Gestaltung der Alfterer Mitte: Wird eine neue Turnhalle am Herrenwingert gebaut?

Gestaltung der Alfterer Mitte : Wird eine neue Turnhalle am Herrenwingert gebaut?

Die Zeit drängt: Um die Bewerbungsfrist für ein Förderprogramm des Bundes einzuhalten, tagt der Alfterer Rat außer der Reihe. Dabei liegen zwischen dem Beginn der Sitzung um 18 Uhr und dem Ende der Frist nur sechs Stunden.

Die Tagesordnung für die nächste Sitzung des Alfterer Gemeinderats ist überschaubar. Neben der obligatorischen Einwohnerfragestunde steht genau ein weiterer Punkt auf der Agenda. Dieser hat es aber insoweit in sich, als die Ratssitzung am kommenden Donnerstag, 20. September, außerplanmäßig und zusätzlich einberufen wurde.

Thema ist der geplante Neubau der Turnhalle in Alfter-Ort am Herrenwingert. Die Gemeindeverwaltung möchte sich von der Politik das Einverständnis abholen, an einem Förderprogramm des Bundes teilzunehmen, um so einen Großteil der Kosten für einen Hallenneubau zu bekommen. Bei geschätzten Gesamtkosten von rund 2,85 Millionen Euro müsste die Gemeinde zehn Prozent, also rund 285 000 Euro, aus eigener Tasche zahlen.

Bis zum Fristablauf bleiben nur sechs Stunden

Allerdings drängt die Zeit. Um überhaupt in das Rennen um die Bundesmittel gehen zu können, musste die Gemeinde bereits Ende August beziehungsweise Anfang September die Projektanträge online und in schriftlicher Form beim zuständigen Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) vorlegen. Fristende, um noch fehlende Unterlagen wie etwa notwendige Ratsbeschlüsse nachzureichen, ist eben der 20. September (Poststempel).

Zwischen dem Beginn der Ratssitzung um 18 Uhr und dem Ende der Frist liegen also nur sechs Stunden. Nach Angaben von Alfters Pressesprecherin Maryla Günther hat die Ansetzung der Ratssitzung organisatorische Gründe. Das Bundesprogramm sei sehr kurzfristig und innerhalb der politischen Pause während der Sommerferien in NRW aufgerufen worden. „Wir möchten aber auf jeden Fall die Chance auf die hohe Förderquote nutzen und machen dafür alles Notwendige möglich“, so Günther.

Rund 2,85 Millionen Euro Gesamtkosten

Wie aus dem Projektaufruf der Bundesregierung hervorgeht, will der Bund zwischen 2019 und 2022 insgesamt 100 Millionen Euro für die Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur bereitstellen. Die Mittel stünden für Investitionen in Projekte „mit besonderer regionaler oder überregionaler Bedeutung und mit sehr hoher Qualität im Hinblick auf ihre Wirkungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und soziale Integration“ zur Verfügung, heißt es. Der Schwerpunkt soll dem Projektaufruf nach auf Sanierung und Ausbau liegen. „Ersatzneubauten sind nur in Ausnahmefällen förderfähig“, ist dort weiter zu lesen. Eine Ausnahme könnte demnach dann vorliegen, wenn ein Neubau wirtschaftlicher als eine Sanierung ist.

Die Turnhalle im Herrenwingert soll bekanntlich sowieso einem Neubau weichen – innerhalb der groß angelegten Umgestaltung des Herrenwingert, der seit Längerem Thema bei Verwaltung, Politik und Bürgerschaft ist. Beim Bürgerdialog am Herrenwingert vor einigen Wochen hatte Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher erläutert, dass es sich finanziell nicht lohne, die Halle aus den 60er Jahren energetisch zu sanieren.

Angedacht ist ein Mehrzweckbau

In den Unterlagen zur Ratssitzung führt die Gemeindeverwaltung weitergehend aus, dass das vorhandene Gebäude mit einer Größe von rund 670 Quadratmetern zu klein sei, „um örtliche und überörtliche kulturelle Veranstaltungen in angemessenem Rahmen stattfinden zu lassen“. Eine neue Halle soll demnach nicht nur schulischen Zwecken dienen.

Nach dem Willen der Gemeinde soll das Projekt in zwei Abschnitten realisiert werden. Zunächst soll der vorhandene Bolzplatz an der Ecke des Herrenwingert zurückgebaut werden, um dort die neue Halle zu errichten. Sodann soll die alte Halle abgerissen werden. Auf der entstehenden Freifläche soll wiederum ein neuer Bolzplatz geschaffen werden. Somit könnte die vorhandene Halle während der Bauarbeiten weiterhin genutzt werden.

Stand jetzt geht die Kommune davon aus, dass die Planungsphase des Projekts Anfang 2019 begonnen wird, um Anfang 2021 mit den Bauarbeiten fertig zu sein. Ob mit Fördergeldern des Bundes zu rechnen ist, würde die Gemeinde Alfter im Oktober erfahren. Dann tagt eine Jury zur Auswahl der Projekte – vorausgesetzt, der Gemeinderat gibt am Donnerstag der Verwaltung überhaupt grünes Licht.

Der Alfterer Gemeinderat kommt am Donnerstag, 20. September, ab 18 Uhr im Ratssaal im Oedekovener Rathaus zusammen. Der Tagesordnungspunkt zum geplanten Hallenneubau ist öffentlich.