Ausbau des Rütterswegs: Anwohner in Rösberg fürchten um Stellplätze

Ausbau des Rütterswegs : Anwohner in Rösberg fürchten um Stellplätze

Der Rüttersweg in Rösberg soll ausgebaut und zur Erschließungsstraße für das neue Wohngebiet werden. Dagegen wehren sich die Anlieger, weil sie dafür einen Meter ihrer Grundstücke abgeben sollen.

Der weite Blick von der Ecke Rüttersweg/Eifelstraße gen Süden wird in absehbarer Zeit nicht mehr möglich sein. Wo jetzt noch Felder sind, sollen nach dem Willen der Stadt Bornheim mittelfristig neue Häuser stehen. Stand jetzt plant die Siegburger Firma Hauspartner am südlichen Rösberger Ortsrand 14 frei stehende Einfamilienhäuser, 18 Doppelhaushälften sowie zwei Mehrfamilienhäuser mit je acht Wohnungen. Die damit verbundenen Ausbaupläne für den Rüttersweg zwischen Eifelstraße und Metternicher Straße (siehe Grafik) haben die Anwohner des Straßenabschnitts nun auf den Plan gerufen. Man habe nichts gegen das Baugebiet, heißt es von ihnen, wohl aber gegen das, was mit ihrer Straße passieren soll.

Den Plänen zufolge soll der (nicht ausgebaute) Rüttersweg zur Erschließungsstraße für das neue Wohngebiet werden – mit einer rund fünf Meter breiten Fahrbahn sowie einem beidseitigen, jeweils 1,50 Meter breiten Fußgängerweg. Anwohner Franz-Dieter Wirtz spricht in diesem Zusammenhang von einer „Prachtstraße“, zu der der Rüttersweg seiner Ansicht nach ausgebaut werden soll. Was ihn und anderen Anwohnern dabei sauer aufstößt, ist der Umstand, dass sie für den Straßenausbau einen Meter ihrer Grundstücke abgeben sollen. Dies würde bedeuten, dass zahlreiche Stellplätze vor den Häusern wegfielen.

„Wenn die Stellplätze wegkommen, gibt das Chaos“, sagt Helene Göranson. Ihr Mann Werner Göranson ergänzt, dass er beim Hausbau 1986 das Gebäude ein wenig von der Straße zurückversetzt bauen wollte. So hätten Stellplätze auf dem Grundstück entstehen können. Das habe die Stadt damals aber untersagt. „Die Straßenflucht muss erhalten bleiben“, habe ihm das zuständige Amt damals gesagt, so Göranson.

Harald Uhlig wohnt seit mehr als 40 Jahren am Rüttersweg. Es gehe darum, dass für den Straßenausbau eine vernünftige Lösung gefunden werde, sagt er: „Wir haben eine ganze Reihe Vorschläge gemacht.“ Nachbar Marcel Link erläutert diese.

Stadt sieht keine Alternative

Man hätte gegenüber der Stadt angeregt, eine Einbahnstraße einzurichten oder eine verkehrsberuhigte Spielstraße oder eine Lösung mit einseitigem Gehweg – allerdings erfolglos. Anwohnerin Silke Kolen verweist dazu auf ein Neubaugebiet in Hemmerich. Dort gebe es auch eine Straße mit einseitigem Gehweg. Was Wirtz weiter ärgert ist, dass die Stadt ihnen den Straßenausbau als positiv verkaufe. In der Tat müssten die Anwohner nichts bezahlen, falls sie ihre Grundstücke freiwillig abgeben. Dann würde die Firma Hauspartner alles finanzieren. Ist dem nicht so, würde die Stadt ausbauen und Anliegerbeiträge erheben – und könnte in letzter Konsequenz die Anwohner enteignen.

Aus diesem Grund könne er die Anwohner auch nicht verstehen, sagt Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler auf GA-Anfrage. In dem besagten Abschnitt sei der Rüttersweg im Baustraßenzustand und müsse sowieso ausgebaut werden, so Henseler: „So günstig wie jetzt werden die Anwohner die Straße sonst nicht bekommen.“

Grund für den Ausbau sei, dass man vom Neubaugebiet eine sichere Zufahrt zur Kreisstraße 33 (Metternicher Straße) brauche, um schwächere Verkehrsteilnehmer zu schützen. Zum Ausbau gehören laut Henseler auch Gehwege auf beiden Seiten. Zumal das den Richtlinien entspreche. Eine Einbahn- oder Spielstraße seien keine Alternativen, sagt er weiter. Bei einer Einbahnstraße in das Neubaugebiet müsse der Verkehr durch enge Dorfstraßen wieder herausgeleitet werden. Eine Spielstraße könne wiederum nicht in einer Straße mit Erschließungsfunktion eingerichtet werden.

In einer Hinsicht signalisiert Henseler indes Gesprächsbereitschaft: „Mit Blick auf Stellplätze sollten wir mit den Ingenieuren reden, ob sich nicht intelligente Lösungen finden lassen.“ Genug Diskussionsstoff für die kommende Bürgerversammlung sollte es also geben.