Witterschlick und Volmershoven: Verkehrsführung soll Lkw-Verkehr gezielt steuern

Witterschlick und Volmershoven : Verkehrsführung soll Lkw-Verkehr gezielt steuern

Auch nach der Sanierung gibt es auf der Kottenforststraße in Volmershoven-Heidgen Lkw-Verkehr in Richtung der Wester Werke. Eine neue Regelung soll die Verkehrssituation dort und in Witterschlick entschärfen.

Die roten Pflastersteine fallen auf. Davon farblich deutlich abgesetzt sind die grau gepflasterten Stellflächen für Autos. Schön ist sie geworden, die sanierte Kottenforststraße in Volmershoven-Heidgen. Und vor allem bietet sie nun mehr Platz für Fußgänger. Was aber wiederum weniger Raum für den Autoverkehr bedeutet. In der Tat braucht man an den engsten Stellen kaum vier Schritte, um die Fahrbahn zu überqueren.

Da verwundert es nicht, dass Fahrer von großen Lkw mitunter über den abgeflachten Bordstein ausweichen müssen, um durchzukommen. Und Lkw-Verkehr gibt es auf der Kottenforststraße auch nach der Sanierung regelmäßig. Schließlich stellt sie eine Verbindung zu den Wester Werken an der Heerstraße dar. Allerdings nur noch für den Hinweg. Mit Wiedereröffnung der Kottenforststraße nach der langen Sperrung hat der Rhein-Sieg-Kreis die Verkehrsführung von und zu den Wester Werken wie angekündigt geändert.

Foto: General-Anzeiger Bonn

■ Die Regelung: Nicht nur in Volmershoven-Heidgen, sondern auch im Witterschlicker Geltorfviertel klagen Anwohner seit Langem über den Schwerlastverkehr von und zu den Wester Werken. Ortsfremde Kraftfahrer kämpfen sich durch die engen Dorfstraßen, Konflikte mit anderen Autofahrern, Radlern oder Fußgängern sind programmiert. Anwohner berichten von Schäden an Gehwegen, Zäunen und Autos. Um die Situation ein wenig zu entschärfen, hatten Vertreter von Gemeinde- und Kreisverwaltung vor einiger Zeit eine neue Verkehrsregelung angekündigt. Diese gilt nun zusätzlich zum bestehenden Nachtfahrverbot und der Begrenzung auf maximal acht Lkw, die pro Tag bei den Wester Werken be- und entladen werden dürfen. Fortan dürfen die 40-Tonner die Firma nur noch über die Kottenforststraße anfahren und über Esserstraße, Servais­straße und Duisdorfer Straße wieder verlassen. Für Lkw gilt somit eine Einbahnregelung, die entsprechenden Schilder wurden angebracht. Ausnahmen gelten etwa für Müllfahrzeuge.

■ Die Kontrolle: Wie Katja Eschmann von der Pressestelle des Rhein-Sieg-Kreises sagt, werde die neue Verkehrsregelung nun „intensiv beobachtet“. In der Regel könnte man nach einem Jahr feststellen, ob sich Änderungen bewährt haben oder nicht. Das bedeute aber nicht, dass man nicht auch gegebenenfalls zwischendurch nachjustiere, so Eschmann. Mitarbeiter des Kreises würden die Situation vor Ort beobachten, ebenso setze man auf Meldungen von Bürgern, von Gemeindeverwaltung und Polizei.

Unter anderem an der Hauptstraße in Volmershoven weisen Schilder auf die Verkehrsführung hin. Foto: Christoph Meurer

■ Die Reaktion: Aus vielen Gesprächen höre der Ortsausschussvorstand von Volmershoven-Heidgen heraus, dass das neue Erscheinungsbild der Kottenforststraße sehr positiv bewertet werde, sagt Vorsitzende Anja Frenkel. Beim Ortsausschuss sehe man das genauso. „Sehr gut kommt an, dass eigentlich alle Autofahrer gezwungen sind, noch achtsamer auf der Kottenforststraße zu fahren“, so Frenkel. Das sei, mit Blick auf die Sicherheit besonders für Kinder, ein großes Anliegen gewesen.

Auch der Ortsausschuss sei nun gefragt, zu schauen, ob alles gut läuft oder ob vielleicht noch Dinge bei Verkehrsführung und Beschilderung verbessert werden könnten. Der Ringverkehr werde von sehr vielen Menschen aus dem Doppelort begrüßt, führt Frenkel aus. „Jetzt in den ersten Tagen der Öffnung merkt man schon, dass es eine große Beruhigung in Hinsicht auf die Lkw gibt, denn nach der neuen Verkehrsvorgabe können sich eigentlich keine Lkw mehr auf der Kottenforststraße begegnen. Allein das spricht für eine Ringverkehrsführung“, sagt sie weiter. Zugleich erinnert sie daran, dass sich viele Menschen in Volmershoven-Heidgen und Witterschlick für einen Umzug der Wester Werke an einen verkehrstechnisch besser angesiedelten Standort aussprechen.

■ Das Geltorfviertel: Ende Oktober hatten Gemeinde- und Kreisvertreter die Idee des Ringverkehrs bei einer Bürgerversammlung im Rathaus erstmals vorgestellt. Schon damals hatte es Kritik aus dem Geltorfviertel gegeben, dass diese das Problem nicht löse, weil die Lkw ja weiterhin durch das Viertel führen. In der Tat finden sich aktuelle Fotos im sozialen Netzwerk Facebook, die zeigen, wie 40-Tonner mühsam durch das Viertel fahren und dabei auch Bürgersteige nutzen. An den meisten Häusern im Geltorfviertel finden sich mittlerweile gelbe Protestplakate gegen die Lkw und die Wester Werke.

■ Die Ampel: Anders als geplant, soll die Ampel an der Ecke Hauptstraße/Duisdorfer Straße in Witterschlick dauerhaft bleiben. Das teilt Daniela Blumenthaler von der Kreispressestelle auf Anfrage des General-Anzeigers mit. Zunächst war sie als Provisorium während der Sperrung der Kottenforststraße gedacht. Mehrere Probefahrten mit Sattelzügen hätten aber gezeigt, dass zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit die dauerhafte Einrichtung der Ampel auch bei der Ringlösung notwendig sei, so Blumenthaler. Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse an der Ecke ergäben sich im Begegnungsverkehr ohne Ampel gefährliche Situationen auch für den Fußgängerverkehr durch „inakzeptable Rangier- und Wendemanöver“, sagt sie weiter. Anwohner der Duisdorfer Straße kritisieren die Ampel. Der Verkehr staue sich mitunter bis zur Bahnschranke zurück und vor allem nachts sei es durch das Abbremsen und Anfahren an der Ampel laut, berichten sie dem General-Anzeiger.

■ Die Baugenehmigung: Noch nicht entschieden hat der Kreis über den Antrag der Wester Werke zur Erweiterung des Firmengeländes um eine Lagerhalle. „Die Genehmigung wurde bislang noch nicht erteilt, da die Gemeinde das Einvernehmen verweigert hat“, sagt Blumenthaler. Die aufgeführten Ablehnungsgründe seien derzeit in der Prüfung.