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Kirschfest für Flüchtlinge in Oedekoven: „Wir waren schon sehr enttäuscht“

Kirschfest für Flüchtlinge in Oedekoven : „Wir waren schon sehr enttäuscht“

Nur wenige Flüchtlinge, die zurzeit in der Gemeinde Alfter leben, kommen zum Kirschfest der katholischen Frauengemeinschaft und des Asylkompasses in Oedekoven. Deswegen fielen auch alle anderen geplanten Aktionen aus.

Das Kirschfest der katholischen Frauengemeinschaft (kfd) Impekoven und des Asylkompasses Alfter in Oedekoven hätte ein gelungenes Sommerfest sein sollen. Denn für die 16 Flüchtlingsfamilien, die in den sogenannten „Internationalen Gärten“ an der Waldstraße 16 jeweils 24 Quadratmeter große Parzellen selbst bewirtschaften, sollte das Pflücken der danebenliegenden Kirschbäume zu einem besonderen, gemeinsamen Erlebnis werden.

Doch statt der rund 50 Hobbygärtner aus Syrien, dem Irak, Albanien und anderen Ländern, die in der Flüchtlingsunterkunft auf der Rathauswiese untergebracht sind, kamen letztlich nur der 26-jährige Tesfahiwet aus Eritrea und der 35 Jahre alte Nigerianer Franklin, die sich beide mit dem Fahrrad von Witterschlick nach Oedekoven auf den Weg gemacht hatten.

„Wir waren schon sehr enttäuscht, dass so wenige an unserem Kirschfest teilnahmen. Wir kennen auch nicht die Gründe“, sagte Verena Nolden, Kassiererin bei der kfd Impekoven. Zu den Gästen gehörten ansonsten Helfer aus Impekoven wie Mark Schumann und einige Witterschlicker Sprachpaten.

Geht man von den Parzellen aus ein Stück weiter, findet man die 15 Sauerkirschbäume, wo Tesfahiwet und Franklin rund drei Kilogramm Obst ernteten. „Gerade weil die Bäume relativ niedrig sind, hätten auch Kinder das Obst leicht pflücken können“, bedauerte Nolden. Um so mehr strengten sich die beiden „Pflücker“ an.

Danach erfolgte die weitere Verarbeitung im Haus von Bruno Buß in Oedekoven, der sich beim Asylkompass engagiert. Mit kleinen Maschinen wurde das Obst entkernt und Waffelteig zubereitet, anschließend wurden die Waffeln mit heißen Kirschen sowie Eis serviert. Alle anderen geplanten Aktionen wie Marmelade einkochen und Kuchen backen entfielen.

„Mit solchen Events wollen wir die Flüchtlinge bei der Stange halten. Die Parzellen bewirtschaften sie nämlich ganz toll. Damit sie sich auch außerhalb ihres Gartens sehen, wollen wir mit ihnen etwas gemeinsam unternehmen. Das Projekt ,Gartenpforte' vor vier Wochen war ein großer Erfolg. Schade, dass es beim Kirschfest nicht so war“, meinte Nolden.