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Bauern demonstrieren in Rheinbach: Bauern übergeben Forderungen an Norbert Röttgen

Bauern demonstrieren in Rheinbach : Bauern übergeben Forderungen an Norbert Röttgen

Landwirte aus der Region sind am Donnerstagabend mit ihren Traktoren in Rheinbach-Oberdrees vorgefahren und haben ein Positionspapier an den CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen übergeben.

„Wir fühlen uns von Teilen der Gesellschaft nicht fair und respektvoll behandelt.“ Dieser Satz steht in einem Positionspapier der Kreisbauernschaft Bonn/Rhein-Sieg, das der Swisttaler Landwirt Johannes Brünker am Donnerstagabend in Oberdrees dem  Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen überreichte. Der CDU-Politiker stellte sich in der Ludwig-Fett-Halle den Fragen der Bürger zu aktuellen Themen.

Zuvor waren rund 30 Landwirte aus der Region mit sieben Traktoren vor die Halle gefahren, um auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen. Wenn die Bauern ihr Gemüse nicht mehr bedarfsgerecht düngen dürften, würde es wegen „Unterernährung“ die Vermarktungsnormen nicht mehr erfüllen. Ein nicht perfekter Apfel finde nicht den Weg zum Kunden. Man brauche keine zusätzlichen Düngeauflagen in nicht belasteten Gebieten.

Außerdem wehren sich die Landwirte gegen aus ihrer Sicht „überzogene Dokumentationspflichten“ und wenden sich gegen den steigenden Flächenverbrauch in Nordrhein-Westfalen. Jeden Tag gingen 23 Hektar Ackerboden verloren. „Auf Beton wachsen aber keine Lebensmittel, noch gedeiht dort Biodiversität“, heißt es in dem Papier. Und zum Mercosur-Abkommen meinen die Bauern: „Wenn man hierzulande Artenvielfalt, mehr Tierwohl und Gewässerschutz fordert, aber die Märkte für Lebensmittel öffnet, die in anderen Teilen der Welt deutlich unterhalb unserer strengen Standards erzeugt wurden, darf man sich nicht wundern, wenn die Bauern auf die Barrikaden gehen.“

Röttgen sicherte den Bauern zu, ihre Forderungen an die Fachkollegen auf Bundes- und Landesebene weiterzuleiten. Er nehme die Sorgen der Landwirte sehr ernst und begrüße den konstruktiven Ansatz in dem Positionspapier. Der Landwirtschaft müsse regional, national und international eine verlässliche Perspektive geboten werden.