Ausstellung im Vorgebirge: So war Alfter im Mittelalter

Ausstellung im Vorgebirge : So war Alfter im Mittelalter

Eine neue Ausstellung im Haus der Alfterer Geschichte befasst sich mit dem Mittelalter. Kernstück ist die Nachbildung der „Aal Burch“.

Man muss genau hinsehen und sorgfältig lesen. In der neunten Zeile von unten des historischen Dokuments steht der entscheidende Begriff: Alvetra. Der so bezeichnete Flecken ist heutzutage unter einem anderen Namen bekannt – nämlich Alfter. Als Alvetra – oder Aluetra – aber wurde der Ort im Jahr 1067 erstmals erwähnt. Aus diesem Jahr ist die besagte Urkunde. „In der Urkunde überträgt Erzbischof Anno II. der von ihm neu gegründeten Kirche Sankt Georg in Köln Pfründe und sichert ihr so ein wirtschaftliches Auskommen. Darunter fallen unter anderem Besitzungen in Alfter, nämlich Weinberge und ein Teil des Waldes“, erläutert Robin Huth, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins „Haus der Alfterer Geschichte“.

Eine Kopie der Urkunde – das Original liegt im erzbischöflichen Archiv in Köln – ist ab Mittwoch, 1. Mai, im Haus der Alfterer Geschichte (Hertersplatz, hinter der katholischen Kirche Sankt Matthäus) zu sehen. Sie ist Bestandteil der neuen Ausstellung in dem Heimatmuseum, die sich unter dem Titel „Zeitreise in die Vergangenheit“ Alfter im Mittelalter widmet. Im Zentrum der Ausstellung steht eine sogenannte Zeitinsel, die von Heiner Bollig, Thomas Gebbing, Robin Huth und Hans Günter Steinkemper gebaut und gestaltet wurde.

Auf kleinstem Raum dokumentiert sie die mittelalterliche Geschichte Alfters. Kernstück ist die Nachbildung der „Aal Burch“. Dabei handelt es sich um eine Ringwallanlage, die vermutlich aus der späten Frankenzeit stammt und deren Überreste noch oberhalb von Alfter im Wald zu sehen sind – genauer: zwischen dem Görreshof im Süden und dem Buchholzweg im Norden, südlich des Herrenhauses Buchholz. Weiter ist an der Zeitinsel ein Monitor angebracht, auf dem Bilder der Überreste des Ringwalls sowie von anderen, ähnlichen Anlagen zu sehen sind.

Geschichte der Burg

Laut Huth wollen die Mitglieder des Fördervereins nach und nach Zeitinseln zu verschiedenen Kapiteln der Alfterer Geschichte bauen. Die mittelalterliche Zeitinsel sei die zweite nach einer zu den Kelten, sagt er weiter.

Um die Mittelalter-Zeitinsel herum hat der Förderverein weitere Exponate aufgebaut, die das bäuerliche Leben sowie die damalige Ernährung und Kleidung abbilden. Ebenso wird die Geschichte der Ritter von Alfter und ihrer Ritterburg erzählt, von der es noch Gewölbereste im Keller des heutigen Schlosses gibt. In der Tat hatten die Ritter von Alfter bereits im 12. Jahrhundert eine Burg gebaut. Sie hatten das Erbmarschallamt des Kölner Erzbistums seit der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts inne – eines der höchsten Ehrenämter in der mittelalterlichen Verwaltungshierarchie.

Gäste können sich auf Leckerein freuen

Zurück zur Ausstellung. In einer Ecke des Raums werde die berühmte Urkunde nochmals im Detail erläutert, so Huth. „An ihr lässt sich auch der Wechsel der damaligen Herrschaftsverhältnisse ablesen“, sagt er. Ebenso können Besucher sich selbst als Skriptoren versuchen und Teile der Urkunde abschreiben – darunter natürlich auch das Wort Alvetra. Übrigens: Als Alfter wurde der Ort erstmals 1311 bezeichnet.

Die Ausstellung „Zeitreise in die Vergangenheit – Alfter im Mittelalter“ im Haus der Alfterer Geschichte, Hertersplatz, wird am Mittwoch, 1. Mai, um 10 Uhr eröffnet. An dem Tag ist sie bis 18 Uhr zu sehen. Im Anschluss wird die Ausstellung bis Ende Juni gezeigt. Geöffnet ist das Museum dienstags und donnerstags (außer am 30. Mai und 20. Juni) von 18 bis 20 Uhr sowie sonntags (außer am 9. Juni und am 23. Juni) von 15 bis 18 Uhr. Weitere Informationen auf www.hdag.info. Am Eröffnungstag werden Hertha und Michael Bauer die Gäste mit Leckereien versorgen, die nach alten Rezepten zubereitet werden.

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