrag der CDU wurde der konkrete Maßnahmenplan mit dem vorgesehenen Standort der Park-and-ride-Anlage aus dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan genommen.

Auch die Union will eine solche Anlage hinter dem Bahnhof. „Wir wollen aber Druck aus den Verhandlungen mit Landgard nehmen“, sagte CDU-Mann Bernhard Strauff in der Ausschusssitzung. Der Maßnahmenplan könne zu Missverständnissen führen, meinte Bornheims Erster Beigeordneter Manfred Schier. Der Plan solle „definitiv nicht als Zielsetzung der Stadt“ verstanden werden, sondern beispielhaft sein.

Einig war sich die Politik, dass im Verlauf der weiteren Planung eine enge Abstimmung mit Landgard notwendig ist. Die Vermarktungsorganisation im Gartenbau selbst konnte eine Anfrage des General-Anzeigers bislang nicht beantworten. Doch nicht nur Landgard, auch andere Unternehmen in der Nähe des Bahnhofs sowie Bürger und Interessenvertreter sollen in die Planungen für den Bahnhof und sein Umfeld einbezogen werden.

Auf Antrag der SPD beschlossen zunächst der Ausschuss und dann der Rat einstimmig, eine Bürgerwerkstatt vorzubereiten. Die Grünen wiederum möchten mit der Schaffung einer sogenannten Mobilstation die verschiedenen Verkehrsmöglichkeiten – also Bahn, Bus, Auto und Fahrrad – miteinander verknüpfen, wie Grünen-Ratsherr Markus Hochgartz in der Ausschusssitzung erläuterte.

Auch dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Nach Ausführungen der Grünen sollte eine Mobilstation am Bahnhof eine Radstation, Kurzzeitparkplätze, Aufladestationen für Elektroautos und E-Bikes aufweisen sowie Parkplätze für Carsharing-Fahrzeuge und Bushaltestellen.

Wo diese Station stehen soll, ist aber ebenfalls noch offen. Denkbar ist sie etwa auf dem Bahnhofsvorplatz oder hinter dem Bahnhof, wo es aber an passenden Flächen mangelt. Um Areale zu erwerben, sind möglicherweise nicht nur Gespräche mit Landgard erforderlich, sondern vielleicht auch mit der Bahn. Nach Angaben eines Bahnsprechers besitzt das Unternehmen am Rosental Flächen, die vermarktet werden können.

Bleibt der Bahnhof selbst. Hier wünschen sich Politik und Stadtverwaltung vor allem einen barrierefreien Zugang zum Bahnsteig. Die Zuwegung zu den Gleisen gehört aber genauso wie die Bahnsteige der Deutschen Bahn. „Roisdorf ist in keinem aktuellen Bau- und Förderprogramm“, teilte in diesem Zusammenhang ein Bahnsprecher auf Anfrage des General-Anzeigers mit.

Wie Bürgermeister Wolfgang Henseler im Gespräch mit dem GA erläuterte, wäre in diesem Fall vielleicht ein Modell wie bei der Sanierung des Sechtemer Bahnhofs denkbar. Dort habe die Stadt die Unterführung zum Teil mitfinanziert. Egal, was letztlich am Bahnhof und seinem Umfeld passiert, es wird nicht günstig. Henseler: „Ohne Fördergelder ist es nicht zu machen.“

Lärmschutz entlang der Bahnstrecke¶

Im Herbst will die Deutsche Bahn über den geplanten Lärmschutz entlang der Bahnschienen informieren. Das teilte die Bornheimer Stadtverwaltung in der jüngsten Sitzung des Stadtrats mit.

Wie berichtet, plant die Bahn in Roisdorf sowie in Alfter Lärmschutzwände zu errichten. Aufgrund der Vorlaufzeit ist mit einem Baubeginn aber nicht vor 2018 zu rechnen, die Fertigstellung ist für 2018/19 geplant. Aus einer Unterlage für die Ratssitzung geht die genaue Lage der geplanten Lärmschutzwände hervor: So soll eine rund 1500 Meter lange Wand von der Heussstraße bis kurz vor den Bahnübergang am Herseler Weg in Alfter verlaufen.

Weitere knapp 340 Meter führen vom Bahnübergang in Alfter bis zum Wendehammer am Buschdorfer Weg. Auf der anderen Seite der Schienen soll eine rund 535 Meter lange Wand vom Fußweg, der vom Maarpfad abgeht (Höhe Mörnerstraße), bis rund 100 Meter hinter der Unterführung Herseler Straße verlaufen.

Wie die Bornheimer Stadtverwaltung weiter mitteilte, ist für die Baumaßnahme noch eine grundsätzliche Zustimmung der Politik erforderlich. Im Mai sollen sich daher der Umweltausschuss (17. Mai), der Stadtentwicklungsausschuss (18. Mai) und der Rat (19. Mai) mit dem Thema befassen.