Freiwilliges Soziales Jahr: Ariana will Straßenkindern in Quito helfen

Freiwilliges Soziales Jahr : Ariana will Straßenkindern in Quito helfen

Die 19-jährige Abiturientin Ariana Bibic aus Bornheim-Merten will in den Elendsvierteln der ecuadorianischen Hauptstadt Straßenkindern helfen.

Begonnen hat alles mit dem Blog eines Freundes, erklärt mir Ariana Bibic aus Merten. „Ein Kumpel von mir hat darüber berichtet, dass er ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Ecuador macht.“ Ab dem Moment war der 19-Jährigen klar: Das will sie auch. Am 8. August diesen Jahres wird die Abiturientin des Brühler Max-Ernst-Gymnasiums nach Ecuador fliegen, um in der dortigen Hauptstadt Quito einen Freiwilligendienst zu absolvieren.

Hilfe können die Menschen in Ecuador auf jeden Fall gebrauchen. Erst recht jetzt nach dem verheerenden Erdbeben, bei dem nicht nur Hunderte Menschen starben, sondern in vielen Landesteilen auch die Infrastruktur zerstört wurde. Auf Ariana und die vielen anderen freiwilligen Helfer aus aller Herren Länder wartet auf jeden Fall viel Arbeit.

Organisiert wird ihr Jahr als Freiwillige vom Verein ICJA. Der gemeinnützige Verein Internationaler Christlicher Jugendaustausch (ICJA) wurde 1949 in den USA gegründet. In Deutschland ist der Verein seit den 1950er Jahren aktiv und hat seine Bundesgeschäftsstelle in Berlin.

Dass es Ecuador werden sollte, war nicht von Anfang an sicher, erzählt Ariana. Klar war nur: Sie wollte nach Lateinamerika. Einerseits natürlich wegen der spanischen Sprache, und der beeindruckenden geografischen und klimatischen Vielfalt. Hauptsächlich wolle sie aber die Kultur kennenlernen und auch das interkulturelle Verständnis fördern. Der ICJA organisiert ebenfalls, dass Menschen aus anderen Kulturen nach Deutschland kommen, um dort ihren Freiwilligendienst anzutreten. „So treffen Kulturen aufeinander und lernen sich kennen und verstehen. Das gefällt mir am ICJA besonders gut“, betont die 19-Jährige.

Ariana wird während ihrer Zeit in Quito voraussichtlich in einer Schule und als Streetworkerin arbeiten und in einer Herberge mit anderen Jugendlichen wohnen. Eigentlich, so Ariana, würde sie es bevorzugen, in einer Gastfamilie zu wohnen. „Ich möchte während meiner Zeit in Ecuador wirklich dort leben, und nicht nur zu Besuch sein“, erläutert sie. Doch die Arbeit in der Schule und mit Straßenkindern sagt ihr zu. In Quito leben aktuell ungefähr 5000 Kinder, die sich auf der Straße durchschlagen müssen. „Ich weiß, dass ich während meines Freiwilligendienstes nicht die Welt retten werde,“ so Ariana. „Aber hoffentlich so viele Menschen wie möglich vor Ort.“

Momentan ist die 19-Jährige noch damit beschäftigt, einen Förderkreis für ihr Jahr als Freiwillige aufzubauen. Insgesamt rund 10 000 Euro benötigt der ICJA, um ihr den Freiwilligendienst zu ermöglichen. Vor allem die Antragstellung in Ecuador und die Beratung und pädagogische Begleitung kosten Geld. Um diese Kosten zu decken, kontaktiert Ariana Familie, Freunde und Firmen, mit der Bitte, sie finanziell zu unterstützen. Bisher läuft das aber ganz gut. „Stressig sind da eher die bevorstehenden Abiturprüfungen“, lacht die Schülerin.

Nach ihrem Freiwilligendienst will Ariana eine Ausbildung zur Operationsassistentin beginnen. So habe sie nach ihrer Rückkehr noch Zeit, sich wieder einzugewöhnen, erklärt sie. Doch Menschen zu helfen, das scheint ihr zu liegen. Das zeigt auch der Leitspruch ihrer Broschüre, mit der sie für Spenden an ihren Förderkreis wirbt: „You can't help everyone, but everyone can help someone.“ Zu Deutsch: Du kannst nicht jedem helfen, aber jeder kann jemandem helfen.

Damit Ariana das FSJ antreten kann, muss sie sich zunächst einen Förderkreis aufbauen, um die entstehenden Kosten von circa 10 000 Euro zu decken. Daher ruft sie zu Spenden an den ICJA Freiwilligenaustausch auf. Weitere Infos zum Austausch gibt es auf www.icja.de.

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