ADFC-Umfrage: Schlechtere Radwege und fehlende Sicherheit in Alfter

ADFC-Umfrage : Schlechtere Radwege und fehlende Sicherheit in Alfter

Der Alfterer Bürgermeister Rolf Schumacher sieht die ADFC-Umfrage als Ansporn. 110 Alfterer nahmen an der Befragung teil. Kritisiert wurden vor allem der mangelhafte Fahrradtransport in Bus und Bahn.

Die Ergebnisse des Fahrradklimatests 2018 sehen für Alfter durchwachsen aus. Bei der bundesweiten Online-Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) haben 170 000 Radfahrer, davon 110 aus Alfter, mitgemacht. Das positive und negative Feedback der Alfterer Radler stellten die Ortsgruppensprecher Till Osthövener und Hans-Peter Müller im Oedekovener Rathaus vor. Mit der Gesamtnote von 4,1 hat die Gemeinde in verschiedenen Bereichen im Vergleich zur letzten Umfrage von 2016 schlechter abgeschnitten. Abgefragt wurden unter anderem das Fahrrad- und Verkehrsklima, das Sicherheitsgefühl der Radler, Breite und Qualität von Radwegen sowie Abstellanlagen und die Infrastruktur des Radwegenetzes. Mit der Beurteilung kommt die Gemeinde in ihrer Größenordnung bundesweit auf Platz 225 von 311. In Nordrhein-Westfalen belegt sie Platz 60 von 82. Für ADFC-Vertreter Osthövener ein „Ergebnis, was uns hellhörig werden lassen muss“. Auch Bürgermeister Rolf Schumacher versteht das Resultat als „Ansporn, künftig besser zu werden“.

Die Umfrage verdeutlicht, dass die Bürger Vergnügen am Radfahren in Alfter haben (2016: 3,1; 2018: 3,4), das Sicherheitsgefühl der Radler allerdings abgenommen habe (2016: 3,9; 2018: 4,1). Zudem haben die Konflikte mit dem KFZ-Verkehr im zugenommen (2016: 4,2; 2018: 4,5). Besonders kritisiert wurden auch die fehlende Sicherheit von Kindern und Schülern im Radverkehr. Schlechter bewertet als 2016 wurden auch die Situation der Radwege, der mangelhafte Fahrradtransport im Öffentlichen Personennahverkehr sowie die Radführung an Baustellen.

Als Stärken von Alfter bezeichnete Osthövener die Infrastruktur und das Radwegenetz, die in der Umfrage auch unverändert mit befriedigend zensiert wurden. Als Grund nannte der Experte die gute Erreichbarkeit von Alfter-Ort. Auch wenn der ADFC-Sprecher die Umfrage nicht als repräsentativ bezeichnete, so wirft sie für Rolf Schumacher ein realistisches Bild auf die Situation. „Fahrradfahren ist chic geworden, aber die Verwaltung kommt nicht hinterher. Kummer macht mir vor allem das fehlende Sicherheitsgefühl.“

Der Verwaltungschef sieht Alfter als fahrradfreundliche Gemeinde auf einem guten Weg. Mit der Rad-Pendler-Route zwischen Alfter, Bornheim und Bonn, deren Umsetzung noch ein wenig Zeit brauche, den Anlehnbügeln für Räder am Rathaus Oedekoven sowie der Fahrradabstellanlage am Bahnhof Impekoven seien und werden Maßnahmen realisiert, die den Bedürfnissen der Radfahrer entgegen kommen. Auch 2020 sollen weitere Abstellanlagen am Bahnhof Witterschlick und an der Stadtbahnhaltestelle der Linie 18 „Alanus Hochschule“ installiert werden. Ein weiterer Schritt ist zudem die Einführung der E-Bike-Verleihstation an der S-Bahn-Haltestelle „Alanus-Hochschule“ im Mai. Im Rahmen eines E-Bike Netzes des Regionalverkehrs Köln können dann in allen sechs linksrheinischen Städten und Gemeinden sowie Weilerswist Elektroräder ausgeliehen werden. Die Kritik der Teilnehmer am Zustand der Fahrradwege wollte der Verwaltungschef nicht stehen lassen.“Ich glaube, dass hier ein Missverständnis vorliegt. Es gibt gute Fahrradwege“, machte Schumacher deutlich.

Dass vor allem die Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr als gefährdet bewertet wurde, sieht der ADFC als Problem an, denn die nachfolgende Generation bekomme so keinen guten Einstieg in die Nahmobilität. Daher steht die Entwicklung eines Sicherheitskonzeptes mit den Grundschulen oben auf der Agenda. So seien mit der „Hol und Bring-Zone“ an der Grundschule Witterschlick bereits Verbesserungen erzielt worden. Eltern dürfen ihre Kinder nur noch in einem ausgewiesenen Bereich in der Servaisstraße absetzen. Ziel der Neuerung war nicht nur eine Entschärfung der Verkehrssituation vor der Schule, sondern auch die Förderung der Selbstständigkeit der Kinder im Straßenverkehr.

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