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Wohnungsmarkt in Alfter: SPD: Preiswerter Wohnraum ist Mangelware

Wohnungsmarkt in Alfter : SPD: Preiswerter Wohnraum ist Mangelware

Die Sozialdemokraten fordern ein umfassendes Bauprogramm für die Gemeinde. Auch äußern sie sich zu den umstrittenen Plänen für die Châteauneufstraße.

Die Alfterer SPD fordert, dass in der Gemeinde noch mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird, als aktuell in der Planung ist. „Preiswerter Wohnraum ist in Alfter seit Jahren Mangelware“, heißt es in einer Mitteilung der Sozialdemokraten. Dies liege daran, dass der Mietwohnungsbau, insbesondere für öffentlich geförderte Wohnungen, „von Alfterer Bürgermeister/innen, der Verwaltung sowie der Mehrheitsfraktion im Rat jahrzehntelang verschlafen“ worden sei, so die Ansicht der SPD.

Insbesondere junge Familien und einkommensschwache Alfterer müssten sich in die umliegenden Kommunen orientieren, um bezahlbaren Wohnraum zu ergattern, so die SPD weiter. Dadurch komme es auch zu einer zunehmenden Alterung der Bevölkerung, einhergehend mit leerstehenden Ladenlokalen und der Schließung der Hauptschule. Aus diesem Grund sprechen sich die Sozialdemokraten unter anderem dafür aus, dass die Planung für die Bebauung der Lücke zwischen Châteauneufstraße und Alfterer Straße in Oedekoven so umgesetzt soll, wie sie bislang von der Investorengruppe Brings/Nettekoven vorgesehen ist. Wie berichtet, wollen die Bornheimer in vier Häusern in dem Bereich neben 47 freifinanzierten Wohneinheiten auch zwischen 34 und 42 öffentlich geförderte Wohnungen bauen.

„Diese geplante Verteilung zwischen freifinanzierten und öffentlich geförderten Wohnungen für Gering- und Normalverdiener für Oedekoven halten wir für angemessen und geboten“, heißt es vonseiten der SPD. Durch die geplante Mischung von Wohnungen für verschiedene Einkommensgruppen sei eine „begrüßenswerte Belebung des Quartiers“ sowie ein „positiver Effekt“ auf den Oedekovener Ortskern zu erwarten, meinen die Sozialdemokraten.

Allerdings sind die Pläne der Investorengruppe nicht unumstritten. Bekanntlich fordert eine Bürgerinitiative aus Oedekovenern wiederum, den geförderten Wohnraum auf maximal 30 Prozent zu beschränken (der GA berichtete). Anlass ist die Sorge von Anwohnern, Gewerbetreibenden und Freiberuflern, dass in Oedekoven ein sozialer Brennpunkt entstehen könnte. Ein entsprechender Bürgerantrag mit knapp 1100 Unterschriften wurde vor einigen Wochen an Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher übergeben. Der Antrag soll im Haupt- und Finanzausschuss behandelt werden, wahrscheinlich in der Sitzung am Donnerstag, 1. September (18 Uhr, Ratssaal).

„Beim Wohnungsbau muss über Quoten für öffentlich geförderte Wohnungen gesprochen werden. Gelten doch in vielen Kommunen zu Recht Mindestquoten als Voraussetzung dafür, Grundstücke aus kommunalem Eigentum erwerben zu dürfen“, teilt die SPD mit. Weiter fordert die Partei, dass der langfristige Bedarf für geförderten Wohnungsbau in der Gemeinde ermittelt wird und ein umfassendes Wohnungsbauprogramm aufgestellt wird. Es soll über das im November 2015 von der Politik beschlossene Akutprogramm zum Wohnungsbau hinausgehen. Dieses sieht neben dem Bauvorhaben an der Châteauneufstraße vor, am Ahrweg in Impekoven sowie beim geplanten neuen Feuerwehrgerätehaus am Stühleshof in Alfter-Ort kostengünstigen Wohnraum zu schaffen.