Kommentar zur Gesamtschulzweigstelle in Oedekoven: Spitz auf Knopf

Kommentar zur Gesamtschulzweigstelle in Oedekoven : Spitz auf Knopf

Es wird teuer: Fast 15 Millionen Euro wird eine Dependance der Rheinbacher Gesamtschule in Alfter die Gemeinde kosten. Knapp elf Millionen Euro sind für die Herrichtung und die Erweiterung des Ex-Hauptschulgebäudes in Oedekoven notwendig, der Rest entfällt auf den Bau eines Gebäudes mit Mensa an der Oedekovener Grundschule.

Wenn zum kommenden Schuljahr, also im August 2019, die ersten Gesamtschüler durch die Eingangstür des Schulgebäudes in Oedekoven gehen sollten, dürften einige Mitarbeiter der Alfterer Gemeindeverwaltung vermutlich ein paar Kilos aufgrund des Stresses der Monate zuvor verloren haben. Schließlich steht erst im Februar fest, ob die Dependance der Rheinbacher Gesamtschule in Oedekoven eingerichtet wird oder nicht.

Das passiert nämlich nur, wenn die dafür notwendigen 75 Anmeldungen zustande gekommen sind. Sollte das eintreten, muss sich die Verwaltung mächtig ins Zeug legen. Ein Schulgebäude in sechs Monaten herrichten zu lassen, ist – bei der aktuellen Konjunktur im Baugewerbe – eine wirklich schwierige Aufgabe.

Es ist daher gut, dass die Kommunalpolitik bereits jetzt grundlegend grünes Licht gegeben hat, damit Dinge schon jetzt vorbereitet werden können. Jeder Tag zählt. Dennoch ist es noch längst nicht ausgemacht, dass die Gesamtschuldependance kommt. Genug Eltern müssen sich dafür entscheiden. Hoffentlich tun sie es, denn eine wachsende Gemeinde wie Alfter braucht ein möglichst breites Schulangebot.

Die Ablehnung der Gesamtschule durch die UWG kann man schon stoisch nennen. Nicht wenige Kommunalpolitiker verdrehen die Augen, wenn mal wieder ein UWG-Vertreter zu einer Erklärung gegen die Schule ansetzt. Dabei sollte man die Argumente der UWG nicht einfach so abtun. 15 Millionen Euro sollen die Einrichtung der Gesamtschule und der damit verbundene OGS-Neubau kosten. Das ist viel Geld für eine Gemeinde, die in wenigen Jahren aus dem Haushaltssicherungskonzept heraus muss. Aber: Jeder Euro für die schulische Bildung von Kindern ist ein gut investierter Euro.