Mehr Schulklassen: UWG will rasche Sechszügigkeit für Gesamtschule Rheinbach

Mehr Schulklassen : UWG will rasche Sechszügigkeit für Gesamtschule Rheinbach

Das Thema ist nicht neu: Wegen der hohen Anmeldezahlen und damit auch Ablehnungen von Schülern will die UWG eine Vergrößerung der Kapazitäten der Gesamtschule Rheinbach.

Es ist schon so etwas wie eine Tradition: So regelmäßig wie weihnachtliche Dominosteine und Christstollen ab Ende August in den Lebensmittelregalen landen, senden die Mitglieder der Rheinbacher UWG-Fraktion nahezu alljährlich einen Antrag an Bürgermeister Stefan Raetz (CDU), die Kapazität der Rheinbacher Gesamtschule zu erhöhen. Bereits zweimal hatte die Unabhängige Wählergemeinschaft um eine Ausdehnung der 2014 eröffneten, fünfzügigen Schule auf sechs Züge ersucht, was 2014 und 2016 mehrheitlich im Schulausschuss abgelehnt wurde.

Den dritten Anlauf startet die UWG allerdings unverzagt, da sich an der Anmeldesituation an der Gesamtschule nach ihrem Dafürhalten nichts geändert hat: „Die kommenden Jahrgänge werden mit Sicherheit sechszügig geführt werden müssen, möchte man alle Rheinbacher Anmeldungen berücksichtigen“, erklärt Ratsherr Jörg Meyer. Folgerichtig, so Meyer, fordere die UWG in ihrem erneuten Antrag, die räumlichen Detailplanungen für eine Sechszügigkeit mit hoher Priorität zu starten.

Bis zu acht Millionen Euro Kosten

Dass eine mögliche Erweiterung der Gesamtschule die Stadt als Schulträger bis zu acht Millionen Euro kosten kann, lasse er als Ablehnungsgrund nicht gelten: „Wer sich eine Hose von Anfang an zu eng kauft, darf sich nicht wundern, dass diese bald nicht mehr passt“, findet Meyer. Das Thema der Sechszügigkeit sei ja nicht neu. Dies sei schon bei Vorliegen des vor der Gründung der Gesamtschule entwickelten Schulentwicklungsplans im Jahr 2013 diskutiert worden.

Und: Im Antrag ist ebenfalls verankert, dass die Stadt gemeinsam mit den Nachbarkommunen, deren Schüler die Gesamtschule nutzen, einen interkommunalen Schulentwicklungsplan erstellt. Dieser soll, so die UWG, die Schülerströme aus den Nachbarkommunen berücksichtigen „und auch eine finanzielle Beteiligung der Nachbarkommunen“ ins Spiel bringen, so der UWG-Ratsherr.

Unterdessen streben die Gemeinde Alfter und die Stadt Rheinbach auch weiterhin die Gründung eines Teilstandortes der Gesamtschule in der früheren Hauptschule in Oedekoven an, wie Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher bestätigt. In Abstimmung mit der Schulleitung sowie der Stadtverwaltung in Rheinbach sei der mögliche Start einer Alfterer Dependance zum Schuljahr 2019/20 vorgesehen.

Teilstandort dreizügig

„Darauf arbeiten alle Beteiligten hin, und es spricht alles dafür, dass dies auch gelingen wird“, so Schumacher. Bis dahin sei auch das Gebäude der Förderschule des Kreises „An der Wicke“ saniert, die derzeit die frühere Hauptschule in Oedekoven nutzt. Angedacht ist laut Schumacher, den Teilstandort dreizügig zu starten, um ausreichend Differenzierungsmöglichkeiten bieten zu können. In Oedekoven soll nur die Sekundarstufe I, in Rheinbach die gemeinsame Oberstufe/Sekundarstufe II angeboten werden.

Für den dreizügigen Teilstandort in Alfter müssten nach Gemeindeangaben 75 Anmeldungen vorliegen. Eine Elternbefragung im Sommer hatte ergeben, dass 37 Eltern ihr Kind „ganz bestimmt“ und 58 ihr Kind „eher ja“ anmelden würden – das wären 95 Interessenten. Eine weitere Elternbefragung soll laut Schumacher zum Halbjahreswechsel Anfang 2018 erfolgen. Dass ein Bedürfnis für die Errichtung des Teilstandortes besteht, muss die Gemeinde auch gegenüber der Bezirksregierung darlegen, damit eine Gründung überhaupt infrage kommen kann. Erstellt werden soll laut Schumacher zudem ein Konzept, wie die Schulleitung ab 2018 für die Anmeldungen zum Teilstandort werben kann.