Wasser in Bornheim: Anlage zur Enthärtung als Alternative?

Wasser in Bornheim : Anlage zur Enthärtung als Alternative?

Wenn die Bürger in der Abstimmung am Sonntag mehrheitlich mit Nein stimmen, dann werden Verwaltung und Politik nach einem Kompromiss suchen müssen, wie sie dem Wunsch der Bornheimer nach weicherem Wasser gerecht werden können.

Voraussichtlich wird es dann darum gehen, in welchem Verhältnis das Wasser des Wasserbeschaffungsverbands Wesseling-Hersel (WBV) und das des Wahnbachtalsperrenverbandes (WTV) als Gemisch aus den Hähnen der Stadt fließen soll. Ein Vorschlag der Bornheimer Verwaltung aus dem Jahr 2015, den Anteil des WTV-Wassers von 25 auf 30 Prozent zu erhöhen, fand damals keine Mehrheit.

Ein alternativer Lösungsvorschlag in der nunmehr drei Jahre währenden Debatte war der Bau einer Enthärtungsanlage im Bornheimer Wasserwerk. Auch diese Variante, die SPD, Linke und UWG im Mai 2015 als Kompromiss favorisierten, setzte sich nicht durch. Bereits 2014 hatte der Betriebsausschuss die Verwaltung beauftragt zu prüfen, ob eine Enthärtungsanlage eine günstigere Variante für weicheres Wasser wäre als die Vollversorgung mit WTV-Wasser. Die Stadt wandte sich dann an das Ingenieurbüro H2U. Dieses untersuchte verschiedene Verfahren, auf welche Weise das WBV-Wasser, das etwa 14 Grad deutscher Härte (dH) hat, auf den Härtegrad des WTV-Wassers von etwa sieben dH zu bringen wäre.

Bau einer Anlage würde 3,5 Millionen Euro kosten

Nach Abwägung von technischem Aufwand und Kosten wäre nach Auffassung der Gutachter die sogenannte Umkehrosmose in Betracht gekommen. Der Bau einer entsprechenden Anlage hätte laut H2U Investitionskosten von rund 3,5 Millionen Euro sowie jährliche Betriebskosten von gut 400.000 Euro bedeutet. Neben einem hohen Energiebedarf hätte Wasserkonzentrat in den Rhein abgeleitet werden müssen.

Umgerechnet auf den Kubikmeter Wasser hätten die Mehrkosten circa 18 Cent ausgemacht. Der Bau einer Enthärtungsanlage sei zwar günstiger als eine Vollversorgung mit Wasser des Wahnbachtalsperrenverbandes, befand das Ingenieurbüro. Allerdings sei die Errichtung einer Enthärtungsanlage in Bornheim aus technischen Gesichtspunkten nicht zu empfehlen, lautete die Einschätzung der Gutachter.

Die derzeitige Härte des Mischwassers (75 Prozent WBV-Wasser, 25 Prozent WTV-Wasser) liege bei zwölf bis 14 Grad und sei damit im Härtebereich „mittel“ einzustufen. Dies entspreche bereits der Härte, die in aller Regel angestrebt werde, wenn Versorger eine zentrale Enthärtungsanlage bauen: „Aus Sicht der Wasserqualität gibt es somit keine Veranlassung für eine zentrale Enthärtung“, resümierten die Gutachter damals.

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