Stefan Lischka ist seit einem Monat der neue Pfarrvikar in Alfter

Seelsorge in der Region : So war der erste Monat des neuen Pfarrvikars in Alfter

Bis 1994 war Stefan Lischka Kaplan in Alfter. Jetzt hat er dort erneut die Seelsorge übernommen und ist dort seit einem Monat als Pfarrvikar tätig.

Vier Wochen in Alfter-Ort: Und Stefan Lischka fühlt sich dort schon ganz zu Hause. Seit dem 1. September kümmert sich der 66-Jährige als Pfarrvikar um die Gläubigen der Pfarreiengemeinschaft. Und das mit viel Elan. Damit schließt sich für den Neu-Alfterer sein ganz persönlicher Lebenskreis. Denn die Kirchengemeinde im Vorgebirge war seine erste und wird auch seine letzte Priesterstelle im Erzbistum Köln sein."Arbeiten werde ich wohl bis zum 70. Lebensjahr. Laut einer Vorgabe des Erzbistums Köln darf ich als Pfarrvikar sogar bis zum 75. Geburtstag im Einsatz sein. Ob ich das allerdings mache, weiß ich noch nicht. Das hängt von meiner Gesundheit ab", sagt Lischka.

Zuletzt war der Theologe zehn Jahre lang als leitender Pfarrer im Seelsorgebereich Elsdorf (Region Zülpich) tätig. Sieben Ortsgemeinden gehörten dazu, der Aufgabenbereich war umfassend und mit viel Verantwortung verbunden.Gesundheitliche Probleme veranlassten Lischka zum Wechsel in die zweite Reihe. "Aus Köln kamen mehrere Vorschläge - unter anderem Alfter. Da habe ich sofort zugegriffen." Denn dort kennt er noch viele Menschen aus seiner Zeit als Kaplan (1988 bis 1994), der Umzug nach Alfter-Ort war für ihn daher eher eine Rückkehr nach Hause und zu seinen beruflichen Anfängen in Deutschland.

Geboren 1953 als eines von fünf Kindern im oberschlesischen Herzogshain gelangte der junge Stefan Lischka erst über Umwege zum Priesteramt. Nach der Volksschule absolvierte er mit 16 Jahren zunächst eine Ausbildung zum Metallarbeiter. Eine längere Krankheit brachte ihn zum Nachdenken und "ich fühlte mich zum Seelsorger berufen. Warum, kann ich bis heute nicht erklären". Lischka machte sein Abitur im Gymnasium der Karmeliter in Posen nach, studierte Theologie im Priesterseminar in Neiße und wechselte anschließend zum Regularorden des Laterans nach Krakau. Nach Noviziat und Examen wurde der damals 30-Jährige zum Ordenspriester geweiht.Es folgte die erste Stelle als Kaplan im ostpreußischen Lyck. Obwohl er sich dort ausgesprochen wohlfühlte, zog es den jungen Seelsorger in die Ferne.

Er machte mehrmals Urlaub in Bonn und das Rheinland gefiel ihm so gut, dass er 1986 nicht mehr nach Polen zurückkehrte. "Dabei hatte ich von meinem Orden überhaupt keine Freigabe", sagt Lischka und lacht. Er galt als Spätaussiedler und dementsprechend folgten Stationen in den Aufnahmelagern in Friedland und Unna-Massen - erst nach Wochen fand er eine erste Bleibe in der Gemeindewohnung der Duisdorfer Pfarrgemeinde Sankt Augustinus in Bonn.

Seit der päpstlichen Freigabe 1988 gehört Lischka als Weltpriester zum Kölner Erzbistum. "Mit meiner ersten deutschen Kaplanstelle an Sankt Matthäus hatte ich ausgesprochen Glück. Schon damals habe ich mich hier sehr wohl gefühlt. Die Menschen waren nett und offen", betont der neue Pfarrvikar. Das empfindet er auch heute noch so und stellt dies immer wieder bei den wöchentlichen Besprechungen im Seelsorgeteam fest. Dort werden anfallende Aufgaben diskutiert und aufgeteilt. Auch die neuen Tätigkeitsbereiche wurden schon festgelegt. So wird sich der "Neuling" in der Pfarreiengemeinschaft in den nächsten Jahren verstärkt um die Belange der katholischen Frauengemeinschaft in Alfter-Ort und die dortigen Kirchenchöre sowie die Sänger in Volmershoven-Heidgen kümmern.

Die Gottesdienste in den Ortsgemeinden teilt er sich mit seinen Kollegen Georg Theisen und Pater Ino Ta.Nach den ersten Wochen kommt es Lischka so vor, als ob er den Ort nie verlassen hätte. "Ich finde es seit jeher toll, für die Menschen da zu sein und mit ihnen zu arbeiten", erklärt er, der seinen Beruf immer noch mit viel Engagement ausübt. Und das Vorgebirge bietet dem "Neu-Alfterer" jede Menge Möglichkeiten, seinen Hobbys - Spazierengehen und Fotografieren - nachzugehen. Wenn er Zeit und Muße hat, wirft er auch gerne einen Blick in seine zahlreichen Briefmarkenalben. Seit Jahren sammelt er nämlich seltene Marken. "Ich liebe vor allem künstlerisch gestaltete Exemplare. Stolz bin ich mit der Eremitage in Sankt Petersburg auf meine neueste Errungenschaft." Aber Zeit ist bei Seelsorger Lischka ein rares Gut: "Meine Schäfchen liegen mir mehr am Herzen."

Sprechstunde bei Pfarrvikar Stefan Lischka ist dienstags von 11 bis 12 Uhr im Pfarrbüro, Lukasgasse 4. In Notfällen ist Lischka auch privat unter 0 22 22/9 26 92 10 erreichbar.

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