Werk des Heimatvereins Alfter: Teich im Jakob-Wahlen-Park nimmt Gestalt an

Werk des Heimatvereins Alfter : Teich im Jakob-Wahlen-Park nimmt Gestalt an

Schippen, hacken und schaufeln, was das Zeug hält. Und das bei bis zu 40 Grad Hitze. Diese Anstrengungen unternahmen viele fleißige Mitglieder des Heimatvereins Alfter. Das Ziel: Ein neues Biotop im Wahlen-Park.

Was man ehrenamtlich im Wortsinne bewegen kann, wenn man fleißige Helfer hat, dass demonstrierte der Heimatverein in den vergangenen drei Wochen im Jakob-Wahlen-Park: Die Vereinsmitglieder schippten, hackten und schaufelten, was das Zeug hielt, verrichteten wahre Knochenarbeit bei teils über 40 Grad Hitze. Ziel ihrer Anstrengungen: ein neuer Teich, den der Verein als Biotop nutzen will: „In der Spitze waren rund zehn Mann auf der Baustelle“, erzählt der Vereinsvorsitzende Georg Melchior. Der neue Teich entstand genau an der Stelle unterhalb des Vereinshauses, an der es lange Zeit bereits einen Teich gegeben hatte, der allerdings nicht mehr zu nutzen war.

Es mag gut sein, dass manchem Helfer vor allem eine Episode in Erinnerung bleiben wird: das Schippen von Blauton aus der alten Teichgrube, der an jeder Schaufel und an jedem Schuh kleben blieb wie Klebstoff. „Das war wirklich hart, den irgendwie von der Schaufel zu bekommen“, erinnert sich Melchior.

„Mit dem Ton war der alte Teich seinerzeit versiegelt worden“, weiß Vereinsmitglied Heinz Kremers zu berichten. Zur Erinnerung: Zwischen 1973 und 1975 war der Wahlen-Park, der dem Heimatverein gehört, entstanden. Und zu der Parkanlage gehörten auch zwei Teiche, welche die Vereinsmitglieder angelegt hatten. Doch die Teiche waren beide nicht dicht und liefen immer wieder leer. Daher hatte man in einer großen Vereinsaktion im Jahr 2002 „beide Teiche entschlammt und neuen Ton aufgetragen“, erinnert sich Kremers.

Bei dem oberen Teich trug diese Maßnahme allerdings wenig Früchte, er lief erneut leer und wurde schließlich aufgegeben. Der untere Teich am Vereinshaus hielt sein Wasser länger, aber über die Jahre entwich es auch hier zunehmend. So ließ der Heimatverein den Teich schließlich komplett leerlaufen. „Wir mussten uns nun aber Gedanken machen, was jetzt hier passieren sollte“, bringt es Vereinsvorsitzender Melchior auf den Punkt.

Rasch war beschlossene Sache, dass es einen neuen Teich geben sollte. Doch dieser bedurfte einer umfassenden Planung: „So eine Maßnahme kostet nicht nur Geld, sondern wir brauchten auch jede Menge Manpower, um die Kosten möglichst niedrig zu halten.“ Auf rund 25 000 Euro kalkuliert Melchior die Kosten für das Projekt, dazu kommt die Eigenleistung. Schließlich verfügt der Teich über eine durchaus ansehnliche Größe von 16 mal zwölf Meter und hat eine Tiefe von rund einem Meter.

Anfang Juli begannen schließlich die Bauarbeiten und viele Vereinsmitglieder packten mit an. Zunächst galt es, rund 150 Kubikmeter Abraum aufzunehmen und zu entsorgen, dann konnte die Abdichtung ausgebracht werden: dieses Mal kein Blauton, sondern eine 255 Quadratmeter große Teichfolie. Zudem wollten 100 Tonnen Füllkies, 40 Tonnen Mutterboden und 25 Tonnen Mauersand verteilt werden.

Der Großteil der Arbeiten ist derweil erledigt, und der neue Teich hat schon weitgehend seine endgültigen Konturen angenommen. Melchior glaubt, dass das Gewässer nicht nur allein Amphibien wie Fröschen als Zuhause dienen kann. Die Anlage taugt aus seiner Sicht auch als Reckenrückhaltebecken und – interessant für die Feuerwehr – im Fall der Fälle als Löschteich.

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