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Autokino Rheinbach: Ungewöhnliche Abifeier des Städtischen Gymnasiums

Sekt am Eingang, Zeugnis am Ausgang : Abifeier des Städtischen Gymnasiums steigt im Autokino Rheinbach

Der Schulalltag im Städtischen Gymnasium Rheinbach erhält einen coronatauglichen Feinschliff. Kontaktarm verläuft etwa die Ausgabe der Abiturzeugnisse: Im Autokino bekommen die Abiturienten einen Sekt, am Ausgang ihr Abschlusszeugnis.

Durch die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung in den Schulen Einzug gehalten. In den vergangenen Wochen bildete sie die Grundvoraussetzung, Bildungsarbeit auf Distanz leisten zu können. In einem Pressegespräch erläuterte der Schulleiter des Städtischen Gymnasiums Rheinbach (SGR), Stefan Schwarzer, gemeinsam mit Stellvertreter Marcelo Jansen, Pressesprecherin Claudia Spittel und Stefanie Greubel vom Vorstand der Schulpflegschaft, die Situation am SGR.

„Unser großes Glück war, dass wir an unserer Schule schon immer sehr offen für den Umgang mit digitalen Medien waren“, erklärt Schwarzer mit einem zufriedenen Blick auf die Abläufe in den letzten drei Monaten. Das gesamte Kollegium sei bereits mit dem Computerprogramm „Teams“ vertraut gewesen, worauf man gut habe aufbauen können, so der Rektor. Schon lange ist die Arbeit mit iPads nicht mehr aus dem Schulalltag des SGR wegzudenken, allerdings veränderte sich der Stellenwert. „Aus einem von vielen Arbeitsmitteln wurde von heute auf morgen die Voraussetzung, um überhaupt arbeiten zu können“, bekennt Schwarzer.

300 iPads standen als Leihgabe für Schüler, die für das Distanzlernen zu Hause nicht ausreichend ausgestattet waren, zur Verfügung. Lediglich 58 Jugendliche nutzten dieses Angebot. Besonders herausfordernd sei vor allem die Phase der allmählichen Öffnung des Schulunterrichts gewesen. Die Kombination aus Online- und Präsenzunterricht habe gerade den Schülern ein hohes Maß an Konzentration abverlangt. Vor allem aber die enge Abstimmung und das gute Zusammenspiel zwischen Lehrern, Eltern und Schülern, sowie die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Rheinbach als Schulträger habe dazu geführt, dass Chaos und damit Angst unter den Schülern vermieden werden konnte, sind sich Schwarzer und Greubel einig.

Für die Orientierung aller in den drei Unterrichtsphasen der vergangenen Wochen haben verschiedene Gremien einen umfassenden Katalog verbindlicher Handreichungen entwickelt. Als positive Begleiterscheinung der Krise nannte Schwarzer auch die gegenseitige Unterstützung und den engen Kontakt mit den knapp zehn Schulleitern der Gymnasien im Bezirk: „Wir haben uns wöchentlich über die Umsetzung der oft verwirrenden Anleitungen ausgetauscht.“ Kurz vor den Sommerferien sollen nun traditionell noch zwei große Ereignisse gefeiert werden.

„Trotz Corona wollen wir unseren Abiturienten einen der Tradition am SGR entsprechenden, würdigen Abschied bereiten und dann unsere Sextaner feierlich empfangen“, erklärt Schwarzer. Die Entlassungsfeier findet in diesem Jahr im Autokino Rheinbach statt. „Bei der Einfahrt gibt es einen Sekt, bei der Ausfahrt das Zeugnis“, berichtet er. Die Begrüßung der neuen Gymnasiasten ist im Freizeitpark geplant. Nach den Sommerferien steht gewohnter Präsenzunterricht für alle Jahrgänge auf dem Stundenplan. „Natürlich haben wir auch Plan B“, betont der Schulleiter und erklärt, dass je nach Entwicklung vorgesehen sei, die Stundentafel zu halbieren. Demnach komme jeder Schüler für 15 Wochenstunden zum Unterricht in das Gebäude und es gebe endlich wieder Kontinuität.