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Kleinbuslinie 882 in Alfter: Unterwegs durch enge Straßen

Kleinbuslinie 882 in Alfter : Unterwegs durch enge Straßen

Mit 160 PS fährt der rund sieben Meter lange Mercedes Sprinter City durch die nicht gerade breiten Alfterer Straßen. Manchmal ist es wirklich eng, dennoch dreht das Fahrzeug problemlos seine Runde.

Und das ist von größter Bedeutung. Schließlich verbindet der Mercedes seit vergangenem Sonntag die Alfterer Hanglagen mit dem Haltepunkt der Stadtbahnlinie 18 und dem Bahnhof in Roisdorf. Die neue Kleinbuslinie 882 gehört zu den zentralen Änderungen im Alfterer Nahverkehr zum Fahrplanwechsel vor wenigen Tagen. Ein weiterer Kleinbus mit der Nummer 680 verbindet zudem Gielsdorf mit dem Bahnhof in Duisdorf (siehe Kasten).

"Das ist ein Quantensprung für die Gemeinde", sagte Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher gestern bei einer Fahrt mit der 882. Besonders dankte er dem Gielsdorfer Bürger Wolfgang Görlitz sowie den Politikern Oliver Krauß (CDU) und Michael Schroerlücke (Grüne). Die drei hätten intensiv für die Umsetzung des neuen Alfterer Buskonzepts gekämpft.

"Wir sind froh und stolz, dass wir fahren dürfen", sagte wiederum Eugen Puderbach, Geschäftsführer der Gesellschaft Regionalverkehr Köln (RVK), die die Linie 882 fährt. Er sei froh, dass es die Linie nun gebe, "trotz erheblicher Widerstände" in einer "umliegenden Kommune", sagte Puderbach mit Blick darauf, dass Differenzen zwischen der Stadt Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis und den betroffenen Verkehrsunternehmen die Umsetzung des Alfterer Buskonzepts um ein Jahr verzögert hatten (der GA berichtete).

Laut Puderbach unterscheidet sich die Technik des Kleinbusses nicht von der, die sich in normalgroßen Fahrzeugen befindet. Die Busse bieten 13 Sitz- und 13 Stehplätze sowie Raum für Menschen in Rollstühlen beziehungsweise mit Rollatoren oder Kinderwagen. Eine ausklappbare Rampe sorgt für Barrierefreiheit.

Es sei von Beginn an geplant gewesen, die Linie mit Kleinbussen zu fahren, erläuterte Christoph Groneck, Verkehrsplaner beim Rhein-Sieg-Kreis, und verwies auf die engen Gassen in Alfter. Bei der Planung des Linienwegs habe er verschiedene Varianten durchgespielt - vor allem, um möglichst gute Übergänge zur Stadtbahnlinie 18 und den Zügen zu bekommen, die von Roisdorf nach Bonn oder Köln fahren. Letzteres funktioniere sehr gut, ersteres passe leider nur bei manchen Verbindungen.

Michael Schroerlücke und Oliver Krauß zeigten sich zufrieden mit dem neuen Bus. Allerdings merkte Krauß an, dass die Linie auf einem relativ langen Teilstück im Bereich Knipsgasse/Mirbachstraße keine Haltestelle habe. Groneck stimmte ihm zu, erläuterte aber zugleich den Grund. Es gebe weitergehende Planungen, die Linie 882 in Richtung Birrekoven zu verlängern oder gar eine durchgehende Kleinbuslinie zu schaffen, also eine Verbindung von 882 und 680. Daher seien in dem besagten Bereich bislang keine Haltestellen. "Würden wir den Linienweg verändern, müssten wir den Menschen die Haltestellen wieder wegnehmen."

Noch ist das allerdings Zukunftsmusik. Zunächst wird der Kreis beobachten, wie die neue Linie angenommen wird. Laut Groneck wird in der Regel nach anderthalb bis zwei Jahren das Fahrgastaufkommen evaluiert. Bei der Kleinbuslinie 882 könne er sich durchaus vorstellen, dass die eine oder andere Verbindung am Tag gar zu wenig Platz bieten könnte, so Groneck weiter.

Wolfgang Görlitz fand nicht nur lobende Worte für das Fahrzeug. Aus Gielsdorf wusste er zu berichten, dass die Menschen sich sehr über den neuen Kleinbus 680 freuen und ihn gut annehmen. Allerdings hat Görlitz noch einen weiteren Wunsch für das Alfterer Busnetz: eine direkte Verbindung vom Gielsdorfer Wasserturm nach Alfter-Ort.

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