Hallenfreizeitbad in Bornheim: Änderung der Gebührensatzung für Schwimmbad verschoben

Hallenfreizeitbad in Bornheim : Änderung der Gebührensatzung für Schwimmbad verschoben

Der Beschluss über eine neue Tarifstruktur für das Bornheimer Hallenfreizeitbad ist vertagt. Eine Arbeitsgruppe soll erst einmal Daten und Fakten diskutieren.

Das ging den Mitgliedern des Verwaltungsrats des Stadtbetriebs Bornheim dann doch ein bisschen zu schnell: In dessen Sitzung am Mittwoch im Ratssaal sollte über eine neue Tarifstruktur für das Hallenfreizeitbad an der Rilkestraße entschieden werden. Zur Disposition standen unter anderem die Monats- und Jahreskarten, die laut Stadtbetrieb Bornheim (SBB) rechnerisch ein Zuschussgeschäft sind. Ersetzt werden sollen sie durch sogenannte „Geldwertkarten“ in Höhe von 30, 50, 100 oder 200 Euro, die entsprechend gestaffelte Rabatte enthalten.

Doch für Schnellschüsse waren die Politiker nicht zu haben. Nach kurzer Diskussion wurde das Thema auf Vorschlag von Bürgermeister Wolfgang Henseler einstimmig vertagt und beschlossen, eine Arbeitsgruppe mit jeweils einem Vertreter pro Partei zu bilden. In dieser sollen nochmals Daten und Fakten diskutiert und besonders die Frage der Kundenbindung in den Blick genommen werden. „Im letzten Jahr konnten wir einen Anstieg der Besucherzahlen verzeichnen. Daher ist es wichtig, sehr überlegt mit den Kunden umzugehen und abzuwägen, was wir ihnen zumuten können“, so Henseler.

Unmut der Kunden befürchtet

In der Sitzungsvorlage hatte der Stadtbetrieb bereits eingeräumt, dass die Streichung der Zeitkarten für Unmut bei den Kunden sorgen könnte. „Durch den Wegfall der Zeitkarten wird sich das Besuchsverhalten der bisherigen Zeitkartenkäufer zunächst deutlich ändern und es muss davon ausgegangen werden, dass verschiedene Proteste initiiert sowie verstärkt Zeitkarten bis zum Inkrafttreten der Änderungssatzung gekauft werden“, heißt es dort.

Wilfried Hanft (SPD) erklärte, man sei nicht „hellauf begeistert“ von der Abschaffung der Zeitkarten, weil dadurch eine langjährige Kundenbindung infrage gestellt werde. Vor allem mit Blick auf die anstehende Sanierung des Bades im kommenden Jahr (der GA berichtete) müsse man darauf achten, dass die Kunden sich nicht anders orientieren. Auch er regte die Bildung einer Arbeitsgruppe an.

Tarifstruktur "sensibles Thema"

Andrea Gesell (Grüne) bekräftigte diesen Ansatz. Eine gute Tarifstruktur sei ein „superwichtiges, aber sensibles Thema“ und es sei notwendig, noch einmal alles komplett anzuschauen, bevor man eine Entscheidung treffe. Für die CDU erklärte Bernd Marx, man wolle weiterhin ein familienfreundliches Bad in Bornheim haben. Entscheidend sei es, die Kunden zu halten, die man habe. Alexander Kreckel (FDP) erklärte, man müsse noch einmal über Preise reden und sprach in diesem Zusammenhang von „Mondpreisen“ – eine Aussage, die Ulrich Rehbann von sich wies: Die vorgelegten Zahlen seien alle belastbar und keineswegs „Mondpreise“.

Verkauft wurden im vergangenen Jahr 130 Monatskarten fürs Frühschwimmen. Laut Stadtbetrieb haben diese zusammen 3840 Euro eingebracht. Allerdings seien die Karten so häufig genutzt worden, dass sich rein rechnerisch Gebühren von 5347 Euro ergeben hätten. Alles in allem wurden laut SBB im vergangenen Jahr 618 Monats- und Zeitkarten genutzt, die zusammen 46 668 Euro eingebrachten, aber im Vergleich zu den Einzeltarifen mit 113 500 Euro vom Stadtbetrieb bezuschusst worden seien.

Zeitkarten "nicht mehr gang und gäbe"

Zudem seien Monats- und Jahreskarten im Bäderbereich längst nicht mehr gang und gäbe, erklärte SBB-Vorstand Ulrich Rehbann im Verwaltungsausschuss. „Vielen Kunden sind Geldwertkarten lieber, weil sie dadurch nicht mehr auf einen bestimmten Zeitraum festgelegt sind und einen Schwimmbadbesuch spontan planen können.“ In der Vorlage heißt es dazu, dass es regelmäßig Bestrebungen von Kunden gebe, die Gültigkeitsdauer in Bezug auf Urlaub oder Krankheit zu verlängern. Zusätzlich führe die grundsätzlich erfreulich hohe Auslastung der Sauna durch Inhaber von Zeitkarten auf der anderen Seite zu einer Verringerung der Kapazitäten für andere Gäste.

Neben den Neuerungen bei Monats- und Jahreskarten soll es auch Veränderung bei der Altersbeschränkung von Studenten, im Saunabereich und eine Anpassung der Gebühren beim Schulschwimmen geben.